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Macht Vogelfutter high?

„Und ist vom Hanf Ihr Kröpfchen voll, wird laut das Lied und liebestoll.“

(Aus der Vogelfutter-Werbung für „Hänfling“ –Kraftnahrung) Gestern, Amtsgericht Tiergarten. Es geht um 50 Kg Vogelfutter, verpackt in 10-Gramm-Tütchen á 8 DM. Aufschrift: „Hänfling-Spezial-Kraftfutter für Vögel, 100% Cannabis“.

Angeklagt

Vier Manager vom „Hanfhaus“ Berlin.

Vorwurf

Handel mit Betäubungsmitteln, laut Anklage sollten die Kunden des HanfHauses dazu verleitet werden, aus dem Vogelfutter Cannabispflanzen zu züchten.

Beweis

Der Liebestolle Reim auf der Packung / „Und ist vom Hanf Ihr Kröpfchen voll, wird laut das Lied und liebestoll.“ „Für unsere gefiederten Freunde ist Hanf das Filetstück unter den Samenkörnern“, so der angeklagte Geschäftsführer Mathias B., 46 (trug bis auf die Lederschuhe nur Hanfsachen am Leib), „ein ganz besonderer Leckerbissen.“ Nicht nur für den gemeinen Hänfling (Arduelis Cannabina), auch für Sittiche, Kanarienvögel und Papageien. Quintessenz der Tütenwerbung: „Gönnen Sie Ihrem Lieblingen dieses Hochgefühl –mit natürlicher Kraftnahrung aus frischen, unbehandelten Hanfsamen.“

Verteidigung

Im Hanfsamen sei nicht eine Spur des Wirkstoffes THC, so die Anwälte. Und auch nur weibliche Pflanzen produzieren überhaupt die Droge. Die Anklage sei also so, als wolle man einem Waffenhändler wegen Mordes verurteilen, weil mit einer von ihm verkauften Pistole ein Mensch erschossen wurde.

Quelle

  • Bericht aus der BZ (Berliner Zeitung) 03/2001