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Gemüse, ein wertvolles Zusatzfutter

Allgemeines

Im Volksmund heißt es immer wieder, dass der Wellensittich ein genügsamer Heimvogel ist, dass stimmt so erst einmal nicht. Zwar kann er in Notzeiten mit wenig Nahrung auskommen, aber für die Gesundheit ist eine ausgewogene Ernährung wichtig. Hier sollte nicht nur an Körnerfutter und Obst gedacht werden, auch Gemüse ist eine gesunde Ergänzung.

Ein Stückchen Gurke oder Salatblatt am Gitter befestigt hat wohl schon jeder Wellensittichhalter mal gemacht. Dies liegt daran, weil es hierbei um die bekanntesten Gemüsesorten handeln und diese das ganze Jahr über beim Händler angeboten werden, besonders in kalten Monaten, wo das Gemüse- und Obstangebot eher ärmlich ist.

Kohlsorten

Hier sollten nur Kohlrabi, Blumenkohl und Brokkoli angeboten werden. Bei allen anderen könnten Verdauungsstörungen auftreten. Die o.g. Sorten können sowohl roh (unbehandelt) als auch gekocht (in ungesalzenem Wasser) angeboten werden. In der Regel wird es gekocht am liebsten angenommen. Die Kohlsorten eignen sich nicht zur Lagerung und sollten nur frisch gereicht werden.

Gurken:

Die Salatgurke gehört wohl zu den beliebtesten Gemüsearten, wobei auch gerne die Samenanlagen gerne genommen werden. Kaufen sie möglichst die keulenförmigen aufgetriebenen, aus männlichen Blüten der Gurkenpflanze entstandenen Gurken. Diese werden für den menschlichen Verzehr eh kaum genutzt. Aufgrund des hohen Wassergehaltes (ca. 98%) sollten Gurken den Psittaziden nur in Maßen oder als Wasserersatz gereicht werden, da die Wellensittiche sonst zu Durchfall neigen. Im Kühlfach halten sich Gurken bis zu einer Woche, sie vertragen aber keine extremen Temperaturen und sollten nicht mit Obst oder Tomaten zusammen lagern, da diese sonst zu schnell überreifen.

Kartoffeln

Sie werden meist nur gekocht (ungesalzenes Wasser) und eventuell Warm genommen. Die süßeren Sorten sind bevorzugt und festkochende Kartoffeln lassen sich besser verarbeiten. Aufgrund der chemischen Rückstände, sollten die Kartoffeln vorher gewaschen oder besser geschält werden.

Salatblätter

Zu den Kopf- und Blattsalaten zählen alle Sorten der Art Lactuca sativa, z.B. Eissalat, Bataviasalat, Lollo Rosso, Römersalat. Eichblattsalat, Endiviensalat usw.

Diese stellen ein hervorragendes Grünfutter dar. Aber wie bei den Gurken sollte dann auf Wasser verzichtet werden, da Salate über einen hohen Wassergehalt verfügen und aufgrund der Psittaziden Durchfall eintreten kann. Nach dem waschen am besten den Salat erst einmal trocknen und nur frisch anbieten. Verdorbene Blätter entfernen, sonst sind Verdauungsprobleme vorprogrammiert.

Zwiebeln, Schnittlauch, Porree und Knoblauch

Diese werden wegen ihres scharfen Geschmacks nicht gerne angeboten, da Halter davon ausgehen, dass sie nicht gerne genommen werden. Ein Irrglaube… ausprobieren. Schnittlauch z.B. kann auf der eigenen Fensterbank unbehandelt aufgezogen werden. Bei Knoblauch sollte bedacht werden, dass die Wohnung danach etwas anderes riechen könnte.

Rote Beete

Hier kann die Knolle mit Stängel und Blätter angeboten werden. Nach Verzehr verfärbt sich der Kot rötlich und die Gegend um den Fressplatz sowie das Gefieder verschmutzt stark. Verwenden sie deswegen nur Näpfe, die sich leicht reinigen lassen. Im Kühlfach hält sich rote Beete etwa zehn Tage. Beim Kauf sollte die möglichst fest und eine braune Schale aufweisen.

Paprika

Paprikaschoten sind beliebte Gemüsesorte, wobei die roten am liebsten genascht werden, da rote Schoten süßlicher sind als grüne. Auch die im Innenraum befindliche Samenanlage wird gerne gefressen. Die Paprika sollte nur klein geschnitten zum Verzehr bereit gestellt werden. Auch hier tritt eine rötliche Verfärbung des Kotes ein. Der Vitamin C Gehalt bei den grünen Paprikaschoten nimmt eine Spitzenstellung in der Gemüsewelt ein, rote hingegen sind reich an Provitamin A. Beide enthalten reichlich Kohlenhydrate.

Schlusswort

Dieser Bericht ist nicht abschließend, er soll lediglich als Anregung dienen. Der Fantasie und dem Geschmack ihrer Lieblinge sind kaum Grenzen gesetzt, wenn ein paar Regeln wie die Wassergehalt bedacht werden. Desto reicher das Angebot ist, desto mehr Vitamine und Mineralien werden durch die Nahrung aufgenommen. Das ist für eine langfristige Gesunderhaltung unerlässlich, besonders in kalten Wintermonaten.

Quelle: WP-Magazin