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Wellensittiche entstehen

Jeder Wellensittich Halter hat sich bestimmt schon einmal gefragt, wie entstehen eigentlich junge Wellensittiche und wie läuft die Paarung, Brut & Zucht ab. Bevor Sie aber den ersten Nistkasten aufhängen, müssen Sie eine Zuchtgenehmigung und Fußringe besitzen. Hier sei aber nur erwähnt, dass sich dieser Artikel auf die „Hansi-Bubi-Zucht“ bezieht, also auf Wellensittiche, die nicht auf ein bestimmtes Erscheinungsbild (Standart) hin gezüchtet werden. Diese Bruten sind westlich einfacher und erfolgreicher, als wie die „Hochzucht-Wellensittiche“.

Der Nistkasten

An ihren Nistkasten stellt die Wellensittichdame keine großen Ansprüche. Er sollte aber folgende Grundmaße vorweisen. Er ist 25 cm lang, 15 cm hoch und 15 cm tief und der Durchmesser vom Einflugsloch beträgt 4,5 cm. Der Innenraum sollte mit 3 – 4 cm hohen Lage Sägemehl (unbehandelt) ausgefüllt werden. Der Nistkasten kann waagerecht oder senkrecht angebracht werden. Das Sägemehl wird ganz oder auch nur teilweise verwendet. Eine Beschäftigung, die den Bruttrieb anregt. Sollte das gesamte Sägemehl entfernt werden, ist eine Nistmulde von großen Vorteil, damit die Eier beim bebrüten nicht wegrutschen.

Am besten ist es, den Kasten von außen anzubringen, so sind jederzeit Nestkontrollen möglich, ohne die Wellensittiche im Käfig zu stören. Dazu habe ich Löscher in den Nistkasten gebohrt und Kabelbinder durchgezogen und mit den Gitterstäben verbunden.

Am besten ist es, den Kasten von außen anzubringen, so sind jederzeit Nestkontrollen möglich, ohne die Wellensittiche im Käfig zu stören. Dazu habe ich Löscher in den Nistkasten gebohrt und Kabelbinder durchgezogen und mit den Gitterstäben verbunden.

Haben Sie die Absicht mehrere Wellensittiche brüten zu lassen, so sollten Sie mehrere Nistkästen aufhängen, um Streitereien zwischen den einzelnen Parteien zu verhindern.

Paarbindung & Balz

In der Regel haben sich schon vor der Zucht die Paare gefunden und den Bund der Ehe eingegangen. Bei mehreren Wellensittichen klappt dies besonders gut, da die Auswahl an Partnern größer ist. Denn auch wie bei den Menschen spielt Sympathie und Antisympathie eine große Rolle.

Sobald aber dann Nistmöglichkeiten vorhanden sind, beginnen die beiden mit der Balz, dass heißt, sie hüpfen aufgeregt auf der Stange, schnäbeln regelmäßig und das Männchen füttert das Weibchen. In der Folge Zeit sucht sich das Weibchen eine passende Nistmöglichkeit und inspiziert alle Möglichkeiten. Hat es sich entschieden und ist Paarungsbereit, leitet es die Kopulation ein, dabei duckt sich das Weibchen und das Männchen steigt auf. Beide reiben ihre Kloaken aneinander, so dass das Weibchen befruchtet wird. Ein Akt der viel Geschicklichkeit und Balance verlangt. Nun kann man immer öfter beobachten, wie sich das Weibchen in ihrer Nisthöhle aufhält. Oftmals nagt es auch am Holz, um einige Schönheitsveränderungen vorzunehmen.

Eiablage

Im Normalfall legt das Weibchen nach ca. zwei Wochen nach der Balz das erste Ei. Im Abstand von zwei Tagen folgen die weiteren Eier. In der Regel zwischen vier und sechs Eier, welche übrigens in den Nachmittagsstunden gelegt werden. Es können aber auch mal durchaus acht Eier werden. Von dem ersten Ei an brütet das Weibchen. Das Männchen sitzt die meiste Zeit außerhalb des Nistkastens und füttert das fleißige Weibchen mit ausgewürgtem Futter. Sollte mehrere Wellensittiche vorhanden sein, so bewacht dieser noch den Zugang zur Höhle samt Weibchen. Das Weibchen hingegen verlässt nur in Ausnahmefällen die Nisthöhle, meist nur zur Kotablage. Nicht erschrecken, wenn die Häufchen ungewöhnlich groß erscheinen, dies liegt daran, dass das Weibchen nicht allzu oft Kot ablegt, wie sie es normalerweise tun würde.

Der Ruf aus dem Ei

Nach ca. 18 Tagen schlüpfen die Jungen aus ihren Eiern. Den Ruf aus dem Ei kann man aber meist schon einen Tag vorher hören.

Versorgung

Während der Brut braucht sich der Halter kaum um seine Wellensittiche zu kümmern, abgesehen natürlich von einer optimalen Fütterung und den täglichen Nestkontrollen. Die Ernährung sollte Eiweiß-, Mineral- und Vitaminhaltiger sein als normal. Im Handel gibt es spezielles Zuchtfutter, dieses sollte schon vorher gereicht werden, damit sich die Elterntiere daran gewöhnen können. Der Nistkasten muss nicht zusätzlich befeuchtet werden. Es reicht aus, wenn Sie dem Pärchen eine Schale mit Wasser anbieten, in der sie baden können. Die Weibchen regulieren die Luftfeuchtigkeit im Nistkasten meist mit ihrem Gefieder.

Nestkontrollen

Um das Weibchen an die Nestkontrollen zu gewöhnen, sollte der Kasten einmal täglich geöffnet und das Weibchen samt Eier kontrolliert werden. Wenn Sie die Eier gegen das Licht halten, sind diese am Anfang rosig, nach einigen Tagen dunkler, wenn sie befruchtet wurden. An der Verfärbung ist das heranwachsen des Embryos zu erkennen. Die meisten Weibchen lassen die Kontrollen über sich ergehen und können sogar vorsichtig beiseite geschoben werden, um besser Kontrolle zu üben. Achten Sie aber darauf, dass sich anschließend alle Eier wieder in der Nistmulde befinden, da jene Eier, welche sich außerhalb der Mulde befinden, nicht vom Weibchen eingesammelt und bebrütet werden.

Sollten Sie Kot entdecken, welcher feucht bleibt und nicht kugelig wird , ist ein Entfernen dieser erforderlich. Trockener Kot kann im Nistkasten verbleiben, auch wenn dies nicht ganz so ansehnlich ist. Bei einer eventuellen Reinigung, können Sie das Weibchen mit den Jungtieren aus den Kasten nehmen den Kot entfernen. Anschließend setzen Sie alle Insassen wieder hinein. Solche Störungen nehmen die Alttiere normalerweise nicht übel, auch wenn diese durch lautes Geschrei ihren Unmut deutlich machen.

Wenn sich Kot an den Füßen der Jungen festgesetzt hat, muss dieser mit lauwarmen Wasser eingeweicht und vorsichtig entfernt werden.

Schlupfhilfe

Da das Weibchen ab dem ersten Ei brüten, hat dies zur Folge, dass auch die Jungen im Legeabstand schlüpfen. Wissenschaftler konnten beobachten, wie die Weibchen den Jungtieren beim Schlüpfen halfen. Auslöser dafür waren vermutlich die vom Küken in die Schale, mittels Eizahn, geritzten Löcher, sowie die Bewegungen im Ei. Fehlte einer dieser Faktoren, wurde keine Hilfe gewährt.

In einem Test leistete ein Weibchen Schlupfhilfe, wo das Ei mit Löchern versehen wurde und ein Mehlwurm hineingelegt wurde. Der Wurm simulierte die Bewegungen im Ei.

In der Regel verläuft alles einwandfrei, sollte es aber doch zu Komplikationen kommen, so sollten unerfahrene Züchter die Finger davon lassen, selber Hilfe auszuüben. Die Verletzungsgefahr ist zu hoch. So hart das Leben auch sein mag, aber an dieses Problem sollten sich nur erfahrene Züchter trauen. Bei vielen Eingriffen schadet man eher dem Jungtier, den oftmals wird zu früh eingegriffen, wo sich das Küken noch selber hätte befreien können. Die frisch geschlüpften Wellensittiche sind zwar keine Schönheit, sind nackt und haben einen recht großen Kopf, an dessen Seiten sich die Augen als dunkle große Flecken unter der Haut erahnen lassen. Am Körper befinden sich nur wenige Federn, welche sich innerhalb von acht Tagen zu einem flauschigen Duhnenkleid (weiß bis hellgrau) entwickeln.

Aufzucht

Die Aufzucht der Jungen erfolgt durch die Elterntiere, welche das Futter in den Kröpfen Vorverdauen. Der dadurch entstehende Brei nennt man in Züchterkreisen auch „Vormagenmilch“. Die erfolgreiche Fütterung lässt sich an den gelblichen Futterbrei an der Kropfhaut der Jungen erkennen. Das Weibchen weiß genau, welches Jungtier wie viel Futter brauch. Ältere weniger als jüngere, somit ist gewährleistet, dass alle Jungtiere heranwachsen! Wenn das Weibchen das Männchen im Kasten duldet, hilft es bei der Fütterung, ansonsten schafft es unermüdlich Futter herbei und übergibt es an das Weibchen, welches die weitere Fütterung übernimmt.

In der Entwicklungsphase sind die Jungen von der Körpertemperatur des Weibchens angewiesen. Sollte mal das Weibchen nicht auf den Jungen sitzen, so bilden diese eine Schutzformation (sternförmig eng aneinander), um so am besten die vorhandene Wärme zu halten.

Entwicklung

Noch bevor das Duhnenkleid entwickelt ist, entwickeln sich die übrigen Federn, was mit der Ausbildung der Schwung- und Steuerfedern beginnt. Erkennen kann man dies an den leicht stacheligen wirkenden Federkielen. Nach ca. drei Wochen kann man erahnen, wie sich der Vogel weiter entwickeln wird. Ab diesen Zeitpunkt zeigen sich diese schon am Einflugsloch und erwarten bereits dort ihr Futter. Nach ca. ein bis zwei weiteren Wochen fliegen die ersten Jungtiere aus dem Kasten.

Der erste Flug kündigt sich schon vorher durch laut hörbares Training der Flugmuskulatur an. Haben Jungtiere den Nistkasten verlassen, kehren diese nur selten zurück. Sollten einige zu früh ausgeflogen sein, setzen sich diese meist auf den Käfigboden und werden auch dort noch weiterhin gefüttert. Ein Eingreifen ist nicht erforderlich. Wenn ihr Flug besser ausgebildet ist, fliegen diese von selber wieder los.

Bitte setzen Sie die Jungtiere nicht zurück in den Nistkasten oder auf eine Sitzstange, dies kann fatale Folgen haben. Warten Sie lieber ab! Zwei Wochen lang werden die Jungtiere vom Männchen weiter gefüttert. In dieser Zeit suchen aber diese schon selber nach Futter und erlernen schnell, wie sie sich eigenständig zu versorgen haben. Das Weibchen beginnt meist schon mit der nächsten Brut, auch wenn sich noch andere Jungtiere im Nistkasten befinden. Mehr als zwei Bruten sollte man aber nicht zulassen, da die Gesundheit vom Weibchen gefährdet werden würde. Außerdem sind Wellensittiche aus der dritten und vierten Brut meist nicht mehr so gesund und fit, wie die aus den ersten. Das liegt an den Eiern, die vom gestressten Weibchen nicht genug erforderliche Substanzen bekommen. Sollte das Weibchen also auf die Ideen kommen weiter zu brüten, entfernen sie den Nistkasten nach dem Ausfliegen des letzten Jungtieres und vernichten Sie die bis dahin gelegten Eier. Das klingt vielleicht „Radikal“, aber so ist die weitere Gesundheit ihrer Wellensittiche auf Dauer gewährleistet. Setzen Sie ab diesem Zeitpunkt auch das Aufzuchtsfutter ab, dadurch wird auch dann der Bruttrieb gemindert.

Haben die jungen Wellensittiche ein Alter von sechs Wochen erreicht, sind die meisten schon selbstständig und könnten von den Elterntieren getrennt werden. Haben sie ausreichend Platz, können diese auch bei den Eltern verbleiben, es sei denn, sie behindern die Brut.

Quelle: WP-Magazin

Wellensittich Standard des AZ-DWV

 Kondition

Ist Bedingung, Wellensittiche, die keine Schaukondition haben, werden von der Prämierung ausgeschlossen.

Typ

Kräftig und gedrungen, Körperformen in harmonischen Rundungen, Schultern und Hals breit, Nacken voll ausgefüllt. Bei gerader Rückenlinie, Körper vom hinterhaupt bis zur Schwanzspitze abfallend. Brust in einer eleganten Kurve gewölbt. Ganzer Vogel kompakt, ohne fett zu sein.

Länge

24,5 cm von der höchsten Stelle des Kopfes bis zur Schwanzspitze.

Flügel

Gut anliegend und gerade über den Rumpffedern getragen, nicht gekreuzt. Sie sollen vom Bug bis zum Ende der äußersten Handschwingen ca. 12 cm betragen. Jeder Flügel muß 7 sichtbare, voll ausgewachsene, unbeschädigte Handschwingen haben.

Schwanz

In Verlängerung der Körperachse gerade getragen. Federn glatt und enganliegend, einschließlich der beiden längsten paarweise angeordnet und voll ständig ausgewachsen.

Haltung

Furchtlos und natürlich in einem Winkel von etwa 60 Grad zur Horizontalen auf der Stange sitzend.

Kopf

Groß, rund, breit und symmetrisch von jedem Blickpunkt aus betrachtet; Schädelwölbung von der Nasenwachshaut beginnend, an der Stirn aufwärts und auswärts, über den Scheitel hinweg bis zum Nacken in einem gleichmäßigen, schwungvollen Bogen.

Schnabel

Klein und rund, gut im Gesicht eingezogen; Oberschnabel über den Unterschnabel hinweg reichend.

Augen

In der Farbe den verschiedenen Farbschlägen entsprechend, ausdrucksvoll und klar. Der Abstand von Stirn, Scheitel und Hinterkopf ist aus dem Idealbild ersichtlich.

Hals

Von allen Seiten voll und breit, im Nacken nicht abgesetzt.

Farbe

Den verschiedenen Farbschlägen entsprechend, gleichmäßig ohne Lücken und andere Schattierungen.

Maske und Kehltupfen

Maske reinfarbig, tief und weit vom Scheitelpunkt bis unterhalb der Kehle reichend, zur Brust in einem gleichmäßigen Bogen gut abgegrenzt. Im unteren Drittel der Maske sollen 6 möglichst große, gleichmäßige und runde Kehltupfen im gleichen Abstand voneinander eine Halskette bilden, wobei die beiden äußeren Tupfen zu beiden Seiten des Kopfes von den dort befindlichen Wangenflecken teilweise verdeckt werden. Farben von Maske, Tupfen und Wangenflecken den verschiedenen Farbschlägen entsprechend.

Beine und Füße

Kräftig und gerade, je 2 Zehen nach vorn und nach hinten gerichtet, mit gleichmäßig gebogenen Krallen versehen, die Sitzstange fest umgreifend. Farben den verschiedenen Farbschlägen entsprechend.

Zeichnung

Den verschiedenen Farbschlägen entsprechend, von deutlich hervortretend über verdünnt oder farbig umrandet bis vollständig verschwunden (Inos).

Handaufzuchten

Einleitung

Vorab möchte ich Ihnen sagen, dass dieser Bericht keine Anleitung für eine Handaufzucht liefert. Ich gehe hier nur auf Probleme, Folgen und tierschutzrechtliche Aspekte ein.

Eigentlich waren Handaufzuchten in der Vergangenheit nur im Notfall gedacht. Streng hüteten Züchter ihr Rezept für den Babybrei und waren stolz auf ihre Leistung, wenn eine Handaufzucht gelungen war.

Die Käufer solcher Aufzuchten erlangten somit ein bereits mit dem Menschen vertrautes Tier. Sie integrierten sich schnell ins Familienleben.

Heutzutage wünschen sich viele Käufer einen bereits zutraulichen Vogel und somit steigt die Nachfrage an Handaufzuchten. Doch Vorsicht, nicht jeder handaufgezogene Papagei lässt sich problemlos halten.

Problematik

Wenn der Käufer sich nach einem zahmen, pflegeleichten und eventuell sprechenden Vogel sehnt, liegt bei Züchtern eher der finanzielle Aspekt im Vordergrund. Durch die Industrie, welche entsprechende Literatur und Futtermittel zur Verfügung stellt, wird dieser Schritt auch leicht(er) gemacht. Die Arbeit ist aber aufwendig und kostenintensiv. Damit die Handaufzucht gelingt, ist einige Vorarbeit von Nöten.

In Amerika wird eine „Papageienproduktion“ betrieben, die nicht artgerecht ist. Unter laborähnlichen Verhältnissen werden die Eier entnommen, die Küken gehalten und gefüttert. Die Fütterung erfolgt mit einer Kropfsonde. Oft werden auch Jungvögel abgegeben, die noch nicht futterfest sind.

Studien haben ergaben, dass diese Tiere anfällig für Krankheiten sind und die Lebenserwartung niedriger ist, als wie von Artgenossen, die auf natürliche Weise aufgezogen wurden. Außerdem stellen sie sehr hohe Ansprüche an ihren Halter, der diese oftmals nicht erfüllen kann.

Ist das artgerecht? Möchten Sie so einen Vogel?

Praxis

Damit der Jungvogel nicht total vom Menschen abhängig ist, darf er nicht zu früh von den Eltern getrennt werden und der Züchter sollte sich nicht um mehrere Tiere kümmern.

Die Zuwendung sollte allmählich reduziert werden und sollte erst abgegeben werden, wenn er selbstständig und sozialisiert ist, dass heißt, er kann mit Artgenossen umgehen.

Bei Fehlprägungen ist oft die Folge, dass die Tiere zum Rupfen neigen.

Zukünftige Papageienhalter sollten sich schon vor der Anschaffung intensiv mit dem Thema beschäftigen und sich Literatur besorgen.

Zum Beispiel das Buch von Rosemarie Low: Papageien sind einfach anderes.

Tipp

Es hat sich bewährt, erst ein Jungtier zu erwerben, sich mit ihm ausgiebig zu beschäftigen und vielleicht nach einem Jahr einen Partner dazu zu gesellen. Das ergibt interessante Lernprozesse und eine ausgewogene Abhängigkeit. Möglich wären dann auch unterschiedliche Arten, z.B. Graupapagei mit Wellensittich oder andere Konstellationen. So soll auch ein Kater gelitten haben, als sein Kumpel der Wellensittich verstarb.

Zur Haltung eignen sich Schwarzohrpapageien (Pionus menstruus), sie sind pflegeleichter als Amazonen und Graupapageien, neugierig, schonen eher die Möbel, lieben neues Spielzeug und sind für Anfänger eher geeignet.

Wann sollte eine Handaufzucht erfolgen?

  • Elterntiere weisen das Küken ab
  • Elterntiere sind nicht in der Lage, das Küken aufzuziehen

Quelle: WP-Magazin Mai/ Juni 2004

Geschlechtsbestimmung beim Wellensittich

Männchen oder Weibchen erkennt der Halter nicht an dem prächtigen Gefiederkleid oder anhand der Farbe der Wachshaut. Letztere mag bei den wilden Wellensittichen aus Australien klappen, jedoch ist dies durch die Vielzahl an Nachzüchtungen nicht mehr möglich. Es gibt etliche Ausnahmen, daher lohnt es sich, das Verhalten genauer zu beobachten.

Eine blaue Wachshaut macht noch keinen Wellensittich-Mann!

Männchen

  • leuchtende Farben
  • große und gleichmäßige Kehlflecken
  • glattes Gefieder
  • kräftigere Körper
  • längere Schwanz- und Schwungfedern
  • aufrechte Haltung
  • sind den Tag über munter und quicklebendig
  • zwitschern fortlaufend mit lauter Stimme

Weibchen

  • kleiner und unscheinbarer in der Gefiederfärbung
  • kleinere und ungleichmäßige Kehlflecken
  • sitzen oft in gebückter Haltung auf der Stange, leicht aufgeplustert
  • bewegen sich weniger
  • Weibchen füttern sich nicht gegenseitig
  • Zwitschern weniger und leiser

Werden die Tiere in die Hand genommen, so protestieren die weiblichen Tiere meist energisch gegen den Eingriff in ihre persönliche Freiheit, während sich die Männer meist damit abfinden und sich fügen.

Jedes Anzeichen für sich macht noch keine genaue Geschlechtsbestimmung. Jedoch die Häufung an Anzeichen wird die Prozentzahl der Wahrscheinlichkeit entsprechend erhöhnen.

Bei Albinos oder Lutinos bilden sich bei den Männchen meist keine blau gefärbten Wachshäute.

Kranke oder ältere Männchen verlieren oft an blauer Farbe. Dies liegt an der Ausschüttung von Hormonen, welche im zunehmenden Alter abnimmt.

Anders sieht es wieder bei den sogenannten Schauwellensittichen aus. Hier sind es charakteristische Kopfformen, die bei der Geschlechtsbestimmung zählen.

Cites

Was bedeutet CITES

Cites steht für Convention on the International Trade in Endangered Species, dem Übereinkommen zum internationalen Handel von bedrohten Arten, welches am 3. März 1973 in Washington von 21 Staaten unterschrieben wurde.

In Kraft getreten ist es am 1. Juli 1975. Seither sind nun mehr als 150 Staaten, dabei auch Deutschland, beigetreten. Geläufig ist auch der Begriff Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA), was seit 1976 in Deutschland die Grundlage für den Vollzug des Artenschutz bildet.

Was ist in der CITES enthalten?

In ihr stehen alle bedrohten Arten sowie die In- und Exportbedingungen. Ziel ist es, den internationalen Handel, was die Hauptgefährdung für den Wildbestand darstellt, zu überwachen und zu beschränken. Je nach Grad der Schützbedürftigkeit werden sie in drei Anhänge aufgelistet. Für sie gelten unterschiedliche Beschränkungen und werden alle zwei Jahre auf der WA-Vertragsstaatenkonferenz aktualisiert.

Was ist für den Erfolg wichtig?

Vor allem sind hier die Mitgliedsstaaten gefragt, die für deren Einhaltung und Durchsetzung sorgen. Die Staatsgewalten müssen gegen illegale Transaktionen und Wilderein vorgehen.

Nicht nur die Regierungen sind verantwortlich, sondern auch Händler, Käufer, Halter, Züchter und Präparatoren bedrohter Tierarten.

CITES und die EU

Die Europäische Union hat seit 1984 eine Verordnung erlassen, die alle Mitgliedstaaten zur Einhaltung der WA verpflichtet. Seit dem 1. Juni 1997 gelten in der EU neue Richtlinien, z.B. die EG-Artenschutzverordnung 338/ 97, die die seit 1984 bestehende Verordnung ersetzt. Es setzt zum Teil die WA und EU-Richtlinien um. In- und Exporte gelten somit für alle Mitgliedsstaaten einheitlich. Je nach Gefährdungsgrad werden sie in vier unterschiedlichen Anhänge aufgeführt:

Anhang A

Enthält WA Anhang I – Vom Aussterben bedrohte Arten,

  • die durch den Handel beeinträchtigt werden oder

  • die nach Ansicht der EU im internationalen Handel gefragt sind,

dass jeglicher Handel das Überleben der Art gefährden würde. Fast ein fünftel der aufgelisteten Arten gehören zu den Papageienvögeln.

Der Handel, also Kauf und Verkauf, mit diesen Arten ist strengstens verboten. Eine Ausnahme könnten nur Nachzuchten aus Menschenobhut sein, die eine Ausnahmegenehmigung von der zuständigen Vollzugsbehörde erhalten haben. Diese CITES-Bescheinigung ist also für die weitere Vermarktung notwenig.

Anhang B

Enthält WA Anhang II – Arten,

  • deren Erhaltungssituation noch eine wirtschaftliche Nutzung unter wissenschaftlicher Kontrolle zulässt und

  • die international in solchen Mengen gehandelt werden, die das Überleben der Art in bestimmten Ländern gefährden könnte.

Dieser Anhang umfasst alle Vertreter der Papageienvögel, außer

  • im Anhang A aufgelisteten Arten
  • Wellensittich (Melopsittacus undulatus)
  • Nymphensittich (Nymphicus hollandicus)
  • Halsbandsittich (Psittacula krameri)

Anhang C

Enthält WA Anhang III – Arten,

  • die von einer der Vertragsparteien in ihrem Hoheitsgebiet einer besonderen Regelung bedürfen

  • sowie alle anderen vom WA erfassten Arten, die nicht in den Anhängen A oder B enthalten sind.

Von den Papageienvögeln fällt nur der Halsbandsittich (Psittacula krameri) in diese Gruppe.

Anhang D

Enthält alle Arten, bei denen der Umfang der Einfuhr in die Europäische Union eine Überwachung rechtfertigt, um im Falle einer Bestandssituation in den Herkunftsländern und der ermittelten Handelszahlen strengere Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Diese Liste wird gesetzlich bindend, sobald sie im Amtsblatt der EU veröffentlicht wird.

Sonstiges

Der Wellensittich und der Nymphensittich gelten als domestiziert und werden von der CITES nicht erfasst.

Adressen und Links die weiterhelfen:

Bundesamt für Naturschutz – Abteilung Z.3
Konstantinstr. 110
53179 Bonn
Telefon: 0228 84 91 443
Fax: 0228 84 91 470
E-Mail: PBox-CitesMa@BfN.de

Quellen

Stand: Juni 2002

Artenschutzrechtliche Aspekte des Vogelkaufs

Allgemeines

Da auch in Fachkreisen Uneinigkeit herrscht, werden hier einige Punkte erläutert, z.B.:

  • Was gilt als Herkunftsnachweis? Cities-Bescheinigung und/ oder EG Bescheinigung Nr. 224?
  • Muss die gesamte Herkunftskette lückenlos sein?
  • Was wird anerkannt?
  • Was muss diese Bescheinigung enthalten?

Problematik

Alle Papageienarten unterliegen dem Artenschutz, außer:

  • Wellensittich (Melopsittacus undulatus)
  • Nymphensittich (Nymphicus hollandicus)
  • Halsbandsittich (Psittacula krameri)

Lediglich der Halsbandsittich ist im Anhang III des WA geführt. Die anderen Papageienarten werden in Anhang A (streng geschützt) oder B (besonders geschützt) der Europäischen Artenschutzverordnung geführt.

Diese Verordnung setzt das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA bzw. CITES), also das übergeordnete internationale Recht, in europäisches Recht um und wird alle zwei Jahre in der CITES-Konferenz aktualisiert.

Vermarktungsverbot Besitzverbot

leitet sich aus Artikel 8 der EG VO 338/ 97 (zuletzt geändert durch die EG VO 1497/ 2003)

§ 42 (2) Nr. 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG).

Bezieht sich auf den Anhang A und B

Gemäß § 49 hat der Besitzer der zuständigen Behörde auf Verlangen die rechtmäßige Herkunft zu beweisen.

Artikel 8 (5) EG VO: „Die in Absatz 1 genannten Verbote gelten auch für Exemplare des Anhang B, es sei denn der zuständigen Behörde des Mitgliedstaats kann nachgewiesen werden, dass diese Exemplare gemäß den Rechtsvorschriften über die Erhaltung der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten erworben und, falls sie von außerhalb der Gemeinschaft stammen, in die eingeführt wurden.“

Wer lebende Tiere oder Pflanzen der besonders geschützten Arten besitzt oder die tatsächliche Gewalt darüber ausübt, kann sich gegenüber den nach Landesrecht zuständigen Behörden auf eine Berechtigung nachweist oder nachweist, dass er oder ein Dritter die Tiere oder Pflanzen vor ihrer Aufnahme in eine Rechtsverordnung nach § 52 (4) in Besitz hatte.

Das heißt: Umkehr der Beweislast. Sowohl die besonders als auch die streng geschützten Arten dürfen gehalten werden, wenn sie bestimmte Vorraussetzungen erfüllen, wie z.B. ein legaler Import oder eine Nachzucht. Der Besitzer hat jedoch einen Nachweis zu erbringen, was im die Haltung legitimiert. Gerade beim Erwerb ist große Sorgfalt geboten.

Kennzeichnung

Egal wie Sie den Vogel erwerben (Züchter, Fachhandel oder Privatverkauf), wichtig ist, dass er gekennzeichnet ist. In der Regel erfolgt diese Kennzeichnung durch einen Ring am Fuß, aber alternativ ist es auch möglich, ihm einen Transponder (Mikrochip) einzupflanzen.

Erwerben Sie den Vogel ohne eine Kennzeichnung, dann laufen Sie Gefahr, dass er bei einer Kontrolle durch die Behörden das Tier beschlagnahmt wird. Die legale Herkunft dann zu beweisen, wird schwierig.

Bei den Ringen gibt es unterschiedene:

  • Geschlossene
  • Offene
  • Spezielle Artenschutzringe (ebenfalls geschlossen und offene)

Anhand des Ringes lässt sich erkennen, woher der Vogel stammt. Vor Jahrzehnten diente dies der Seuchenvorbeugung, gerade wegen der Psittakose, die damals auch zum Tode führte. Heute kann diese Krankheit mit Antibiotika behandelt werden.

Artenschutzringe/ Transponder sind seit dem 01.01.2001 für gezüchtete Papageien Pflicht, die in Anlage 6 der Bundesartenschutzverordnung (BartSchV) gelistet sind. Darin ist enthalten: Ringgröße, Landeskürzel, Jahrgang und laufende Nummer. Dort sind alle Arten aus dem Anhang A und diverse aus dem Anhang B gelistet. Das EU-Recht sieht eine geschlossene Beringung für Arten des Anhang A vor.

Artenschutzringe und Transponder die vor dem 01.01.2001 verwendet wurden, werden im Allgemeinen anerkannt.

Besitzdokument

Wer einen Papagei erwirbt, braucht ein Dokument, aus dem hervorgeht, dass er der rechtmäßige Besitzer ist. Dies dient allein dem Zivilrecht, artenschutzrechtlich nicht von Interesse.

Solche ein Dokument kann wie folgt aussehen:

  • Lieferschein
  • Rechnung
  • Quittung vom Züchter

Wichtig hierbei, dass Kennzeichen vom Vogel muss vermerkt sein, damit seine Identität zweifelsfrei feststeht.

Ist eine Beringung nicht möglich, z.B. aus gesundheitlichen Gründen, dann muss eine andere Kennzeichnung durch die Behörden genehmigt werden. Die Kopie unbedingt aufheben!

Genauso bei anderen die einen Chip erhalten, wenn der Vogel weniger als 200g wiegt kann er keinen erhalten, so muss auch diese andere Kennzeichnung vorher beantragt werden.

EG-Bescheinigung Nr. 224

Arten im Anhang A dürfen nur dann verkauf werden, wenn eine Befreiung vom Vermarktungsverbot vorliegt. Diese wäre mit der EG-Bescheinigung Nr. 224 gegeben. Sie gilt seit 1997 in der gesamten EU. Die CITES-Bescheinigung reicht nicht, sie enthält keine Vermarktungsgenehmigung. Das heißt, sie müssen eine EG-Bescheinigung Nr. 224 beantragen, wenn Sie einen Anhang A geschützten Vogel veräußern wollen.

Sehen Sie von einem Kauf ab, wenn Sie z.B. einen Hellroten Ara (Ara macao), erwerben und der Verkäufer kein solches Dokument besitzt bzw. nicht aushändigen will. Der Käufer macht sich dann auch strafbar. Sie übrigens auch, wenn es zu einem Kauf kommt.

Herkunftsnachweis

Für den Verkauf und Besitz aller besonders und streng geschützten Arten ist zudem der Nachweis ihrer rechtmäßigen Herkunft erforderlich.

Abgeleitet durch Artikel 8 EGVO 338/ 97 und § 49 Bundesnaturschutzgesetz (Nachweispflicht und Einziehung).

Hier gehen die Meinungen auseinander:

  • Aus diesem Nachweis soll der lückenlose Nachweis hervorgehen, dass heißt auch alle eventuellen Zwischenstationen des Vogels.

  • Andere sind der Meinung, dass nur die Herkunft entscheidend ist, alle anderen Halter wären irrelevant.

Letztere macht eher Sinn, denn wenn ein Halter einen geschlossen beringten Graupapagei (der mehrere Vorbesitzer hatte) erworben hatte, dessen Herkunft aber durch den Ring feststeht, nicht mit den Behörden ärger bekommt, weil Halter Nummer 3 nicht ermittelt werden konnte. Halter Nummer 2 und Nummer 4 könnten Ärger bekommen, da sie wissen müsste, an wen das Tier abgegeben wurde, bzw. von wem sie es übernommen hatten.

Sie sind aber auf der sicheren Seite, wenn Sie alle Vorbesitzer nachweisen können!

Daher kommen in Betracht:

  • CITES-Bescheinigung
  • EG-Bescheinigung Nr. 224
  • Zuchtbeleg, aus dem die relevanten Daten vom Vogel hervorgehen
  • Importbescheinigung, wenn das Kennzeichen vom Vogel hervorgeht
  • Quittungen der Vorbesitzer

Für die 43 Arten im Anhang 5 der Bundesartenschutzverordnung wird kein Herkunftsnachweis gefordert. Sie werden so oft gezüchtet (überwiegend australische Papageien), dass hier darauf verzichtet wird.

Wiederum handelt es sich hierbei um besonders geschützte Arten und zur eigenen Sicherheit sollte trotzdem ein Herkunftsnachweis vorhanden sein.

Auf diesem Gebiet herrscht leider noch Rechtsunsicherheit, was den Herkunftsnachweis in Form eines Zuchtbelegs angeht, der für die Arten im Anhang 5 relevant ist. Der Käufer ist zwar diese Bescheinigung verlangen, der Verkäufer aber nicht, diese für einen beringten (geschlossen) Vogel auszustellen.

Bei offenen Ringen allerdings schon, da damit belegt wird, dass der Papagei aus einer Zucht stammt.

Ihnen als Erwerber bleibt dann nur noch die Möglichkeit, vom Kauf zurückzutreten.

Beispiele

  1. Kuba-Amazone (Amazona leucocephala)

· CITES A (strong geschützt)

· EG-Bescheinigung Nr. 224

· Geschlossener Artenschutzring

· Kaufbeleg (zivilrechtlich)

· Quittungen der Vorbesitzer

  1. Gelbbrustara (Ara ararauna)

· CITES B – Anlage 6 BArtSchV

· Geschlossener Artenschutzring

· Bei alternativer Kennzeichnung nach dem 01.01.2001 Kopien der entsprechenden Bescheinigungen

· Zuchtbeleg

· Kaufbeleg (zivilrechtlich)

· Quittungen der Vorbesitzer

  1. Mohrenkopfppagei (Poicephalus senegalus)

· CITES B – nicht in den Anlagen 5 oder 6 BArtSchV

· Normaler geschlossener oder offener Ring

· Zuchtbeleg

· Kaufbeleg

· Quittungen der Vorbesitzer

  1. Stanleysittich (Platycercus icterotis)

· CITES B – Anlage 5 BartSchV (keine Meldepflicht)

· Normaler geschlossener oder offener Ring

· Zuchtbeleg (emphelenswert)

· Quittungen und Kaufbelege der Vorbesitzer

Was tun wenn ihnen ein Wellensittich zugeflogen ist

Hinweis

Wenn ein entflohener Papagei einen Fußring trägt und eingefangen wird, kann der Eigentümer leicht ermittelt werden. Die Fußringnummer aus deutschen Zuchten sind beim Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe registriert.

Adressen

  • AZ (Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelzucht), Untere Au 30, 71522 Backnang (Anfragen nur schriftlich)

  • Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V., 63225 Langen, Tel.: 06103 91 07 32 (nur telefonische Auskünfte)

Verständigung zwischen Halter und Wellensittich

Rechengenie oder Täuschung?

Ein Beispiel wurde mit einem Papagei durchgeführt, der angeblich rechnen konnte. Der Halter stellte dem Tier eine Rechenaufgabe und der Vogel zog so oft an der Glocke, bis die errechnete Summe zustande kam. Toll, der Vogel kann rechnen… Irrtum… er rechnet nicht, sondern sucht sich eine Person heraus, die für ihn bereits gerechnet hat und achtet auf jede Kleinigkeit.

Er kann in Sekundenschnelle Aktionen aufnehmen und umwandeln. Wenn er z.B. sich eine Person heraus sucht, nickt diese mit dem Ziehen der Glocke. Nach dem Erreichen des Ergebnisses hört die Person auf zu nicken und der Papagei dann ebenfalls mit dem Ziehen an der Glocke. Schon ist die Illusion perfekt! Der Papagei wird aber versagen, wenn keiner vorher das Ergebnis im Kopf bereits errechnet hat.

Ich habe von Fällen gelesen, wo der Züchter den Vogel fragte, ob er denn schon alle neuen Äste begutachtet hat, ohne aber auf eine Regung zu warten. Doch der Vogel turnte plötzlich von Ast zu Ast und ließ dabei keinen aus. Anschließend kam er zur alten Sitzposition zurück. Ist war klar, dass der Vogel die Worte nicht verstand, aber warum reagierte er? Möglich wäre erst einmal der Blickkontakt und nach der Frage vielleicht der Blick zu den Ästen. Außerdem bekommen Lautäußerungen einen fragenden Charakter, wenn die letzte Silbe in der Tonhöhe angehoben wird.

Aber nicht nur sie können dem Vogel zeigen was sie eventuell möchten, sondern sie müssen einmal ihre Tiere beobachten. Zum Beispiel wenn sie ihrem Tier immer wieder ein Salatblatt auf den Volierenboden legen und dieses dort gerne genommen wird. Legen sie es aber eines Tages nicht auf den Boden, sondern spießen es an einem Ast auf, könnte dies auf einmal verschmäht werden, obwohl es sonst gerne genommen wird. Es könnte sich diese Situation ergeben, dass die Wellensittiche erst das Blatt ansehen und gleich danach zum Volierenboden. Mit solchen Kleinigkeiten kann er ihnen zeigen, dass das Salatblatt auf den Boden gehört.

Quelle: WP-Magazin

 

Foto: 23395880 – Gossip © Yuris

Wellensittiche in freier Wildbahn

Im Schwarm fliegen die Vögel sehr eng, so dass Wendungen und Schwenks synchron von allen durchgeführt werden müssen. Diese Flugweise bietet den besten Schutz vor Greifvögeln wie den Falken, die es nicht wagen würden, in eine geschlossene Formation einzudringen. Es werden eher vereinzelte Wellensittiche gejagt, die aufgrund von Krankheit oder Schwäche außerhalb der Formation fliegen.

Einzeln fliegt er viel langsamer und in deutlich erkennbaren Wellenlinien. Vor der Landung hält er die Flügel gespreizt und etwas schräg nach unten gerichtet, wodurch der kleine Vogel schnell und ohne Kraftanstrengung dahingleiten kann.

Um sich am Kopf zu kratzen, führt er seinen Fuß unterhalb des Flügels vorbei. Die Nahrungsaufnahme erfolgt nicht, wie bei vielen anderen Papageien mit dem Fuß zum Schnabel, sondern er nimmt Sie direkt mit dem Schnabel auf.

Er ist in der Lage, über Kopf an Halmen und Zweigen zu hangeln und mit dem Kopf zuunterst herabzuklettern. Genau dies läßt sich auch bei der Käfighaltung beobachten, wenn er an den Gitterstäben herumklettert.

Das Anheben der Flügel ist Teil des Streckens, bei dem die Flügel auch einzeln nach hinten gestreckt werden, wie das gleichzeitig auch mit dem Fuß auf derselben Seite geschieht.

Werden die Flügel leicht vom Körper abgestellt, besonders am Bug, dann ist seine Körpertemperatur zu hoch und er verschafft sich damit Abkühlung. Nach längerem Fliegen oder das Aufhalten in der prallen Sonne ist einer der wenigen Gründe dafür. Teilweise öffnet sich der Schnabel und es wird gehechelt.

Nach dem Gefiederputzen schüttelt er sich, um den Gefiederstaub, Schuppen oder Schmutz loszuwerden, die er mit dem Schnabel gelockert aber nicht entfernen konnte.

Beim Schlafen zieht der Wellensittich ein Bein ins Bauchgefieder und der Kopf wird ins Rückengefieder gesteckt. In der Regel plustert er sich auch auf, vor allem wenn es kühl ist, um somit mehr Wärme zu erlangen.

Das Nickerchen am Tage läuft genauso ab. Fällt ihnen auf, dass Ihr Wellensittich oft tagsüber aufgeplustert auf der Stange sitzt, so könnte er auch krank sein.

Die soziale Lebensweise kennt der Wellensittich von Geburt an, teilweise wird Sie ihm auch angelernt. Hoch im Kurs steht die Gefiederpflege. Schwer erreichbare Stellen (Kopf und Nacken) werden sich gegenseitig zärtlich beknabbert. Möchte ein Vogel „gekrault“ werden, so streckt er den Kopf dem Partner hin oder Artgenossen hin. Die federn sind dabei etwas abgestellt.

Trifft der Kraulende mal eine unangenehme Stelle oder zieht etwas zu fest an einer Feder, so wird leicht mit dem Schnabel gedroht, was jedoch harmlos ist und zetert etwas heftig.

Stimmrepertoire

  • Die Wellensittiche verfügen über viele Lautäußerungen…

  • Flug und Ruhestunden: Hübsches, leises Gezwitscher

  • Balzende Männchen: Heftiges Glucksen und lautes Gezwitscher

  • Streit und ängstliches Fliehen: Heftiges Gezeter

  • Bettelndes Weibchen oder Nestlinge nach Futter: Leise Piepslaute

  • Warnruf: Kurz und scharf

  • Nahrungsaufnahme: Zarte Laute, vergleichbar mit den Finken

  • Lockruf: Kurzer, jedoch nicht durchdringender Tschilplaut. Diese Lauten lassen versprengte Wellensittiche vom Schwarm hören. Ein einzeln gehaltener Vogel antwortet auch so den Spatzen, deren Laute sich ähnlich anhören

Das Grundnahrungsmittel vom Wellensittich ist die tägliche Körnermischung aus dem Fachhandel. Je nach Hersteller schwanken die Mischungen nur geringfügig.

Warum Vögel gerne fremdgehen

London (rpo). Vögel, die mit einem ihrer sehr nahen Verwandten ins Nest hüpfen, gehen häufiger fremd als genetisch sehr verschiedene Paare. Allerdings machen sie das nicht zum allgemeinen Nest-Vergnügen, sondern es ist eine Art Heldentat gegen die Inzucht.

Eng miteinander verwandte Vogel-Partner gehen häufiger fremd als genetisch sehr verschiedene Paare. Indem sie „außerehelichen“ Nachwuchs mit einem weniger nah verwandten Partner zeugen, gleichen die Vögel schädliche Folgen von Inzucht aus und erhöhen so die Überlebensfähigkeit der gesamten Art, berichtet ein Team internationaler Wissenschaftler im britischen Fachblatt „Nature“ (Bd.419, S. 613) vom Donnerstag.

Bart Kempenaers vom Forschungszentrum für Ornithologie der Max- Planck-Gesellschaft im bayrischen Starnberg und seine Mitarbeiter untersuchten die Untreue-Rate dreier eigentlich monogam lebender Küstenvogel-Arten. Dazu verglichen sie das Erbgut verschiedener Elternpaare mit dem ihres Nachwuchses. Je enger die Eltern genetisch verwandt waren, desto häufiger fand sich in den Brutgelegen ein Küken, dass mit einem anderen Partner gezeugt wurde, ergaben die Untersuchungen.

Den Forschern zufolge macht dieses Verhalten Sinn: Enge Verwandte tragen häufig die selben Versionen ihrer Gene. Paaren sich zwei Eltern, die beide eine nachteilige Variante eines Genes tragen, wird diese Eigenschaft mit großer Wahrscheinlichkeit an die Nachkommen weitergegeben. Bei weniger engen Verwandten werden „schlechte“ Genvarianten meist von den Erbanlagen des Partners ausgeglichen.

Extreme Inzucht wird bei Vögeln allerdings meist vermieden. Sehr eng verwandte Partner paaren sich nur, wenn keine Alternative in Sicht ist. Bei vielen Küstenvogelarten kommt dies häufiger vor, da die Tiere in festen Kolonien leben. Bislang wissen die Forscher noch nicht, wie Vögel erkennen, ob ihr Partner mit ihnen verwandt ist oder nicht. Dass sie dies ähnlich wie Nagetiere über ihren Geruchssinn tun, scheint unwahrscheinlich, da dieser bei Vögeln meist schlecht entwickelt ist. Vögel seien eben schlauer und lernfähiger als bisher gedacht, schreibt Arie van Noordwijk vom Niederländischen Institut für Ökologie in einem begleitenden Kommentar zu dem Artikel („Nature“, Bd.419, S. 571).

Quelle: © rp-online, ap, dpa, sid

Die Sterne und Wellensittiche

Ich war noch nie für Horoskope oder ähnliche Wahrsagungen. Auch wenn ich in jungen Jahren regelmäßig in der Bravo das Liebeshoroskop las und mir ehrlich gesagt auch Hoffnungen gemacht hatte, so traten doch solche Vorhersagungen in der Regel nicht ein.

Im WP-Magazin Januar/ Februar 2008 fand sich zum Thema Silvester den Artikel: Sternzeichen, in Verbindung zum Papagei.

Neutral habe ich mich versucht, an das Thema heranzutasten. Hier werde ich kurz aufführen, welche Charaktereigenschaften zu welchem Sternzeichen zuzuordnen sind:

 

Widder – Krieger mit Flügeln

21. März bis 19. April

  • mutig
  • risikobereit
  • sehr aktiv
  • kämpferisch
  • laut und turbulent

Stier – Kleiner Ästhet

20. April bis 20. Mai

  • liebt Schönes
  • Genießer
  • ausgeglichenes Wesen

Zwilling – Übermut im Federkleid

21. Mai bis 20. Juni

  • hohe Sprechbegabung
  • kommen locker und leicht durchs Leben
  • sind ständig in bewegung
  • witzig und charmant
  • intelligent
  • brauchen viel Abwechslung

Krebs – Sensibelchen

21. Juni bis 22. Juli

  • empfindlich und zart
  • legt Wert auf ein schönes Zuhause
  • darunter nicht nur sein Käfig, sondern auch die Wohneinrichtung
  • braucht ein gewisses Maß an Bewegung

Löwe – Selbstbewusster

23. Juli bis 22. August

  • Chef der Familie
  • strahlende, charismatische & majestätische Aura
  • enromes Selbstbewusstsein
  • mutig und furchtlos
  • übernimmt gerne die Führungsrolle

Jungfrau – Ordnungsliebhaber

23. August bis 22. September

  • braucht viel Beschäftigung
  • Spielzeug wird in seine Einzelteile zerlegt
  • mag kein Rampenlicht
  • bleibt still und beobachtet aus dem Hintergrund
  • mag Ordnung. Unordnugn würde eine spontane Mauser auslösen 😉
  • verträgt keine Ungerechtigkeit, achtet auf Geben und Nehmen

Waage – Liebenswerter

23.September bis 22. Oktober

  • gesellige und liebenswert
  • besonderen Sinn für Farben und Formen
  • gepflegtes Erscheinungsbild

Skorpion – Powerpaket

23. Oktober bis 21. November

  • hartnäckig und explosiv
  • mag verbotene Dinge
  • zielstrebig

Schütze – Suchender

22. November bis 21. Dezember

  • auf der Suche nach Weisheit und große Abenteuer
  • temperamentvoll
  • erkundet alle Räume

Steinbock – Erfolgreich

22. Dezember bis 19. Januar

  • still und unaufdringlich
  • geduldig

Wassermann – Trendsetter

20. Januar bis 18. Februar

  • kritisch
  • kleiner Rebell
  • gesellig und liebt Neues
  • ein Freak mit ständigen neuen Einfällen

Fisch – Träumer

19. Februar bis 20. März

  • intuitiv
  • mitfühlend
  • herzenswarm
  • zartes und sanftes Wesen
  • reich an Phantasie

Die Balz und Partnerwahl bei Wellensittichen

Allgemeines

Bei Anfängern in der Wellensittich-Haltung kann es schon mal passieren, dass uns einige Verhaltensweisen merkwürdig und fremdartig vorkommen. Gefährlich wird es dann, wenn natürliche Verhaltensweisen als krankhaft eingestuft werden oder gar erste Anzeichen für Krankheiten übersehen. Darum oberstes Gebot, lernen sie die Eigenheiten und Verhaltesweisen ihrer Pfleglinge kennen. Nur so lassen sich im Vorfeld viele Gefahren erkennen und vorbeugen.

Wenn die Balz vor der Tür steht, dann hat der Halter die Gelegenheit, einer der schönsten im Momente im Leben der Wellensittiche zu beobachten. Denn die Balz hat seinen ganz besonderen Reiz. Die Männchen müssen sich unter Umständen tagelang bemühen, die Gunst der Weibchen mit Gesang und Zurschaustellung ihres prächtigen Gefieders zu erlangen. Erst wenn beide sich gegenseitig füttern, ist die Paarbindung vollzogen und diese hält in der Regel ein ganzes Wellensittichleben, denn Wellensittiche leben monogam.

Die Balz und Partnerwahl

Wellensittich-Männchen beginnen schon im Alter von vier Monaten mit der Partnerwahl. Er fängt sein Werben mit lauten, schmetternden Gesang an, zeigt seiner Auserwählten imposante Flugmanöver und landet wieder dicht neben ihr, um sie mit seinen rhythmischen Kopfbewegungen zu animieren.

Die Weibchen hingegen lassen es sich nicht nehmen, umworben zu werden und zeigen vorerst kein Interesse an den Künsten des werbenden Wellensittich-Männchen. Unter Umständen findet das Weibchen die Matcho-Anmachen als eher störend und versucht den Werber mit Schnabelhieben zu vertreiben.

Als Beobachter jetzt aber keinen Schreck bekommen. Dieses Verhalten dient nicht der Abschreckung, sondern dem Ansporn. Das Männchen soll sich nun noch mehr Einfallen lassen, um seiner Zukünftigen zu gefallen. Des wegen werden die Bewegungen, besonders die Versuche seinen Fuß auf den Schwanz oder Rücken zu stellen immer intensiver und die typischen Kopfbewegungen ausladender.

Wenn sie endlich nachgibt, dann erwidert sie je nach Temperament die gleichen Bewegungen und lässt sich eventuell auch schon bereitwillig füttern. Wenn die Erregung am höchsten ist, dann verengen sich ihre Pupillen zu kleinen schwarzen Punkten.

Partnerwahl

Forscher sind der Meinung, dass nicht die Stimme oder das Imponiergehabe die Weibchen beeindrucken, sondern das äußere Erscheinungsbild und die Anzahl bzw. Größe der Kehlflecken.

Ich bin der Meinung, dass oftmals aber die Umstände in der Voliere und die Sympathie eine große Rolle spielen. Denn wenn nur wenige Wellensittiche gehalten werden, bleiben den Tieren ja kaum Auswahlmöglichkeiten, die Anzahl der Konkurrenten ist ebenfalls sehr entscheidend. Vielleicht muss man hier zwischen freilebenden Wellensittichen und Volierentieren unterscheiden.

Wellensittiche sind nun mal Individuen und passen in keine Schablone. Wie der Mensch hat jeder Vogel seinen eigenen Charakter und Vorlieben. Außerdem spielen die äußeren Umstände und das Alter eine entscheidende Rolle. Jüngere Tiere sind vielleicht noch etwas unbeholfen und balzen oft heftiger. Ältere Wellensittiche, welche eventuell schon einmal verpaart waren, gehen nicht ganz so forsch, aber trotzdem zielstrebig an die Sache.

Wie sehen sie das? Oder haben sie andere Erfahrungen gemacht?

Bei größeren Gruppen umwirbt das Männchen gleich mehrere Weibchen gleichzeitig. Dabei kann es schon einmal passieren, dass bei den abweisenden Schnabelhieben einige federn verloren gehen. Diejenige die nachgibt, erhält den „Zuschlag“. Aber Konkurrenten sind nicht weit und Neid und Eifersucht steht an der Tagesordnung. Andere Männchen versuchen nun die Paarbindung zu stören und zu unterbinden. Fremde Weibchen störend das gegenseitige Füttern usw. Hat das frisch vermählte Pärchen doch aller Schwierigkeiten zueinander gefunden, hält die Bindung in der Regel ein Leben lang und alle Unternehmungen bestreiten sie gemeinsam. Außer die Wahl und Qual der Brutmöglichkeiten bleibt allein dem Weibchen überlassen.

Fall aus der Praxis

Die lebenslange Treue, auch nach einer Trennung, ließe sich dadurch beweisen, dass ein Wellensittich-Pärchen getrennt wurde, aber noch Hör-Kontakt hatte. Nach fünf Jahren wurden sie zusammen geführt und beide erkannten sich sofort, begangen sich zu füttern und pflegten sich gegenseitig das Gefieder. Auch nach einem halben Wellensittichleben können sich Wellensittiche genau an der Stimme wieder erkennen.

Wissenschaftler aus aller Welt beobachten gerne die possierlichen Wellensittiche. Das liegt unter anderem an ihre vielfältigen Verhaltensweisen und die Leichtigkeit bei der Beobachtung. Denn auch bei der Balz und Aufzucht der Jungen lassen sie sich in der Regel nicht durch unsere Anwesenheit stören.

Quelle: WP-Magazin

Im Gedenken an Lucy

Am 21. Dezember 2008 war leider der Tag gekommen, auf welchen ich mich schon seit Monaten im Kopf eingestellt hatte.

Lucy, die alte Wellensittich Dame, verstarb nach 3 Jahren Aufenthalt bei uns. Wir hatten sie damals bei uns aufgenommen, da sie ihr Männlein verlor. Unsere Nachbarin hielt sie damals dann noch allein in einem Käfig. Sie tat mir leid, denn es sah im Käfig karg aus. Daher entschlossen wir uns, sie mit unserem damaligen Mavi zu verpaaren.

Nach anfänglichen Problemen funktionierte die Hass-Ehe. Hass-Ehe? Naja… zwar waren sie oft zusammen, aber Lucy setze dem Mavi auch ganz schön zu. Dazu zählte auch das Schwanzanhacken, so dass dieser am Ende gespalten aussah. So ähnlich wie bei einer Meerjungfrau.

Leider verstarb Mavi nach einigen Wochen, so dass Lucy wieder allein zu Haus war. Danach gesellten sich meine heutigen Wellensittiche Leo, Lara und Louis dazu. Sie verbrachte noch einige schöne Jahre in der geräumigen Voliere.

Ruhe in Frieden Lucy!

Macht Vogelfutter high?

„Und ist vom Hanf Ihr Kröpfchen voll, wird laut das Lied und liebestoll.“

(Aus der Vogelfutter-Werbung für „Hänfling“ –Kraftnahrung) Gestern, Amtsgericht Tiergarten. Es geht um 50 Kg Vogelfutter, verpackt in 10-Gramm-Tütchen á 8 DM. Aufschrift: „Hänfling-Spezial-Kraftfutter für Vögel, 100% Cannabis“.

Angeklagt

Vier Manager vom „Hanfhaus“ Berlin.

Vorwurf

Handel mit Betäubungsmitteln, laut Anklage sollten die Kunden des HanfHauses dazu verleitet werden, aus dem Vogelfutter Cannabispflanzen zu züchten.

Beweis

Der Liebestolle Reim auf der Packung / „Und ist vom Hanf Ihr Kröpfchen voll, wird laut das Lied und liebestoll.“ „Für unsere gefiederten Freunde ist Hanf das Filetstück unter den Samenkörnern“, so der angeklagte Geschäftsführer Mathias B., 46 (trug bis auf die Lederschuhe nur Hanfsachen am Leib), „ein ganz besonderer Leckerbissen.“ Nicht nur für den gemeinen Hänfling (Arduelis Cannabina), auch für Sittiche, Kanarienvögel und Papageien. Quintessenz der Tütenwerbung: „Gönnen Sie Ihrem Lieblingen dieses Hochgefühl –mit natürlicher Kraftnahrung aus frischen, unbehandelten Hanfsamen.“

Verteidigung

Im Hanfsamen sei nicht eine Spur des Wirkstoffes THC, so die Anwälte. Und auch nur weibliche Pflanzen produzieren überhaupt die Droge. Die Anklage sei also so, als wolle man einem Waffenhändler wegen Mordes verurteilen, weil mit einer von ihm verkauften Pistole ein Mensch erschossen wurde.

Quelle

  • Bericht aus der BZ (Berliner Zeitung) 03/2001