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Welches Raumklima ist zur Wellensittich-Haltung geeignet?

Einleitung

Mir stellte sich oft die Frage, wie warm brauchen es die kleinen possierlichen Wellensittiche überhaupt? Frieren sie, wenn ich mal nicht die Heizung zu laufen habe? Schließlich kamen sie doch ursprünglich mal aus Australien und da liegen die durchschnittlichen Temperaturen deutlich höher als wie bei uns in den gemäßigten Klimazonen.

Zum Glück hatte Hans-Jürgen Künne im WP-Magazin November/ Dezember 1997 einen Artikel darüber geschrieben. Die wichtigsten Punkte dazu möchte ich Ihnen mit diesem Beitrag näher bringen.

Ist eine Wohnungshaltung gesünder oder die Haltung im Freien?

Wie auch auf dem Bild gut zu sehen ist, können Wellensittiche unbedenklich das ganze Jahr über im Freien in einer Voliere verbringen. Nur bei Frost sollten Sie eine Unterschlupfmöglichkeit haben. Auch hier reichen dann Temperaturen im Bereich von 12-15 Grad Celsius. Am Beispiel Australien wird deutlich, dass es am Tag sehr warm sein kann, zu Nachtzeiten die Nullgrenze auch mal unterschritten wird. Die dort lebenden Papageien sind also starken Temperaturschwankungen innerhalb von 24 Stunden ausgesetzt und müssen damit zurecht kommen.

In Südamerika z.B. besteht das Problem mit lang anhaltenden Regenfällen. Das Gefieder der Vögel wird durchnässt und der Körper kann auskühlen.

Kurz gesagt: Die Klimazonen in den jeweiligen Lebensräumen sind für Papageien nicht immer ein Paradies. Jedoch tragen Wetterunbilden dazu bei, die Widerstandskräfte der Papageien zu stärken.

Aber wie hoch soll die Temperatur in der eigenen Wohnung sein bzw. dort, wo sich die Vögel aufhalten? Grundsätzlich nicht höher oder weniger, als wie sie für sich heizen. Wichtig hierbei, dass täglich gelüftet wird.

Gesundheitsfördernd wäre, wenn die Tiere die Möglichkeit hätten, auch ab und zu ihren Aufenthalt im Freien verbringen zu dürfen. Vogelzüchter haben festgestellt, dass Vögel gesünder und widerstandsfähiger sind, wenn diese in Außenanlagen gehalten werden, als jene, welche den ganzen Tag in der Wohnung verbringen. Sie verweichlichen. Auch logisch, denn die Abwehrkräfte haben ja nichts zu tun. Parallel zum Menschen. Wer sich viel an der frischen Luft aufhält, stärkt dadurch sein Immunsystem.

Vorsicht ist nur geboten, wenn ihr Wellensittich es gewöhnt war, nur in der Wohnung zu verweilen. Hier ist eine Eingewöhnungsphase geboten!

Halten sie die Papageien ausschließlich in der Wohnung, dann benutzen sie mehrmals pro Woche eine Blumenspritze zum Abbrausen. Dies erhöht die Luftfeuchtigkeit im Wohnraum, stärkt das Immunsystem und wird zur Gefiederpflege benötigt.

In menschlichen Räumen kommen Wellensittiche gut mit diesen Temperaturen zurecht, allerdings sollten sie diese nicht wärmer halten. Außerdem benötigen sie täglich Frischluft, Vorsicht vor Zugluft

Alternativ ruhig den Käfig/ Voliere mal an einen vor Sonnenstrahlen geschützten Bereich aufstellen (wärmere Jahreszeit). Die Vögel genießen es, im Regen ihr Gefieder zu durchnässen. Die Trocknung kann ruhig auch im Freien erfolgen. Von Wellensittichzüchtern wurde bekannt, dass selbst im Winter die Tiere draußen ihr Gefieder durchnässen und auch dort trocknen.

Wie in jedem Fall gibt es hier auch Ausnahmen. Kranke Wellensittiche benötigen mehr Wärme als andere. Der angeschlagene Organismus soll nicht noch unnötige Energie verbrauchen, um zusätzliche Wärme zu produzieren. Abhilfe schafft hier eine Rotlichtlampe. Aber auch hier an Rückzugsmöglichkeiten denken.

Ozon – Eine ernsthafte Gefahr im Sommer

Was ist Ozon

Die hohe Verkehrsdichte und die große Anzahl von Kraftwerken und Industrieanlagen haben dafür gesorgt, dass die Konzentration von Stickoxiden in unserer Atemluft anstieg. Bei starker Sonneneinstrahlung entwickelte sich aus deren Spaltprodukten und dem Sauerstoff das gasförmige Ozon, was in größeren Mengen riecht und Schleimhäute angreift. In der Nacht bildet sich das Gas wieder zurück.

Mit dem Ozonloch haben die Ozonwerte wenig zu tun, wenn man davon absieht, dass es sich um dasselbe Gas handelt. Das Ozonloch in 15Km Höhe ist für uns lebensnotwendig. Es verhindert ein Durchdringen von aggressiven Strahlungen. Lücken in der Schutzhülle führen zu einem Anstieg der Hautkrebserkrankungen. Ein „flicken“ dieser Löcher ist nicht möglich.

Wirkung von Ozon auf den Menschen

Wie Ozon auf unseren Organismus wirkt ist nicht 100% erwiesen. Erwiesen ist jedoch, dass bei einer andauernder Belastung von 120 Mikrogramm Ozon pro m² Luft kaum wahrnehmbare Beeinträchtigungen der Atemfunktionen kommen. Jedoch bei höheren Werten kann es zu krankhaften Veränderungen des Lungengewebes mit Folgeschäden kommen. Jeder Mensch und jedes Tier reagiert aber nun mal anders darauf. Man geht davon aus, dass nur jeder zehnte darunter leidet.

Mögliche Folgen:

  • Kopfschmerzen

  • Müdigkeit

  • Husten

  • Reizungen des Lungengewebes

  • Entzündungen

  • je nach Anfälligkeit auch Atemnot

Wirkung von Ozon auf den Wellensittich

Vögel besitzen ein sehr komplizierteres Atemsystem als wie wir Menschen. Sowohl beim Ein- und Ausatmen kommt es am Atmungsgewebe zum Gastaustausch. Je mehr er sich bewegt, desto mehr Sauerstoff und folglich auch Ozon nimmt er auf. Zwar ist die Belastung von Ozon auf die Lungen der Vögel nicht erforscht, aber man geht davon aus, dass es dem Menschen ähnelt. So könne wir feststellen, dass die Wellensittiche in freier Wildbahn am frühen morgen und späten Abend aktiv sind. Hat die Sonne ihren Höhepunkt, so ist eine Siesta (Ruhepause) in den Bäumen angesagt.

Maßnahmen zur Reduzierung der Aufnahme von Ozon

  • Im Sommer die Tiere vor stärkeren Aktivitäten abhalten (z.B. betreten der Voliere während der Mittagszeit. Es sollte möglichst ruhig bleiben, damit sie ihre Plätze aufsuchen und dösen. In dieser Zeit ist die Atmung wesentlich ruhiger.

  • Es ist auch möglich die Wellensittiche zur Mittagszeit in die Innenräume zu verbannen, dann aber sollten diese kühl und nicht stickig sein.

  • Wenn sie vom Einsperren absehen möchten, sollte die Außenvoliere nicht ganz der Mittagssonne ausgesetzt sein. Bei starker Sonneneinstrahlung fangen die Wellensittiche dann an zu hecheln und nehmen durch die erhöhte Atmung noch mehr Ozon auf.

  • Innenräumen sollten nur morgens und am späten Abend gelüftet werden, so herrscht dort ein Minimum an Ozon.

  • Den Käfig ebenfalls nur am morgen und abend auf den Balkon stellen und zur Mittagszeit wieder in die Wohnung holen.

Quelle: WP-Magazin 04/ 1997

Der Tod liegt in der Luft

Einleitung

Schon in den Bergwerken der älteren Generationen benutze man lebende Kanarienvögel als „Lebensversicherung“. Sobald die Luft mit Giftstoffen vermischt war, waren es die Kanarienvögel, die zuerst am Käfigboden lagen. Dies war immer ein sicheres Zeichen, die Stollen zu verlassen.

Anatomie

Aber warum fielen zuerst die Vögel tot um? Man kann es sich so erklären: Die Kanarienvögel, sowie alle anderen Arten auch, haben ein sehr empfindliches Atmungssystem. Zusätzlich zur Luftröhre besitzen Vögel noch Luftsäcke, die mit der Lunge verbunden sind; sie gehen durch den Großteil des Körpers und reichen bis hin zu den Knochen hinein. Die Lungenverzweigungen enden nicht blind im Körper, sondern führen wieder zusammen. In den Luftsäcken erfolgt kein Gasaustausch, sie dienen der Luftspeicherung, der Wärmeisolation und die Vögel werden dadurch leichter, was ihnen erst den Flug von längeren Strecken ermöglicht.

Beschreibung der Atmung

Beim Einatmen wandert ein Teil der frischen Luft in die Lunge, der Rest in die hinteren Luftsäcke. Danach erfolgt das Ausatmen, wo die verbrauchte Luft ausgestoßen wird, die noch frische Luft aus den Luftsäcken wandert in die Lunge. Beim nächsten Einatmen wird die Lungenluft von der frischen Luft in die vorderen Luftsäcke gedrängt und wird beim anschließenden Ausatmen, über die Luftröhre, nach außen abgegeben.

So ist immer frische Luft im Körper des Vogels, so steht immer ein Maximum an Sauerstoff für die Körperfunktionen zur Verfügung, was bei viel Flugbewegungen auch erforderlich ist. Bei den Säugetieren hingegen steht beim Ausatmen keine frische Luft zur Verfügung.

Diese Tatsache hat aber für den kleinen Organismus einen kleinen Hacken: Ein Atemzug bleibt bei ihnen doppelt so lange im Körper, als wie bei den Säugetieren, was die Anfälligkeit von Atemgiften besonders erhöht. Durch den Kontakt der Luftsäcke mit den Knochen und dem Gewebe, erfolgt eine rascher Übergang vom Atmungstrakt in andere Organe, was schon in kürzester Zeit zu schweren und teilweise irreversible Schäden (nicht wieder rückgängig zu machen) führen kann.

Symptome

Man hört ab und zu mal, dass Wellensittiche aus unerklärlichen Gründen von der Stange fielen. Aber warum? Das Futter war in Ordnung, keine Giftpflanzen in der Nähe, war nicht alt oder krank und so weiter! Wenn alle anderen Möglichkeiten verneint werden können, sollten Sie mal die Atemluft prüfen, vielleicht liegt die Ursache in der Luft.

Mögliche Gefahrenquellen:

  • PVC Boden + Kleber

  • Putzmittelgeruch

  • Teflon beschichtete Utensilien, wie zum Beispiel Töpfe, Pfannen, Raclette, Waffeleisen, Brotbackmaschinen, Föns, Bügeleisen, Rotlichtlampen (nicht alle) usw. Beim Erhitzen auf über 280 Grad entstehen an der Oberfläche Kohlenwasserstoffe (Polytetrafluorethylene, PTFE), die in die Atemluft gelangen. Für den Menschen in größeren Mengen gesundheitsschädlich und für Vögel auch in kleinsten Mengen tödlich.

  • Nikotin führt zu chronischen Reizung der Atemwege, was sich in Husten, Entzünden der Nasennebenhöhlen (Sinusitis)und der Augen (Konjunktivitis) äußert. Dadurch wird auch das Immunsystem geschwächt und die Tiere sind anfälliger für Infektionen, Bakterien, Pilze und Parasiten. Auch das Gefieder und die Haut können langfristig geschädigt werden. Bei Jungtieren kann es zu Wachstumsstörungen und Fehlbildungen der inneren Organe kommen.

  • Aromaten, beziehungsweise aromatische Verbindungen, wie zum Beispiel Toluol und Xylol. Diese Stoffe sind bekannt für ihre Kanzerogenität (Krebserregend). Sie kommen in Benzin, Autoabgasen, Lösungsmittel, Klebstoff, verschiedene Plastikprodukte, Duftstoffe in Raumsprays und Duftkerzen usw. vor. In größeren Mengen beim Menschen gefährlich; bei Vögeln können diese Stoffe sehr schnell zu Schädigungen innerer Organe, vor allem Leber, führen.

  • Sprays sollten in der Nähe von Vögel überhaupt nicht verwendet werden. Diese enthalten unter anderem Aromaten und andere gefährlich Inhaltsstoffe, die das Tier vergiften oder sogar töten. Beispiele: Parfüms, Deosprays, Reinigungssprays, Desinfektionssprays, Raumluftverbesserungssprays usw. Einige dieser Sprays können den gesamten Atmungstrakt der Vögel reizen, zu Entzündungen, Ödemen in Lunge und Luftsäcken und zu akuter Atemnot führen. Kaufen Sie zur Desinfektion des Käfigs nur „vogelsichere“ Produkte.

Auch wenn das Problem sofort erkannt wird, ist eine Heilung in den meisten Fällen nicht mehr möglich. Achten Sie schon vorher auf mögliche Gefahrenquellen. Sollten Sie doch in der Nähe vom Käfig bügeln oder benutzen ein Raclette, dann muß die Frischluftzufuhr (angekipptes Fenster oder ähnliches) gewährleistet werden. Vorsicht: Keine Zugluft!

Vögel die in Außenanlagen leben, sollten eigentlich vor solchen Gefahren sicher sein, dafür lauern dort andere Gefahren, wie z.B.:

  • befahrene Straßen (Motorenabgase enthalten Kohlenmonoxid, Furane, Dioxine usw.),

  • landwirtschaftliche Maschinen, benzinbetriebene Rasenmäher, Motorsägen usw.

  • Ammoniakhaltige Dämpfe von Düngemitteln

  • Rauch von offenem Feuer (Grill- oder Lagerfeuer)

Quelle: WP-Magazin