Freileben – Wellensittiche in freier Wildbahn

Nach Regenfällen finden sie in den Creeks (periodisch wasserführende Bäche) genügend Nahrungs-, Wasserquellen und Nistgelegenheiten. Dort gedeihen hohe Eukalyptusbäume, Akazien und verschiedene Büsche, in denen sie sich gerne aufhalten und in den Zweigen Sozialpflege pflegen.

Vor dort aus fliegen sie gemeinsam zur Nahrungssuche, zum Trinken, zum Baden und kehren an den selben Ort zurück. In den Zweigen verbringen sie Ihre Nachtruhe. Das grüne Blattwerk und die grüne Wellenzeichnung der Wellensittiche sind eine ideale Tarnung vor Feinden.

Gleich nach den ersten Regenfällen werden geeignete Nisthöhlen (meist Eukalyptusbäume) gesucht. Sie brüten oft gemeinsam im gleichen Baum. Zur Not werden auch ausgebrannte oder von Termiten zerfressende Stumpfen, Zaunpfähle und auf den Boden liegende Stämme genommen.

Es bilden sich kleine Kolonien von 5 bis 30 Paaren, die möglichst nahe beieinander brüten, selbst wenn in weiter entfernten Bäumen noch bessere Nistplätze vorhanden sind. Ihr dichtes Zusammenleben regt den Bruttrieb der Paare immer wieder neu an, was zum Überleben notwendig ist, um möglichst viele Bruten bis zur nächsten Trockenzeit großzuziehen.

Das gesellige Brüten führt zu einen raschen Brutbeginn, denn die Paare stimulieren sich gegenseitig, da sie bei der Balz einander ständig sehen und hören können.

Versiegt der Creek und alles andere Wasser in der Umgebung, verdorren Gras und Blätter, dann finden sie sich mit den Vögeln weitere Kolonien zusammen und erreichen an den wenigen Wasserstellen schließlich Millionenstärke.

Leider kann man dann immer wieder beobachten, wie die Wellensittiche sich, beim Versuch das Wasser zu erreichen, gegenseitig erdrücken. Mitunter sind es bei einer solche Dürre Millionen die ihr Leben verlieren, jedoch überleben die widerstandsfähigsten Vögel und gleichen die Verluste bei den nächsten Bruten aus.

Brutzeiten:

  • Im Norden und Nordosten von November bis Februar, zuweilen bis April.

  • Im Westen von August bis Dezember.

  • Südosten und Südwesten von August/September bis Dezember. In diesem Gebiet regnet es sehr oft und dort brüten sehr viele Wellensittiche.

Brutdauer:

Nach ca. 18 Tagen schlüpfen die Jungen im Abstand von zwei Tagen.

Brut:

Das Weibchen beginnt sofort beim ersten Ei mit dem Bebrüten. In der Regel 5 bis 6 Eier, höchstens aber 9. Hält die Regenzeit an, lassen die Wellensittiche auf die erste Brut schnell eine zweite, manchmal auch eine dritte folgen. Die Gonaden (Keimdrüsen) sind bei den Wellensittich das gesamte Jahr über aktiv, damit zu jeder Zeit eine Aufzucht von Jungen beginnen kann. Bei den anderen Australiern sind diese zur Ruhezeit inaktiv.

Geschlechtsreif werden Sie schon mit 3 bis 4 Monaten.

Anpassungsfähigkeit: Seine geniale Anpassungsfähigkeit verdankt der Wellensittich unter anderem seiner Genügsamkeit. Zwar siedelt er in Wassernähe, jedoch reichen ihm auch Tautropfen am Morgen, die von den Gräsern aufgenommen werden. Der Durst wird am Morgen und am Abend gestillt. In sekundenschnelle wird der Kropf voll gesogen. Mit dieser Wasseraufnahme kann er, wenn es darauf ankommt, auch tagelang aushalten. Die heißen Mittagsstunden verbringt er in den schützenden Blattwerk und hat somit einen geringen Wasserverbrauch. Wenn die Körpertemperaturen mal 38,2 Grad erreicht, verschafft er sich hechelnd und durch Verdunstung Abkühlung.

Ernährung:

Verschiedene Grassamen und wenigen Kräutern, eher selten auch Insekten.

Foto: 143279486 –  Ein Wellensittich sitzt auf einem Baumstamm
© Eddie