Archiv der Kategorie: Krankheiten

Zuckerkrankheit – Diabetes mellitus

Eventuelle Anzeichen

  1. vermehrte Flüssigkeits- & Futteraufnahme
  2. flüssiger Kot
  3. oft müde und träge
  4. Apathie

Mögliche Ursachen

  1. bisher ungeklärt

Behandlung

Auf jeden Fall den Tierarzt aufsuchen, dieser veranlasst eine Blutuntersuchung. Bei gesunden Sittichen liegt der Blutglucosewerte für zwischen 190 mg/100 ml Serum und 550 mg/100 ml Serum.

Betroffene Tiere haben einen deutlich höheren Wert.

Die Behandlung ist aufwendig und schwierig, denn täglich muss Insulin gespritzt werden. Eine gut durchgeführte Therapie und eine strenge Diät können ihm zu einem längerem Leben verhelfen.

Allerdings sollte beachtet werden, dass die täglichen Spritzen, verbunden mit Zwangsmaßnahmen (Einfangen & Festhalten) zu starkem Stress führen. Dies könnte zu Folgekrankheiten führen und ist nicht immer Artgerecht.

Sprechen Sie mit ihrem Tierarzt, der Einzelfall entscheidet.

Wundversorgung

Eventuelle Anzeichen

  1. Verkrustetes Gefieder
  2. Blutungen am Vogel
  3. Blut auf dem Käfigboden
  4. Picken an Körperstellen

Mögliche Ursachen

Verschiedene Wundarten:

  1. Stich-, Biss-, Riss-, Schürf-, Platz-, Brand- oder Schusswunden

Entstehung durch:

  1. Gegenfliegen
  2. Bisse
  3. Picken bei Juckreiz
  4. durch andere Gegenstände
  5. usw.

Behandlung

Um die Wunde richtig lokalisieren zu können, wird es wahrscheinlich notwendig sein, dass die Wunde erst einmal freigelegt werden muss, dass heißt, sie zupfen die umliegenden verklebten Federn und waschen überflüssiges Blut ab. Vorsicht, beim Waschen darf der Vogel nicht abkühlen. Vorsicht auch für Blutverluste und Schock.

Wenn die Blutung noch läuft, dass muss eine Blutstillung vorgenommen werden. Fremdkörper, wie z.B. Holzstückchen müssen behutsam mit einer Pinzette entfernt werden. Achten Sie aber darauf, dass der Fremdkörper nicht bricht, also dass nichts in der Wunde verbleibt.

Verschmutzungen mit Kochsalzlösung oder Wasser reinigen, anschließend mit Jodlösung betupfen. Bei Bisswunden sollten Sie doch lieber den Tierarzt aufsuchen, der die Wunde antibiotisch versorgt. Es besteht hier die Gefahr, dass eine Infektion entsteht.

Größere und tiefe Wunden müssen mit einem Verband verbunden werden. Bei Pickversuchen sollte sogar ein Halskragen angelegt werden.

Vergiftungen

Eventuelle Anzeichen

  1. Siehe Tabelle
  2. meist nur durch Beobachtung feststellbar, zum Zeitpunkt der Aufnahme giftiger Substanzen

Mögliche Ursachen

  1. Aufnahme von Giftstoffen über Magen-Darm-Trakt
  2. Atemwege
  3. Haut
  4. Injektion von Medikamenten

Wichtige Faktoren sind u.a. Dosis, aufgenommene Menge, Häufigkeit, individuelle Konstitution und Kondition (Alter, Art, Gesundheitszustand).

Behandlung

Mit einer konzentrierten Kochsalzlösung (10 TL Kochsalz auf einem Liter Wasser) wird ein Erbrechen herbeigeführt. Dies eignet sich um Giftstoffe aus den Körper zu bekommen. Sind die Stoffe im Magen-Darm-Trakt, so ist die Einnahme von absorbierenden Stoffen erforderlich. Dazu eignen sich Tierkohle, Bariumsulfat, Heil- oder Kieselerde. Milch ist nicht geeignet, da ansonsten die Giftstoffe beschleunigt werden kann.

Vogel gründlich abspülen. Setzen Sie ihn an die frische Luft. Achten Sie jedoch darauf, dass dieser nicht feucht ist, wenn er der Luft ausgesetzt wird. Standartmaßnahmen wie Wärme, Ruhe, Eingabe von Vitaminpräparaten und ähnliches sind anzuraten. Beachten Sie auch die Behandlung von anderen Notfällen, wie z.B. Schock, Stress, Krämpfe usw. Gezielte Bekämpfung der Giftstoffe sollten nur vom Arzt durchgeführt werden. Deswegen sollten Sie auch immer die Adresse und Rufnummer einer Giftzentrale zur Hand haben. Diese haben sich meist zwar nur auf Humanmedizin gerichtet, beschäftigen sich aber auch teilweise mit Tieren. Auskünfte werden erteilt.

Hinweis

Selbst Gardinenbänder können Vergiftungen herbeiführen.

Verstopfungen

Eventuelle Anzeichen

Kropfverstopfung Magen-/ Darmverstopfung
  • Würgen
  • Nahrungsverweigerung
  • Vorwölbung im Kropfbereich
  • eventuell Fremdkörper fühlbar
  • keine Kot wird abgesetzt
  • Anzeichen wie bei der Kropfverstopfung
  • eventuelles Pressen, um Kot abzusetzen
  • siehe auch Legenot

Mögliche Ursachen

Kropfverstopfung Magen-/ Darmverstopfung
  • Großer Verzehr von:
    • Käse
    • Brot
    • Karottenstückchen
    • Einstreu
    • Steinen
    • Sand
    • usw.
  • Andere Krankheiten:
    • Hängekropf
    • Kropferweiterung
    • Kropflähmung
    • Tumor im oder am Kropf
  • Fremdkörper
    • Steine
    • Sand
    • Plastikteile
  • Würmer, die ganze Knäule bilden können
  • Gestörter Nahrungsweitertransport, z.B.:
    • Neurogene Drüsenmagendilatation
    • Dahmlähmung nach Stürzen
    • Entzündungsprozesse in der Darmwand
  • Kompression des Magen-Darm-Traktes von Außen, z.B.:
    • Tumoren
    • Legenot
  • Kotanschoppung nach Kloaken-, Darm- oder Eileitervorfall

Behandlung

Kropfverstopfung Magen-/ Darmverstopfung
Sie sollten den Kropf vom Vogel vorsichtig abtasten, um so eventuell festzustellen, was sich wo im Kropf befindet. Durch Flüssigkeitseingaben und Massagen weichen sie den Inhalt auf, führen noch einige Tropfen Speiseöl ein und massieren vorsichtig so den Inhalt aus dem Tier.Sie können noch ein Erbrechen provozieren, indem sie dem Vogel eine Kochsalzlösung (10 Teelöffel Kochsalz auf einen Liter Wasser) einflößen.Führen die oben beschriebenen Maßnahmen nicht zum Erfolg, dann muss sofort der Tierarzt aufgesucht werden, da wahrscheinlich ein chirurgischer Eingriff notwendig ist. Führen Sie dem Vogel ca. 0,1 – 0,5 ml Paraffin- oder Speiseöl ein. Zeigen sich innerhalb einiger Stunden keine Besserung, dann suchen sie umgehend den Tierarzt

Vergiftungen

Eventuelle Anzeichen

  1. Siehe Tabelle
  2. meist nur durch Beobachtung feststellbar, zum Zeitpunkt der Aufnahme giftiger Substanzen

Mögliche Ursachen

  1. Aufnahme von Giftstoffen über Magen-Darm-Trakt
  2. Atemwege
  3. Haut
  4. Injektion von Medikamenten

Wichtige Faktoren sind u.a. Dosis, aufgenommene Menge, Häufigkeit, individuelle Konstitution und Kondition (Alter, Art, Gesundheitszustand).

Behandlung

Mit einer konzentrierten Kochsalzlösung (10 TL Kochsalz auf einem Liter Wasser) wird ein Erbrechen herbeigeführt. Dies eignet sich um Giftstoffe aus den Körper zu bekommen. Sind die Stoffe im Magen-Darm-Trakt, so ist die Einnahme von absorbierenden Stoffen erforderlich. Dazu eignen sich Tierkohle, Bariumsulfat, Heil- oder Kieselerde. Milch ist nicht geeignet, da ansonsten die Giftstoffe beschleunigt werden kann.

Vogel gründlich abspülen. Setzen Sie ihn an die frische Luft. Achten Sie jedoch darauf, dass dieser nicht feucht ist, wenn er der Luft ausgesetzt wird. Standartmaßnahmen wie Wärme, Ruhe, Eingabe von Vitaminpräparaten und ähnliches sind anzuraten. Beachten Sie auch die Behandlung von anderen Notfällen, wie z.B. Schock, Stress, Krämpfe usw. Gezielte Bekämpfung der Giftstoffe sollten nur vom Arzt durchgeführt werden. Deswegen sollten Sie auch immer die Adresse und Rufnummer einer Giftzentrale zur Hand haben. Diese haben sich meist zwar nur auf Humanmedizin gerichtet, beschäftigen sich aber auch teilweise mit Tieren. Auskünfte werden erteilt.

Hinweis

Selbst Gardinenbänder können Vergiftungen herbeiführen.

Verbrennungen

Eventuelle Anzeichen

  1. Hautrötungen
  2. Brandwunden
  3. Austrocknung mit Schockanzeichen
  4. eventl. Rauchvergiftung (Vogel atmet heftig, nackte Hautstellen ums Auge)

Mögliche Ursachen

  1. Heiße Kochtöpfe und Pfannen
  2. Herdplatten
  3. Friteuse
  4. Waffeleisen
  5. Bügeleisen
  6. Wärmestrahler
  7. elektrischer Schlag (z.B. Stromkabel)

Behandlung

Frische Luft und Versorgung der Brandwunden sind die ersten Maßnahmen. Spülen Sie diese mit Wasser ab oder legen Sie etwa 20 Minuten eine Kühlpackung auf die betreffende Stelle, z.B. mit einem Eiswürfel in einem Beutel. Anschließend schützen Sie diese mit einer Wundauflage, um mögliche Infektionen zu verhindern. Wundsalben eignen sich bei Vögeln keineswegs. Die würden dazu führen, dass diese aufgepickt werden und womöglich im inneren unerwünschte Nebenwirkungen herbeiführen.

Den Flüssigkeitsverlust sollte mit einer Kochsalzlösung (1 TL Kochsalz in 1 l Wasser) ausgeglichen werden. Unter Zuhilfenahme einer Einwegspritze diese dem Vogel langsam einflößen. Bei Stromschlägen ist Vorsicht angesagt. Bringen Sie den Vogel mittels nichtleitenden Gegenstand (z.B. Holz) aus dem Gefahrenbereich. Um weitere Komplikationen zu vermeiden, suchen Sie einen geeigneten Arzt auf.

Hinweis

Küchen bieten Gefahrenquelle Nummer 1 in Sachen Verbrennungen und Ätzungen. Halten Sie daher den Vogel fern aus diesem Bereich.

Verätzungen

Eventuelle Anzeichen

  1. Hautwunden bei äußerlichem Kontakt mit dem Reizstoff
  2. Speicheln oder Würgen bei Aufnahme des Stoffes über den Schnabel

Mögliche Ursachen

  1. Aufnahme oder Kontakt mit Reizstoffen (Säuren oder Laugen), z.B. Chlor, Ammoniakreiniger, ätzende Pflanzensäfte

Behandlung

Bei Hautkontakt sollte der Vogel gründlich mit Wasser abgespült werden, eventl. auch mit einem milden Shampoo. Falls notwendig, schneiden Sie die betreffenden Federn ab. Vermeiden Sie es, den Vogel zu reiben. Bei Aufnahme durch den Schnabel, spülen Sie die Schnabelhöhle gründlich mit Wasser aus. Danach müssen absorbierende Mittel (z.B. in Wasser aufgelöstes Bariumsulfat, Heilerde, Tierkohle oder Kieselerde) eingegeben werden.

Wie schon bei den anderen Notfällen, bleibt der Arztbesuch nicht aus.

Stress

Eventuelle Anzeichen

Akuter Stress:

  1. Apathisches Verhalten
  2. geschlossene Augen bis hin zu Schockanzeichen

Chronischer Stress:

  1. Appetitmangel
  2. Gewichtsabnahme
  3. hektische Verhaltensweisen mit Neigung zum Rupfen bis hin zur Automutilation (Selbstverstümmelung durch Benagen)

Mögliche Ursachen

  1. Ortswechsel
  2. Transporte
  3. soziale Auseinandersetzungen (Rangeleien, Jagen durch Partner)
  4. Angriffe durch andere Tier
  5. Eingriffe durch den Menschen
  6. Hitze- oder Kältestress
  7. unzureichende Fütterung oder Hygiene
  8. Dauerberieselung durch TV oder Radio

Behandlung

Nur durch Erfahrung, gute Beobachtungen und Kenntnis über die eignen Vögel könnten Ursachen festgestellt werden.

In anderen Fällen sollte der Arzt aufgesucht werden.

Stöße im Kopfbereich

Eventuelle Anzeichen

  1. Vogel sitzt taumelig auf dem Boden
  2. geschlossene Augen
  3. eventuell Blutungen im Kopfbereich
  4. Kopfverdrehungen
  5. Krämpfe
  6. Beinlähmungen

Mögliche Ursachen

  1. Fliegen gegen Scheiben, Spiegel und ähnliches
  2. Schnabelhiebe von Artgenossen auf den Kopf

Behandlung

Betreffenden Vogel in eine ruhige und leicht abgedunkelte Umgebung setzen. Eine Sitzstange bodennah anbringen und eventuell Boden mit einem weichen Material (z.B. Handtuch) abpolstern. Auf eine Rotlichtbehandlung sollte verzichtet werden. Schädelfrakturen und ausgedehnte Gehirnblutungen geben kaum eine Chance für betreffende Vögel, Sie sterben innerhalb kürzester Zeit. Bei Geringere Gehirnblutungen oder –Quetschungen Sie es besser aus. Sie heilen innerhalb Tagen und Wochen. Gehirnerschütterungen sogar innerhalb von Stunden.

Auch hier suchen Sie lieber einen Arzt auf.

Schwungfedern wachsen nicht

Eventuelle Anzeichen

  1. fehlende Schwung- und Schwanzfedern
  2. keine Flugmöglichkeit, obwohl Wille vorhanden ist

Mögliche Ursachen

  1. Infektionskrankheiten (durch Viren, Bakterien und Parasiten)
  2. Organschäden
  3. hormonelle Störungen
  4. unausgewogene Zusammensetzung der Nahrung
  5. Haltungsdefizite (Platzmangel, fehlendes UV Licht und geringe Luftfeuchtigkeit)
  6. Langeweile
  7. soziale Konflikte
  8. Federnrupfen des Partners (übermäßige Dominanz, die zu einer übersteigenden Gefiederpflege führte)

Behandlung

Aufgrund der vielen vorhandenen Ursachen ist eine Einheitstherapie nicht möglich. Das Rupfen kann auch zur geliebten Gewohnheit werden, dies macht eine Behandlung schwierig.

In jedem Fall sollten die Ursachen eingegrenzt werden und das Aufsuchen eines Tierarztes bleibt unumgänglich. Im Bedarfsfall kann dieser geröntgt werden und eine Blut- bzw. Kotuntersuchung kann erfolgen.

Dann sollte überprüft werden, was der betreffende Vogel frisst. Lässt er einige Sachen liegen und selektiert immer das was ihm schmeckt.

Hinweis

Die Schwungfedern wachsen nicht gleich bei der ersten Mauser nach. Manchmal dauert es einige Mausen, bis sich das Federnkleid völlig aufgebaut hat. Die ersten Flugversuche werden scheitern, da beim Flug sich alle Federn gegenseitig stützen. Fehlen einige, so sind mechanische Probleme vorprogrammiert.

Schock

Eventuelle Anzeichen

  1. sehr apathisches Verhalten
  2. Sitzen auf dem Käfigboden
  3. gesträubtes Gefieder
  4. geschlossene Augen
  5. kalte, blass-bläuliche Haut
  6. angestrengte Atmung

Mögliche Ursachen

  1. Blutverluste
  2. Infektionen
  3. Vergiftungen
  4. Herz-Kreislauf-Störungen
  5. extremer Stress
  6. Flüssigkeitsverluste
  7. Hitzschlag
  8. Verbrennungen
  9. usw.

Behandlung

Falls Blutung vorhanden, sollte diese zuerst versorgt werden. Eine warme, ruhige und leicht abgedunkelte Umgebung sollte für ihn vorhanden sein. Wenn möglich, flößen Sie ihm Nährflüssigkeit ein, welche mit schwarzem Tee (kreislaufanregend) gemischt wird.

Häufiges Anfassen sollte vermieden werden. Zur Absicherung ist die Diagnose eines Arztes wichtig.

Schnabelräude

Anzeichen

Haut, Schnabel, Füße und Kloakenausgang können betroffen sein. Sie betroffenen Partien sind geschwollen und borkig. Bei genauer Betrachtung sind auch kleine Löcher im Gewebe zu erkennen. Das sind die Bohrgänger der schmarotzenden Milben, sie leben von Hautbestandteilen und Sekreten ihres Wirts.

Ursachen

Bei einem guten Immunsystem liegen einzelne Milben reaktionslos in der Haut des Wellensittichs. Bei Stress oder sonstiges Immunschwächen können sich die Milben in der Haut vermehren. So kann es sich erklären, dass auch nach Jahre, bei einzeln gehaltenen Wellensittichen zu Schnabelräude kommt.

Folgen

Es bilden sich Entzünden und Juckreiz. Betroffene Wellensittiche tippeln auf der Stange und putzen sich häufiger am After. Im Schnabelbereich wird die Wachstumszone angegriffen, was im Laufe der Zeit zu irreparablem Schiefwachstum führt.

Fußringe wachsen in die Haut ein und es kommt da zu starken Anschwellungen der gestauten Zehen.

Die Übertragung erfolgt per Kontakt zu Wellensittich zu Wellensittich.

Behandlung

Zwar werden im Fachhandel Milben Sprays angeboten, doch die zeigen oft keine Wirkung. Besser ist es, den Tierarzt aufzusuchen, der wie folgt vorgeht:

  • Im fortgeschrittenen Stadium wird unter Narkose der Fußring entfernt, wenn dieser eingewachsen ist
  • die Hautstellen werden mir Paraffinöl eingepinselt, damit die Bohrgänge verstopft werden
  • es wird ein starkes Milbenmittel auf die Haut aufgetragen, dieses gelangt von dort ins Blut und bekämpft somit noch die Milben über den Blutweg.

Die Behandlung kann sich unter Umständen über Wochen hinziehen, je nach dem wie stark der Wellensittich betroffen ist. Wenn die Krankheit frühzeitig erkannt wird, sind die Heilchancen sehr gut, ansonsten kann es dazu kommen, dass der Schnabel dauerhaft schief bleibt und regelmäßig gekürzt und gefeilt werden muss.

Quelle: WP-Magazin

Nasenausfluss

Eventuelle Anzeichen

  1. Sekrete treten aus den Nasenlöchern hervor,
  2. Gefieder ist im Nasenbereich verklebt
  3. Niesen
  4. Kratzen an den Nasenlöchern
  5. nasale Atemgeräusche „Schniefen“
  6. eventl. unterhalb der Augen angeschwollene Nasennebenhöhlen

Mögliche Ursachen

  1. Infektionen durch Viren, Bakterien, besonders Chlamydien (Erreger der Psittakose) und Pilze
  2. Reizungen der Nasenschleimhäute durch Rauch
  3. Fremdkörper
  4. Staub oder reizende Dämpfe

Behandlung

Um eine Ausbreitung zu anderen Tieren zu verhindern, isolieren Sie den kranken Vogel. Denken Sie daran, dass Sie sich möglicherweise selber mit der Papageienkrankheit anstecken können. Hygiene versteht sich da von selber. Die Nasenlöcher mit Wattestäbchen und verdünntem Kamillentee reinigen. Danach mit einer Pinzette Tee in die Nasenlöcher träufeln. Dies löst meist ein heftiges Niesen aus. Drei bis fünfmal täglich die Nase mit einem Wärmestrahler behandeln. Die Entfernung zum Vogel ca, 50 cm.

Sollte die Behandlung nach einem Tag nicht anschlagen, so ist es sinnvoll, einen Tierarzt aufzusuchen, welcher anhand vom Nasenabstrich die Ursache herausfinden kann.

Nahrungsverweigerung

Eventuelle Anzeichen

  1. keine Futteraufnahme
  2. Apathie
  3. Aufplustern, um Kalorienverbrauch zu reduzieren
  4. kleine Kotmengen bzw. reinem Urin oder reiner Harnsäure
  5. Brustmuskulatur reduziert
  6. Brustbein tritt deutlich hervor

Mögliche Ursachen

  1. Infektionen
  2. Organerkrankungen
  3. Tumoren
  4. Verstopfung
  5. Stress
  6. Futterplatz kann aufgrund Verletzungen oder Vertreibung durch andere Tier nicht erreicht werden

Behandlung

Um die Ursachen einzugrenzen, hilft nur das Aufsuchen des Tierarztes. Als erstes ist es wichtig, den schwachen und kraftlosen Vogel Wärme und Kalorien zuzuführen. Halten Sie den betreffenden in einer Krankenbox mit Wärmezufuhr. Eine Nährlösung kann alle drei Stunden in kleinen Schlucken eingeflößt werden.

Sog. Kropfsonden sollten nur von erfahrenen Leuten eingesetzt werden. Lieber als Unerfahrender Pinzetten oder Einwegspritzen verwenden. Lassen Sie zwischen den Schlucken etwas Zeit verstreichen, damit der Vogel Zeit hat, die Flüssigkeit in Ruhe zu schlucken. Haben Sie Geduld und Nachsicht. Die Flüssigkeit wird oft wieder herausgeschleudert.

Kropfentzündung

Eventuelle Anzeichen

  1. Erbrechen
  2. verklebtes Kropfgefieder

Mögliche Ursachen

  1. Einsamkeit
  2. ungeeignetes oder verdorbenes Futter, wie z.B. in Honig getränkte Knabberstangen. Diese ändern die Zusammensetzung der Flüssigkeit im Kropf. Denn obwohl Honig süß ist, entsteht ein „saurer Kropf“.
  3. Infektionen mit Bakterien
  4. Pilze

Anmerkung

Der Kropf ist eine sackartige Ausstülpung der Speiseröhre. Dort wird das Futter eingeweicht und vorverdaut, bevor es den Wellensittichmagen erreicht. Bei der Aufzucht dient es auch der Fütterung der Jungtiere. Man nennt den Kropf auch die „Einkaufstasche“. Die Eltern würden das vorverdaute Essen wieder hoch und füttern damit Ihre Jungtiere. Bei der Paarung dient es auch der Annäherung. Männliche Wellensittiche würgen ebenfalls vorverdautes Essen hoch und füttern damit Ihr Weibchen.

Da man nicht immer ein Erbrechen beobachten kann, ist das verklebte Gefieder ein 100% Anzeichen. Hier sollten die Alarmsirenen sofort anschlagen.

Sollten Sie ein Erbrechen beobachten, ist dies kein 100% Anzeichen für eine Kropfentzündung. Denn Erbrechen kann auch andere Ursachen haben.

Hier einige Beispiele:

  • Störung der Verdauung
  • Nierenschäden
  • Going-light-Syndrom

Behandlung

Als erstes muss die Ursache ermittelt werden. Bei Einsamkeit kann schon ein richtiger Partner die Ursachen aufheben. Denn ein Wellensittich braucht als Schwarmvogel immer mindestens einen Artgenossen.

Grundsätzlich ist aber zu beachten, dass wenn ein Wellensittich erbricht, ist dieser immer ein Fall für den Tierarzt. Warten Sie also nicht zu lange. Denn es kann sein, das der Wellensittich verhungert, obwohl er vor einem gefüllten Futternapf steht, denn er kann das Futter nicht mehr verdauen.

Krämpfe

Eventuelle Anzeichen

  1. fallen von der Stange
  2. Zucken, Zittern, Zusammenkrampfen der Zehen
  3. Schlagen mit den Flügeln
  4. eventl. Schreien
  5. Kopf in den Nacken ziehen

Mögliche Ursachen

  1. Epilepsie
  2. Kopfverletzungen nach Stürzen oder Kollisionen
  3. Infektionen im Zentralnervensystem
  4. Mangelerkrankungen (z.B. Vitamin B-Mangel, Kalzium Mangel)
  5. niedriger Blutzuckerspiegel
  6. Vergiftungen (z.B. Blei, Insektizide)
  7. Tumorenerkrankungen im Zentralnervensystem

Behandlung

Um weitere Verletzungen des Vogels auszuschließen, sollte dieser sanft aufbewahrt werden, z.B. in einem mit Handtuch gepolstertem Käfig/ Karton oder Kiste. Bei geringen Krämpfen reicht eine in Bodennähe angebrachte Stange im Käfig und ausgepolstertem Handtuch. Setzen Sie diesen erst aufs Handtuch. Der Vogel wird, wenn er in der Lage ist, selbst sich zur Stange begeben.

Falls möglich, flößen Sie ihm Vitamin B Präparate und Kalziumlösungen oder – Pulver ein. Um die Ursache festzustellen, ist eine ärztliche Versorgung unumgänglich.

Von der Rotlichtbehandlung ist abzuraten, die könnte die Krämpfe verschlimmern.

Kotveränderung

Eventuelle Anzeichen

  1. Siehe dazu auch Durchfall (echter/ unechter)

Mögliche Ursachen

Nicht immer bedeutet eine Veränderung auch Durchfall.

Beim Vogel endet in der Kloake der Enddarm, die zwei Harnleiter und die ableitenden Geschlechtsorgane (Weibchen: ein Eileiter, Männchen: zwei Samenleiter). Dadurch wird folgendes durch die Kloake abgegeben:

  1. Kot
  2. Urin (feste, weiße Harnsäure und klarer, flüssiger Urin)
  3. gelegentlich Sperma
  4. Eier

Hinweis

Täglich sollten Sie nicht nur die Ausscheidungen, z.B. bei Fütterung, Ihre Vögel anschauen, sondern auch Kloakengefieder. Nur so können Veränderungen schnell erkannt und behandelt werden.

Behandlung

Aufgrund dessen ergeben sich diverse Ausscheidungsmöglichkeiten (Siehe Tabelle)

Knochenbrüche

Eventuelle Anzeichen

  1. abnorme Flügel- oder Beinhaltung
  2. beim Tasten eventl. herausstehende Knochensplitter oder Knirschen von Bruchenden tastbar

Mögliche Ursachen

  1. Stürze
  2. Gegenfliegen an Flächen (z.B. Scheiben)
  3. Hängen bleiben an Gardinen oder Gittern
  4. Quetschungen; häufig bei Jungvögeln mit Rachitis (Knochenweiche)

Behandlung

Der Vogel sollte schnellstmöglich in ärztliche Behandlung. Bis zum Erreichen des Arztes sind folgende Maßnahmen eventl. nötig:

bei offenen und blutenden Knochenbrüchen, erst an die Stoppung der Blutung denken und die offene Stellen mit einem Pflaster oder Mullauflage abdecken

Stützverband anlegen

Brüche werden in zwei Bereiche eingeteilt

Beinbereich:

  1. Das gesamte Bein mit einem Schienenverband versorgen. Dazu wird dieses in seiner normalen Winkelung mit Verbandwatte (ca. 1-2 cm breite Streifen) ein- bis zweilagig umwickelt.
  2. Als Schiene eignen sich je nach Größe Holzspachtel oder Streichholz an der Beinaußenseite.
  3. Anschließend das geschiente Bein mit einer selbsthaftenden Mullbinde (ca. 1-2 cm breite Streifen) ein- bis zweilagig umwickeln.
  4. Zum besseren Halt könnte der Verband mit einem Klebebandstreifen umklebt werden.

Hinweis

Sogenannte Schlingenverbände, bei denen das Bein zur Ruhigstellung hochgebunden wird, eignen sich nicht. Die Vögel können sich nur schwerfällig bewegen und der Verband würde angepickt werden. Die Gefahr der Strangulation besteht.

Flügelbruch:

  1. Flügel leicht angewinkelt an den Körper halten
  2. in Achtertoren den Flügel mit Verbandwatte ein- bis zweilagig umwickeln
  3. anschließend mit einer selbsthaftenden Mullbinde ebenfalls ein- bis zweilagig umwickeln
  4. für einen besseren Halt, auch hier Klebeband auf dem Verband aufkleben
  5. mit Kreppband (läßt sich später leicht entfernen) die Schwungfedern der beiden Flügel zusammenkleben.
  6. Vogel am Klettern hindern, da dieser kaum Balance halten kann

Hinweis

Niemals den gebrochenen Flügel mit dem gesunden zusammen am Rumpf fixieren. Es besteht die Gefahr der Atembehinderung.

Kloakenvorfall

Eventuelle Anzeichen

  1. verschmiertes Kloakengefieder
  2. rötlicher Zapfen hängt aus Kloake heraus
  3. Pressreiz, um Kot abzusetzen
  4. Vogel pickt im Kloakenbereich herum
  5. hat eventl. Blut am Schnabel

Mögliche Ursachen

  1. Durchfall
  2. Kloakenentzündung
  3. Kloakensteine
  4. Warzen in Kloakenwand
  5. Legenot
  6. raumfordernde Prozesse im Bauchraum (z.B. Tumoren)
  7. Wasseransammlung
  8. Muskulatur- und Bindegewebsschwäche

Behandlung

Duschen Sie den Kloakenbereich mit kühlem Wasser 2-3 Minuten lang ab, um diese zu säubern und eventl. abzuschwellen.

Benutzen Sie einen eingecremten Wattestab, um das vorgefallene Gewebe zurückzuschieben. Sollte es nach drei Versuchen nicht geklappt haben oder fällt die Kloake erneut vor, so ist sofort ein Tierarzt aufzusuchen.

Hitzschlag

Eventuelle Anzeichen

  1. nach Aufenthalt in praller Sonne oder überhitzen Räumen zunächst hechelnde Atmung
  2. vom Körper abgespreizte Flügel
  3. später sitzen auf dem Käfigboden
  4. Benommenheit
  5. Taumeln

Mögliche Ursachen

  1. Sonneneinstrahlung, z.B. auf Balkon, hinter Fenster, im Auto
  2. Standplatz neben intensiv betriebenem Ofen oder Heizung
  3. Wärmestrahler zu nah am Vogel

Behandlung

Es eignen sich Blumenspritzen mit nicht zu kühlem Wasser (ca. 20 Grad). Damit den Vogel einsprühen. Verabreichen Sie ihm eventl auch Flüssigkeit. Achtung: Halten Sie das Tier bei gemäßigter Temperatur, ansonsten droht Unterkühlung.