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Was habe ich im Krankheitsfall zu erledigen

Grundsätzlich

Ruhe und Selbstbeherrschung bewahren. Ereignis abschätzen und folgendes erledigen:

  1. Notfallbuch holen oder Internetseite abrufen

  2. Erstellen Sie ein Behandlungskonzept

  3. Stellen Sie Ihre Notfallapotheke bereit

  4. Zum Fangen machen sich Utensilien wie Käscher, Lederhandschuhe und Handtuch nützlich

  5. Behandeln Sie Ihren Vogel mit äußerster Konzentration, ruhig und zügig

  6. Nach abgeschlossener Behandlung Vogel in eine warme und ruhige Krankenbox/ kleinen Käfig setzen. Eventl. eine Rotlichtlampe einschalten.

  7. Unzumutbaren Neufang oder übermäßig lange Behandlung ist für den Vogel zu stressig und ist somit nicht Gesundheitsfördernd

Fixierung des Vogels

Die Fixation des Vogels ist der erste und entscheidende Griff. Es drei Fixierpunkte:

  1. Der Vogelkopf wird von hinten mit Daumen und Zeigefinger in der Höhe der Unterkieferknochen umfasst.

  2. Damit der Vogel sich nicht drehen kann und womöglich beißt, sollte der Griff fest sein. Seien Sie nicht zu zaghaft und auch nicht so hart. Ein gesundes Mittelmaß sollte beachtet werden.

  3. Die Füße, gerade bei größeren Arten, müssen ebenfalls gleich festgehalten werden. Die scharfen Krallen könnten sich tief ins menschliche Fleisch bohren. Dazu eignet sich wiederum das Handtuch, mit dem diese umwickelt werden können. Lassen Sie den Vogel in das Tuch greifen und umwickeln diese schnell.

  4. Da Flügel oft heftig herum flattern, drücken Sie ihn fest an Ihren Körper. Auch diese können mit einem Handtuch separat umwickelt werden.

Sie sollten dabei eine Hilfsperson zur Hand haben, nur so kann eine Behandlung erfolgen, jedenfalls bei größeren Arten.

Temperatur/ Wärmezufuhr

Kranke und schwache Vögel verlieren schnell an Körpertemperatur. Diese liegt im Durchschnitt zwischen 40 und 42 Grad.

Um die Temperatur zu messen, fetten Sie ein digitales Thermometer ein und schieben Sie es vorsichtig in die Kloakenöffnung.

Bei einer Temperatur so ab 38 Grad wird es kritisch. Der Vogel braucht sofort zusätzliche Wärme. Stellen Sie in seiner Nähe geeignete Wärmestrahler, wie z.B. die Rotlichtlampe, auf. Sie sollten beachten, dass bei dauerhafter Anwendung das Rotlicht das Tier stresst. Deswegen eignen sich Wärme- Dunkelstrahler aus Keramik, die in einem Abstand von ca. 50 cm aufgestellt werden.

Ein Fluchtpunkt muss dem Kranken auch gewährt werden, damit bei Wärmeüberfluss auch mal eine Abkühlung erfolgen kann. Keine Kabellage in der Nähe des Tieres lassen, er könnte daran knabbern und einen Schlag erleiden.

Halten Sie die Temperatur außerhalb des Käfigs so um 30 Grad. Ein Messgerät sollte beim Käfig aufgestellt werden. Um eine Austrocknung zu verhindern, eignet sich eine Wasserschale, Sie erhöht die Luftfeuchtigkeit. Zur Not mit eine Hydrometer nachmessen. Gibt es im Baumarkt.

Futter- und Wassernäpfe in Reichweite aufstellen, aber so, dass diese nicht umgeworfen werden können. Sie müssen leicht und ohne Anstrengung erreichbar sein. Bei Krankheitsfällen wie Atemnot oder Kopfverletzungen, Verdacht reicht aus, kontrollieren Sie oftmals! Es kann eine erhöhte Durchblutung von Lunge oder Gehirn erfolgen, welche das Krankheitsbild verschlechtert und somit die Heilung verlangsamt oder nicht möglich macht.

Transport zum Tierarzt

Wichtig: Eine telefonische Ankündigung des Notfalls beim Arzt, eventl. kann dieser schon Vorkehrungen treffen.

Beim Transport sollte darauf geachtet werden, dass das Tier rutschfest transportiert wird. Legen Sie notfalls den Boden mit Handtüchern oder ähnlichem aus. Ein Transportmittel eignen sich kleinere Käfige, Transportboxen (aus dem Fachhandel), Pappschachteln mit Lüftungsschlitze oder Holzkisten, welche sich leicht selber anfertigen lassen. Der Transport richtet sich nach dem Zustand des Vogels. Vermeiden Sie bei der Auspolsterung Plastikfolie zu verwenden oder dass der Vogel Zugluft ausgesetzt ist. Halten Sie ihn unbedingt warm und achten Sie auf die Luftzufuhr.

Bei zahmen Hausgenossen ist auch möglich, diese in einem Handtuch umwickelt zu transportieren, dann können Sie gleich Ihrem Vogel die gewohnte Geborgenheit bieten, wie z.B. Zusprechen und Kraulen an den gewohnten Stellen. Das Sie dabei kein Fahrzeug bewegen, versteht sich von selbst.

Bei erreichen des Arztes setzen Sie ihn bitte doch in einen Käfig. Im Warteraum des Arztes warten noch andere, eventl. aggressive Tiere, was Ihrem Vogel Stress zuführt oder womöglich mit Panik im Raum rumflattert und der Jagdhund den armen, schwachen und kranken Vogel versucht zu jagen.

Außerdem wird so die Ansteckung mit anderen Tieren vermieden.

Des weiteren sollten Sie dem Arzt alles zeigen, was zur Heilung und verbesserten Diagnose führen kann, mitbringen und ihm zeigen, wie z.B. Veränderter Kot, Erbrochenes, mögliche Giftquellen, Futter und ähnliches.

Im Anschluss aller Maßnahmen sollten Sie alles, mit dem Ihr Liebling in Berührung kam, gründlich und sorgfältig reinigen und desinfizieren.

Hausbesuche sind bequem und bedeuten weniger Stress für den Vogel, allerdings hat der Arzt bei ihnen weniger Möglichkeiten, den Vogel genauer und besser zu untersuchen. Es fehlen oft Gerätshaften wie z.B. das Röntgengerät. Im Ernstfall ist dann doch ein Gang zur Praxis notwendig.

Fragen, die Ihr Arzt eventl. Stellen könnte, also vorher sich folgende Punkte notieren:

  1. Alter und Geschlecht

  2. Wie lange in Ihrem Besitz

  3. Woher stammt er/Sie

  4. Haben Sie weitere Vögel

  5. Gibt es Neuzugänge

  6. Haltung, Fütterung, Veränderungen, Transport und Ausstellungen

  7. Art der Symptome

  8. Wann haben Sie die Krankheit festgestellt

  9. Entwicklung der Symptome

  10. Sind andere Tiere oder sogar Menschen betroffen

  11. Gab es schon eine Vorbehandlung