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Ozon – Eine ernsthafte Gefahr im Sommer

Was ist Ozon

Die hohe Verkehrsdichte und die große Anzahl von Kraftwerken und Industrieanlagen haben dafür gesorgt, dass die Konzentration von Stickoxiden in unserer Atemluft anstieg. Bei starker Sonneneinstrahlung entwickelte sich aus deren Spaltprodukten und dem Sauerstoff das gasförmige Ozon, was in größeren Mengen riecht und Schleimhäute angreift. In der Nacht bildet sich das Gas wieder zurück.

Mit dem Ozonloch haben die Ozonwerte wenig zu tun, wenn man davon absieht, dass es sich um dasselbe Gas handelt. Das Ozonloch in 15Km Höhe ist für uns lebensnotwendig. Es verhindert ein Durchdringen von aggressiven Strahlungen. Lücken in der Schutzhülle führen zu einem Anstieg der Hautkrebserkrankungen. Ein „flicken“ dieser Löcher ist nicht möglich.

Wirkung von Ozon auf den Menschen

Wie Ozon auf unseren Organismus wirkt ist nicht 100% erwiesen. Erwiesen ist jedoch, dass bei einer andauernder Belastung von 120 Mikrogramm Ozon pro m² Luft kaum wahrnehmbare Beeinträchtigungen der Atemfunktionen kommen. Jedoch bei höheren Werten kann es zu krankhaften Veränderungen des Lungengewebes mit Folgeschäden kommen. Jeder Mensch und jedes Tier reagiert aber nun mal anders darauf. Man geht davon aus, dass nur jeder zehnte darunter leidet.

Mögliche Folgen:

  • Kopfschmerzen

  • Müdigkeit

  • Husten

  • Reizungen des Lungengewebes

  • Entzündungen

  • je nach Anfälligkeit auch Atemnot

Wirkung von Ozon auf den Wellensittich

Vögel besitzen ein sehr komplizierteres Atemsystem als wie wir Menschen. Sowohl beim Ein- und Ausatmen kommt es am Atmungsgewebe zum Gastaustausch. Je mehr er sich bewegt, desto mehr Sauerstoff und folglich auch Ozon nimmt er auf. Zwar ist die Belastung von Ozon auf die Lungen der Vögel nicht erforscht, aber man geht davon aus, dass es dem Menschen ähnelt. So könne wir feststellen, dass die Wellensittiche in freier Wildbahn am frühen morgen und späten Abend aktiv sind. Hat die Sonne ihren Höhepunkt, so ist eine Siesta (Ruhepause) in den Bäumen angesagt.

Maßnahmen zur Reduzierung der Aufnahme von Ozon

  • Im Sommer die Tiere vor stärkeren Aktivitäten abhalten (z.B. betreten der Voliere während der Mittagszeit. Es sollte möglichst ruhig bleiben, damit sie ihre Plätze aufsuchen und dösen. In dieser Zeit ist die Atmung wesentlich ruhiger.

  • Es ist auch möglich die Wellensittiche zur Mittagszeit in die Innenräume zu verbannen, dann aber sollten diese kühl und nicht stickig sein.

  • Wenn sie vom Einsperren absehen möchten, sollte die Außenvoliere nicht ganz der Mittagssonne ausgesetzt sein. Bei starker Sonneneinstrahlung fangen die Wellensittiche dann an zu hecheln und nehmen durch die erhöhte Atmung noch mehr Ozon auf.

  • Innenräumen sollten nur morgens und am späten Abend gelüftet werden, so herrscht dort ein Minimum an Ozon.

  • Den Käfig ebenfalls nur am morgen und abend auf den Balkon stellen und zur Mittagszeit wieder in die Wohnung holen.

Quelle: WP-Magazin 04/ 1997

Haltung von gehandikapten Wellensittichen

Allgemeines

Aufgrund seiner „pflegeleichten“ Haltung, den zahlreichen Zuchtbeständen und der leichten Zähmbarkeit, zählt der Wellensittich zu den beliebtesten Haustieren. Kein Wunder das in Deutschland schätzungsweise mehr als sechs Millionen Wellensittiche, zum größten Teil in privaten Haushalten, leben. Wie beim Menschen entscheiden plötzliche Ereignisse über das Leben des kleinen Gesellen. In Sekunden kann der noch gesunde Wellensittich schnell zum Pflegefall werden. Nicht nur an den Vogel, sondern auch an den Pfleger werden noch mehr Anforderungen gestellt, um den Wellensittich noch ein schönes Leben zu gewährleisten. Denn sie sind werden gleich doppelt bestraft. Sie müssen mit der neuen Behinderung leben und zurecht kommen und andererseits wollen sich die Halter dem kranken Vogel nicht mehr annehmen und schicken diesen ins Tierheim, wo er auch als „nicht vermittelbar“ bleiben wird. In der Regel finden die neuen Käufer das Tier nicht attraktiv und somit steht die Behinderung der Vermittlung im Wege, es sei denn, es gibt Halter, die kranke Tiere bei sich aufnehmen und artgerecht pflegen.

Eine von diesen Vorbildern ist zum Beispiel Gaby Schulemann (www.Birds-Online.de). Sie hält diverse Wellensittiche, die in ihrer Vogelstube einen Platz bekommen haben oder abgegeben wurden. Manche Fälle sind sehr tragisch, aber durch ihre Liebe und Fürsorge haben es die befallenen Tiere geschafft, mit ihrer Behinderung zu leben und sogar neuen Lebensmut zu fassen

Problematik

Der Halter muss sich den neuen Aufgaben bewusst sein, denn nicht immer ist ein Gang zum Tierheim notwendig. Mit einigen baulichen Veränderungen kann man meist vieles meistern. Unvermeidlich bleiben auch die Besuche beim Tierarzt, die ein kranker Vogel öfter in Anspruch nehmen muss als ein gesunder, was wiederum mit höheren Kosten verbunden ist. Bewohnen noch weitere Haustiere die Wohnung, können hier wiederum neue Probleme auftreten. Denn ein kranker Wellensittich, der die meiste Zeit vom Tag auf dem Boden verbringt, ist durch Fußtritte, Hunde oder ähnlichem besonders gefährdet. Er könnte zerquetscht oder gefressen werden. Die Verantwortung und der tägliche Zeitaufwand steigt mit dem Grad der Behinderung. Auch zum Thema Urlaub muss man sich vorher Gedanken machen. Wer hat die nötigen Kenntnisse und die Muße den kranken Vogel in ihrer Abwesenheit zu pflegen? Ich möchte nicht abschreckend klingen einen Pflegling zu halten, denn für jedes Problem gibt es auch Lösungen! Wir werden in diesem Bericht auch näher auf einzelne Behinderungen eingehen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Im Bereich Erfahrungsberichte können sie mithelfen, anderen Haltern mit ihren Erzählungen und Ratschlägen beiseite zu stehen.

Eines darf man auch nicht vergessen, sie müssen die obere Ebene verlassen und auch Gefahren/ Angriffspunkte erkennen, die jetzt auf Bodenhöhe lauern, die vorher nicht so wichtig waren, wie zum Beispiel:

  • Stromkabel, diese können angeknabbert werden
  • Bodenleisten und Tapeten, wieder was zum knabbern
  • Türen, die beim Aufdrücken den Wellensittich zerquetschen
  • Schlitze zwischen Schrank und Wand, in denen er stecken bleiben könnte
  • Giftpflanzen, die den kleinen Organismus vergiften
  • usw.

Hier sollten sie sich mal auf den Boden legen und alles genau anschauen, was gefährlich sein könnte!

Ist die Behinderung stark ausgeprägt und es ist gewiss, dass sich der Vogel zeitlebens quälen wird, sollte man sich die Frage stellen, ob ein Einschläfern nicht besser für ihn ist, wenn man mit dem Kopf denkt und nicht das Herz entscheiden lässt. Auch ein Gespräch mit dem Tierarzt ist hier zu empfehlen!

Behinderungen und eventuelle Vorsichtsmaßnahmen/ bauliche Veränderungen/ Hinweise

  • Flügelbruch: Wenn der entstandene Bruch nicht tierärztlich versorgt wurde, kann es passieren, dass die Bruchstellen nicht wieder korrekt oder gar nicht zusammenwachsen. Dadurch entstehen Missbildungen, die den Flug beeinträchtigen könnten. Zum Beispiel werden anvisierte Ziele nicht erreicht und landen ungewollt woanders. Sie sollten also dann in Deckung gehen, wenn der betroffene Wellensittich fliegt. Es könnte vielleicht auch hilfreich sein, einzelne Schwingen zu kürzen oder zu entfernen, wenn diese bei einer Bruchlandung Blutungen verursachen. Wobei ein Kürzen für den Vogel meist angenehmer ist als ein Entfernen, was mit Schmerzen verbunden wäre.

  • Französische Mauser: Diese Wellensittiche bezeichnet man so, da in jungen Jahren die Schwung- und Steuerfedern ausfallen oder deformiert werden. Sie werden mit dieser Krankheit zeitlebens flugunfähig. Sie zeichnen sich allerdings dadurch aus, passionierte Fußgänger zu sein. Ein Vorteil dieser Erkrankung ist, dass solche Wellensittiche sehr zutraulich werden und sich dem Pfleger stark zuwenden. Ich habe von Fällen gehört, wo zukünftige Halter sich nach solchen Tieren erkundigten, dieses finde ich persönlich abschreckend. Denn wenn ich mir einen Vogel kaufen möchte, dann sollte dieser gesund sein und natürliche Verhaltensweisen ausleben können, wie zum Beispiel das Fliegen. Wenn ich gleich mit dem Gedanken rangehe, einen besonders zutraulichen Vogel zu erwerben, dann sollte sich der Käufer noch einmal dem Thema Wellensittich auseinander setzen. Bin ich wirklich bereit dafür? Habe ich die nötigen Kenntnisse? Usw… Andersrum natürlich, wenn der neue Halter diesen Tieren ein neues artgerechtes Leben bieten möchte und kranke Tiere aus dem Tierheim oder ähnlichen holt, dann finde ich sein Verhalten bewundernswert.

  • Schädigung des Zentralen Nervensystems: Wellensittiche verfügen von Natur aus über ein starkes Immunsystem. Vorraussetzung ist aber auch eine artgerechte Ernährung. Ist dieses Immunsystem geschwächt oder es schafft nicht alle Angriffe abzuwehren, kann das Zentrale Nervensystem mit Infektionen befallen werden. Sie treten in der Regel schlagartig auf und der Gesundheitszustand vom Wellensittich nimmt rapide ab. Wenn der Tierarzt nicht umgehend aufgesucht wird und eine Dosis Vitamin-B-Komplex spritzt, führt die Erkrankung zu Lähmungen und Koordinationsstörungen. Auslöser könnte dafür auch Stress und Trauer sein, z.B. wenn der Partner verstirbt.

  • Gelähmte Gliedmaßen: Nicht nur wir Menschen können einen Schlaganfall erleiden, sondern auch unsere australischen Haustiere. Solche Hirnschläge kommen zwar eher selten vor, aber sicher ist man davor nicht. Ein Anfall führt nicht immer zum Tod, er büßt aber aufgrund der mangelnden Durchblutung vom Hirnareal, einen Großteil seiner Bewegungsfähigkeit ein. Hier ist es wichtig eine Notfallapotheke griffbereit zu haben und dem Tier gleich eine Dosis Vitamin-B-Komplex zu verabreichen. Wenn möglich auch anschließend den Tierarzt aufsuchen. Eine nachfolgende Therapie mit Medikamenten und eventl. Gymnastik wird wahrscheinlich folgen. Sind die Zehen gelähmt, so dass der Wellensittich nur auf den hinteren Gelenk läuft, empfiehlt es sich die Stangen durch weichere Baumwollseile auszutauschen und einige Flächen mit Kork auszulegen. Diese sind weicher und schonen das Fußgelenk. Natürlich ist dies immer Einzellfall bezogen abhängig.

  • Fehlstellungen an den Füßen: Fehlstellungen entstehen, wenn z.B. Brüche nicht oder nicht korrekt behandelt wurden und der Bruch wieder schief zusammen wächst. Das Körpergewicht drückt dann nicht wie gewohnt auf die Unterseite vom Fuß, sondern auf die Außenseiten. Dadurch entstehen Risse und Entzündungen an den beanspruchten Gliedmaßen. Wie bei den gelähmten Gliedmaßen kann es für den Vogel hilfreich sein, weiche Untergründe zu schaffen, um eine Abnutzung entgegenzuwirken. Die Hautstellen sollten auch mit einer Creme eingeschmiert werden, um Entzündungen zu vermeiden.

  • Deformation der Wachshaut: Die Nasenlöcher sind riesig und der kranke Wellensittich wird anfälliger für Infektionen, da Viren und Bakterien leicht in den Körper gelangen. Außerdem können durch die Atmung leicht Futterspelzen und andere Fremdkörper eingeatmet werden. Ist solch ein Fall eingetreten, müssen diese rasch aus der Nasenhöhle mit einer Pinzette oder den Fingernägeln entfernt werden, da sich leicht Entzündungen bilden können und es andererseits auch unangenehm für den Wellensittich ist. Ihr Ohr sollte jetzt gut trainiert sein, hören sie auf jede Veränderung der Atemgeräusche, denn wenn sich die Atmung ändert, kann dies auf eine ankommende Infektion (z.B. Nasenhöhlenentzündung, Schnupfen) hindeuten und sollte schnell vorgebeugt werden.

  • Blindheit/ Starke Fehlsichtigkeit: Hier ist es besonders wichtig, dass alle wichtigen Plätze wie Futter- und Wassernäpfe an der selben Stelle stehen. Betroffene Vögel sind auf ihr Gedächtnis angewiesen, wo sie was finden können. Dies macht auch Sinn, damit diese bei ihrem Rundgang nicht plötzlich gegen ein ungewohntes Hindernis stoßen. Es wäre für ihn auch hilfreich, wenn sie ihr nähern vorher durch Geräusche ankündigen, damit er sich nicht erschreckt, wenn sie plötzlich anwesend sind. Möglich wäre ein Pfeifen oder Klopfen. Entfernen sie auch möglichst alle spitzen Gegenstände. Diese stellen eine hohe Gefahrenquelle dar, da blinde Wellensittiche dagegen laufen oder fliegen könnten. Stolperfallen (Spalten/ Kanten) stellen ebenfalls eine große Gefahr dar, da sie darin mit dem Fuß hängen bleiben könnten.

Quelle: WP-Magazin 2003

Zahme Wellensittiche im Haus

Auf was alles geachtet werden muss?

Kabel

Was macht mit Kabeln, die quer durch die Wohnung gehen und leider notwendig sind, z.B. für die Aquarienbeleuchtung oder für Lampen? Es wäre möglich, sich aus dem Gartenbedarf einen Wasserschlauch zu besorgen und diesen zweckentfremden. Aufgeschnitten lässt er sich um die Kabel legen und kann mit einem Klebeband fixiert werden. Für Papageien scheint dieser Schlauch dann eher uninteressant. Es sollten Lampen ausgewählt werden, die ohne sichtbare Kabel auskommen.

Fenster

Offene Fenster sind für jeden Vogelhalter immer ein Dorn im Auge. Schnell kann es passieren, dass Ihr Vogel einen ungewollten Ausflug unternimmt. Das einfachste wäre, den Vogel für diesen Zeitraum einzusperren, aber gelegentliches Lüften ist so nicht möglich. Die im Handel angebotenen Fliegengitter wären meiner Meinung nach zu unsicher.

Im Baumarkt gibt es ganz feine Drahtgitter. Diese lassen sich mit einen Tacker gut fixieren und sind wie Fliegengitter kaum sichtbar. Ohne Aufsicht sollte man sie trotzdem dann nicht lassen, denn größere Arten ziehen gerne mal die Tackerklammern heraus. Außerdem besteht trotzdem Verletzungsgefahr.

Tipp: Dunkle Gitter verschwimmen eher als hellere.

Heizung

In vielen Wohnungen befinden sich Heizkörper. Zwischen diesem und der Wand sind größere Abstände. In manchen Fällen kann es sein, dass der Vogel dazwischen gerät und sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien kann. Im Winter sehr problematisch, da die Heizung mit Sicherheit eingeschaltet ist.

Abhilfe schafft hier ein Vierkantholz, welches zwischen der Heizung und der Wand montiert wird.

Spielzeug

Achten Sie beim Spielzeugkauf auf die Befestigungsmöglichkeiten. Dabei soll besonderes Augenmerk auf die Karabinerhaken gelegt werden. Papageien knabbern gerne an diesen herum und könnten mit dem Unterschnabel hängen bleiben. Papageien können diese zwar eindrücken, also öffnen, aber danach nicht mehr alleine lösen. Solche Karabinerhaken lieber durch solche ersetzen, die ein Schraubgewinde haben.

KEINE Karabinerhaken mit automatischen Schließmechanismus!

Gleiche Problem besteht bei den so genannten Schlüsselringen. Der Schnabel kann in den Ring geraten und sich dort verfangen.

Spielzeugringe sind gefährlich, wenn der Vogel seinen Kopf hindurch stecken kann, aber nicht wieder heraus kommt. Benutzen Sie daher Ringe die groß genug sind oder aber so klein, dass nichts passieren kann. Das gleiche gilt für den Abstand der Käfiggitter.

Sitzseile sollten keine losen Fasern aufweisen, gerade bei Sisal sehr häufig, in den sich die Krallen und Zehen verheddern können.

Fußringe

Bei vielen Papageien haben zuweite Fußringe. Bei manchen Käfigen, gerade bei den Ausgängen können sie mit diesen hängen bleiben. Bei solchen U-förmigen Aufhängen, diese lieber mit einer Zange zusammen biegen. Überprüfen Sie am besten den gesamten Beriech auf Stellen, an denen das Tier hängen bleiben kann.

Offene Aquarien

Solche lassen sich mit einem selbstgebauten Holzrahmen und einem Drahtgitter Vogelsicher machen.

Speisen und Getränke

Vermeiden Sie es, Speisen und Getränke herumliegen zu lassen. Schnell wird doch mal an den Salzstangen genascht. Gerade salzige Speisen sind für den empfindlichen Organismus sehr schädlich.

Die Küche

Dieser Raum sollte absolut tabu für Ihre Vögel sein. Zu schnell wäre die Gefahr, dass sich Ihr Tier auf die heiße Herdplatte begibt oder in den kochenden Topf landet. Mikrowellen, Spülmaschinen und ähnliches sind wirklich keine guten Verstecke.

Türkanten

Sind zwar keine Gefahr aber im Interesse der Optik schützenswert. Um diese vor den Schnabelattacken zu schützen, eignen sich Aluschienen aus dem Baumarkt. Solche gibt es in verschiedenen Größen und lassen sich einfach an die Türgröße anpassen. Teilweise wird das Aussehen der Tür verbessert. Aluschienen können auch dekorativ sein.

Quelle: WP-Magazin November/ Dezember 2003

Wenn der Wellensittich in die Jahre kommt

Unsere Wellensittiche, auch die jüngeren, sind nicht den ganzen Tag aktiv, sondern legen auch kleinere Ruhepausen ein, in denen sie dösen, vor sich her singen oder gar mit dem Kopf im Gefieder fest schlafen. Die meisten unter ihnen kennen sicherlich diese Angewohnheit – der Wellensittich begibt sich meistens zur gleichen Zeit zur Ruhe. Im zunehmenden Alter werden Ruhepausen öfter und intensiver eingelegt. Als Halter braucht man sich also keine Sorgen machen, wenn ihr „Opi“ mal wieder schläft. Gehen Sie behutsam auf ihn zu und sprechen mit ihm. Zeigt er die gewohnten Reaktionen und erkennt Sie auch wieder, besteht keine Gefahr. Anders sieht es auch, wenn er keine Reaktionen zeigt, dann sollten Sie doch zur Sicherheit den Tierarzt aufsuchen.

In vielen Fällen fällt Ihnen das Verhalten zum Langschläfer eh nicht auf, da sich dieser Vorgang eher schleichend entwickelt.

Wenn Sie den Rat bekommen, dem Wellensittich einen jüngeren dazu zu gesellen, dann bringt dies ein eventuelles Problem mit sich. Ihr alter Wellensittich könnte auf sie fixiert sein und wüsste mit dem neuen nichts anzufangen. Hier empfiehlt es sich einen etwas älteren Wellensittich aus dem Tierheim oder Bekanntenkreis zu erwerben und ihn behutsam integrieren. Also langsames Kennen lernen. Ein Vorteil wäre auch, dass Ihnen der vermeidliche Abschied von Ihrem kleinen Freund eines Tages etwas leichter fallen wird.

Der Energieverbrauch vom Wellensittich mit zunehmenden Alter immer weniger, da der Spieltrieb und das Fliegen nachlässt. Er wird also anfälliger für Fettleibigkeit. Dazu kommen noch die Altersbeschwerden wie Kurzatmigkeit und Stoffwechselprobleme.

Wie beugt man einer Fettleibigkeit vor?

Es macht kaum Sinn, die Körner täglich abzuzählen, stellen Sie lieber die Ernährung behutsam um. Dem Wellensittich sollte täglich Frischkost angeboten werden. Kolbenhirse sollte nur noch als Leckerbissen gereicht werden, z.B. am Wochenende. Kolbenhirse gilt nach wie vor als hoher Energiespender und führt schnell zur Verfettung.

Für Ablenkung können Sie mit frischen Gräsern sorgen, wie z.B. Weidel- oder Rispengras sowie mit Kräutern wie Vogelmiere und Hirtentäschelkraut.

Auf zusätzliche Vitamingaben sollten Sie jetzt nicht mehr verzichten, besonders die Mauser wird im Alter für den Wellensittich zu einem Kraftakt und schwächt ihn zusätzlich.

Irgendwann kann es mal passieren, dass Ihr Wellensittich auf einer Astgabel oder einem Brett liegt. Bitte erschrecken Sie nicht, wahrscheinlich hat es sich Ihr Freund „nur“ gemütlich gemacht. Warum stehen, wenn man auch liegen kann, denn das ist viel leichter und nicht so anstrengend.

Wie oben beschrieben gilt auch hier, gehen sie ruhig auf in zu und sprechen behutsam mit ihm. Zeigt er die gewohnten Verhaltensweisen, so besteht keine Gefahr. Dann hat er nur eine Siesta abgehalten. Zeigt er aber Koordinationsprobleme, dann schnellstens zum Tierarzt.

Sie können es dem Wellensittich auch erleichtern und ihm einen Y-förmigen Ast in den Käfig oder der Voliere einbauen, so kann er es sich auch Nachts bequemer machen.

In der Regel sterben Wellensittiche nicht an Altersschwäche, sondern erleiden schon vorher einen Infekt oder sterben an einem nicht erkannten Tumor. Nur wenige erreichen ein hohes Alter und worden zu Senioren.

Haben sie doch ein solches Alter erreicht, dann zeigen sie völlig neue Verhaltensmuster, sie bestreiten ihre Umwelt zu Fuß. Fliegen sieht zwar leicht aus, ist aber eine sehr anstrengende Angelegenheit. Im Alter lässt die Kondition beim Wellensittich nach und er bestreitet seine Welt lieber zu Fuß. Erkennen Sie keinerlei Beschwerden, besteht auch kein Grund ihn einschläfern zu lassen. Ein Besuch beim Tierarzt würde ich aber zur Vorbeugung empfehlen.

Den Käfig und die Wohnung Seniorengerecht?

Hier sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Mit einfachen Mitteln bauen Sie Kletterhilfen und Rastplätze. Als Material eignen sich

  • Sisal
  • Kokosfasern

Letztere reißt im Notfall oder wird vom Vogel zerbissen. Aber auch handelsübliche Leitern eignen sich als Kletter- und Steighilfen. Zu empfehlen sind aber Äste mit unterschiedlichen Stärken, die mit Sisal zu einer Leiter verbunden werden. Sie sorgen gleichzeitig, dass sich die Krallen abnutzen. Sorgen Sie also, dass der Wellensittich seine Lieblingsplätze zu Fuß erreichen kann. Dazu zählen auch die Wasser- und Futterplätze sowie der Käfigeingang. Auch würde ich dafür sorgen, dass er zu ihnen auf die Couch gelangt, wenn er sich nach seiner Bezugsperson sehnt.

Haben Sie bisher nur Futter im Käfig gereicht, so sollten Sie jetzt auch dazu übergehen, ihm auch auf seinen Touren Futter und Wasser anzubieten. Vielleicht ein Stückchen Apfel oder Birne. Etwas Wegverpflegung kann nicht schaden.

** Auch im Alter kann der Wellensittich den Halter noch viel Freude bereiten. ** Genießen Sie noch jden Monat oder gar Jahre mit Ihrem kleinen geselligen Freund. **

Der Verlust eines guten Freundes, dem Wellensittich

Schmerzhaft aber wahr. Irgendwann trifft es jeden Wellensittich! Am besten man macht sich schon vorher Gedanken und findet sich mit der Situation zurecht. Der erste Schock sitzt tief und ist sicherlich für alle Familienmitglieder sehr schmerzhaft.

Quelle: WP-Magazin 03/ 2002

Warum Zudecken Wellensittiche nervös macht

Einleitung

Damit er/ sie ihre Ruhe haben, so sollte der Käfig mit einem Tuch oder ähnlichem abgedeckt werden. So jedenfalls kann man es in vielen Fachbüchern nachlesen. Aber stimmt das wirklich? Man sollte sich überlegen, wie Sieht es der Vogel…

Das Problem

Papageien schlafen nachts in dunklen Baumhöhlen, welche Sie bereits zur Dämmerung aufsuchen. Ihr biologischer Rhythmus hat sich so auf den Schlaf eingestellt. In der Natur wird es in etwa jeden Tag um die gleiche Zeit dunkel. Es ist auch relativ still. Der kommende morgen setzt ebenso langsam ein, es wird von Minute zu Minute etwas heller und lauter.

Anders Sieht es in unserer Wohnstube aus. Nur selten wird der Käfig um die gleiche Zeit zugedeckt… eine Dämmerung lässt sich kaum simulieren. Gäste, Fernsehen und Musik sorgen für eine laute Umgebungslautstärke.

Unter dem verdunkelten Käfig Sieht der Vogel zwar nichts mehr, aber trotzdem hört er, was sich in seiner Umgebung abspielt, wie z.B. die Unterhaltungselektronik. All dies ist entschieden zu laut für ihn! Der morgen Sieht dann genau umgekehrt aus, schlagartig geht für ihn die Sonne auf.

Die Folgen

Nach und nach gerät der Biorhythmus aus dem Takt. Zwar können sich die Vögel an viele unsere Gewohnheiten gewöhnen, jedoch nicht sein Biorhythmus, der sich nach dem Hell-Dunkel-Zyklus richtet. Er wird ständig überfordert.

Das führt unweigerlich zu Dauerstress, der nicht unbedingt bemerkbar ist, aber Stress auf Dauer macht auch anfälliger für Krankheiten und führt im schlimmsten Fall zu einem viel früheren Sterben.

Andere Möglichkeiten oder Verringerung der Problematik

Sie können es dem gefiederten Freund erleichtern, indem Sie ihn erst zudecken, wenn er sich in Schlafstimmung wiegt. Das zeigt sich unterschiedlich. Einige brabbeln sich leise zur Ruhe, andere singen sich in Schlaflaune, wieder andere stecken Ihren Kopf ins Gefieder oder ziehen ein Bein hoch.

Besser als eine Decke erweist sich ein Schlafhäuschen. Dorthin können Sie sich begeben, wenn Sie es wünschen. Auch hier hat sich erwiesen, dass Paarhaltung die beste Garantie dafür ist, sich stressfrei durch Körperkontakt in den Schlaf zu wiegen.

Quelle: Ein Herz für Tiere 04/ 2001

Vergesellschaftung von Wellensittichen

Allgemeines

Zum Glück haben sich die Gewohnheiten in der Vogelhaltung geändert und immer mehr Halter neigen dazu, ihrem Liebling einen zweiten Wellensittich dazu zu gesellen. Oftmals kommen Gründe wie Zeitmangel oder artgerechtes Halten in betracht, denn Wellensittiche haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten und binden sich ein lebenslang aneinander. Wie die Ehe, so sollte es jedenfalls sein, beim Menschen.

Partnerwahl

Wenn sie für ihren Wellensittich einen Partner suchen, sollten sie unbedingt ebenfalls einen Wellensittich wählen. Andere Arten, wie zum Beispiel den Bourkesittich, weisen häufig andere Verhaltensmuster auf, die einer optimalen Verständigung im Wege stehen. Zwar können sich diese auch verstehen, aber sinnvoll ist es nicht. Ideal ist noch, wenn sie zwei unterschiedliche Geschlechter halten, also Männchen und Weibchen. So lassen sich die natürlichen Verhaltensweisen am besten beobachten.

Beschaffung

In der heutigen zeit ist es denkbar einfach geworden, Wellensittiche zu erwerben. Fast jeder Zoofachhänder hat in seinen Käfigen auch Wellensittiche. Die Nachzuchten steigen ständig und auf Wildfänge wird verzichtet. Wildfänge wird es auch auf legale Weise nicht mehr geben, da seit Ende des 19. Jahrhunderts ein Exportverbot aus Australien gibt. Außerdem werden Wildfänge nicht zahm und sind lauter als Nachzuchten.

Zusammenführung/ Vergesellschaftung

Hierfür gibt es kein Patentrezept, denn jeder Vogel hat seinen eigenen Charakter und Eigenschaften. Aber folgende Richtlinien können auch unerfahrenen Haltern nützen.

Das Umfeld spielt dabei eine große Rolle. Der eingesessene Wellensittich betrachtet seinen Käfig und das Zimmer als sein Territorium und könnte den Neuling mit Aggressionen begegnen und würde sein Gebiet verteidigen. Auf Menschen fixierte Wellensittiche zeigen oftmals keine natürlichen Verhaltensweisen und könnten mit einem Artgenossen nichts anfangen. In diesem Fall kann es schon mal vorkommen, dass diese Tiere nicht vergesellschaftet werden können. Hier sollte dann auch der Versuch abgebrochen werden, da die Zwangsverpaarung Stress für beide Tiere bedeuten könnte und dies der Gesundheit dauerhaft schädigt.

Spiegelproblem: Wie auf den Menschen fixierte Wellensittiche, gibt es auch Vögel, die auf den Spiegel im Käfig oder andere spiegelnde Gegenstände fixiert sind. Hier sollte erst eine Entwöhnung durchgeführt werden.

Aber auch hier kann es sein, dass diese Tiere nie verpaart werden können, da ihnen die natürlichen Verhaltensweisen fehlen. Aber normalerweise lassen sich Wellensittiche verpaaren, auch wenn sie schön seit längerer Zeit als Einzelvögel gehalten wurden. Um ein faires Gleichgewicht zu erzeugen, sollten die beiden in ein neues Umfeld gesetzt werden. Zum Beispiel ein anderes Zimmer mit einem neuen Käfig oder wenigstens eins von beiden. Halter die es sich zutrauen, können gleich beide Tiere in das neue Heim setzen. Wahrscheinlich verstehen sie sich auf Anhieb und zeigen keinerlei Aggressionen. Aber Vorsicht ist trotzdem geboten. Die Tiere sollten nicht ohne Aufsicht sein, denn wenn sich Auseinandersetzungen andeuten, müssen sie sofort einschreiten. Darunter fallen aber nicht leichte Drohungen oder Scheingefechte, denn diese kommen auch in freier Wildbahn vor. In der Regel verlaufen diese ohne Verletzungen. Die Aufsicht sollte sich auf die kommenden Tage ausbreiten, denn ein Neuling kann nach einigen Tagen sein ruhiges Verhalten ablegen und dem Partner aggressiv gegenüber treten. In diesem Fall trennen sie lieber die beiden und probieren ist später noch einmal.

Alternativ können sie auch zwei Käfige nebeneinander stellen und somit einen Puffer schaffen. Wenn sie merken, dass sich beide annähern und mit Neugierde ansehen bzw. durch die Stäbe schnäbeln, können sie dem ersten Freiflug und später auch dem zweiten gewähren. Aber immer gut aufpassen! Oftmals kann man bessere Ergebnisse erzielen, wenn die Tiere sich unbemerkt fühlen. Dies gilt besonders für zahme Wellensittiche, da diese häufig ein zurückhaltenes Verhalten an den Tag legen. Die Tiere zeigen ungewohnte Verhaltensweisen, die sie vorher vielleicht nie bemerkt haben. Hier eignen sich besonders gut Videokameras oder Webcams.

Quelle: WP-Magazin

Urlaub und Wellensittiche?

Vor Reiseantritt stellt sich Frage, wohin mit kleinen Freund? Ein oder zwei Wellensittiche unterzubringen ist in der Regel nicht schwer. Irgendein Bekannter oder Freund wird sich schon finden und den Käfig bei sich aufnehmen. Aber wie sieht es aus, wenn man mehrere dieser Gesellen hält. Eine Voliere mit fünf oder mehr Tieren kann schon problematisch werden. „Warum soll ich den Krach für 14 Tage erleiden und dann noch der Dreck.“ Diese Frage stellen sich dann die entsprechenden Personen.

Wohin also mit den Tieren?

Es gibt drei Möglichkeiten:

  • Die Wellensittiche verbleiben an ihrem Ursprungsort und werden täglich von einer anderen Person versorgt.

  • Man bringt die Gesellen zu einer betreuenden Person oder zur Urlaubspflege (Tierpension).

  • Die Reise wird mit den kleinen Freunden angetreten.

Das Mitnehmen der Tiere in den Urlaub stellt sich als besondere Herausforderung dar. Ungewohnt aber wahrscheinlich aufregend für alle Beteiligten. Voraussetzung ist ein artgerechter Transport (Reisekäfig oder Transportbox mit Wasser- und Futtervorrat) und eine Unterbringung am Urlaubsort. Wobei Berücksichtigt werden muss, dass z.B. längere Autofahrten, den Vögeln schaden könnte. Außerdem ist beim Hotel oder anderem nachzufragen, ob eine Mitnahme von Haustieren erlaubt ist.

Meiner Meinung nach rate ich davon ab. Zwar sind die wilden Wellensittich Nomaden und reisen von Ort zu Ort, aber unsere Heimvögel sind es gewöhnt, an einem festen Standort zu leben. Die Fahrt und die neue Umgebung bedeuten Stress für den kleinen Körper, was sich wieder auf die Gesundheit niederschlägt. Aber hier gehen die Meinungen auseinander.

Bei Reisen ins Ausland ist es unerlässlich, sich über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren zu erkundigen. Hinweise gibt es bei den jeweiligen Botschaften, Konsulaten und beim Naturschutzamt in Bonn. Vergessen sie auf keinen Fall die Durchfahrtsländer!

Haben sie sich entschieden, die Tiere lieber zu hause zu lassen oder nehmen Verwandte in Anspruch, so sollte auf jeden Fall eine Versorgungs-Checkliste erstellt werden. Zeigen sie der Person, was alles wichtig ist, wo sie was findet und ganz wichtig, was zu tun ist, wenn ein Notfall eintreten sollte. Auch an Kleinigkeiten müssen sie denken, wie z.B. wo das Futter aufbewahrt wird, das Wasser täglich zu wechseln ist und und und. Wenn der Pfleger nicht gerade selber Vögel hat, kennt er sich natürlich nicht so gut aus wie sie!

Checkliste Versorgung

Täglich:

  • Frisches Körnerfutter (Menge pro Tag und Vogel)
  • Frisches Wasser
  • Frisches Grünfutter, wie z.B. Salat, Vogelmiere, Apfel, Gurke, Spinat usw und altes Futter vom Vortag entfernen
  • Nur ungespritzte Ware kaufen

Reinigung:

  • Stangen abwischen
  • Näpfe säubern

Wöchentlich:

  • Käfig putzen
  • Sand wechseln

Im Notfall:

  • Fachbücher bereitlegen
  • Standort Rotlichtlampe
  • Standort Vogelapotheke
  • Telefonnummern und Anschrift vom Tierarzt

Sonstiges:

  • Urlaubsanschrift

Urlaubspflege Tierpension oder andere Tierpfleger, die sich anbieten

Wenn sie niemanden gefunden haben, der die Pflege übernimmt, dann ist es immer noch kein Grund, auf den verdienten Urlaub zu verzichten. Für solche Zwecke bieten sich Leute an, die in Zeitungen inserieren oder Zettel in Zoofachhändlern hinterlegen. Außerdem gibt es Tierpensionen, wo die Wellensittiche unterkommen können. Alles nur eine Frage des Preises. Es ist auch möglich, selber eine Anzeige zu schalten. Fragen sie doch beim Tierarzt, im örtlichen Tierheim oder im Zoofachgeschäft nach. Dort sind oftmals Vogelhalter bekannt, die solche Dienste übernehmen oder übernehmen sogar selber den Urlaubs-Service.

Haben sie eine fremde Person gefunden, prüfen sie diese auf ihre Tauglichkeit. Stellen sie Fragen, Fragen und nochmals Fragen. Es geht hier um das Wohl ihrer Schützlinge. Bei Tierpensionen sollten sie sich besonders die Räumlichkeiten ansehen. Sind diese wirklich sauber? Welchen Zustand haben die anderen Tiere?

Checkliste Tierpension und Betreuer

Fragen zur Haltung:

  • Sind die anderen Tiere gesund und machen einen munteren Eindruck
  • Zustand Futter- und Wassernäpfe
  • Reinigung der Käfige
  • Umgebung der Käfige
  • Besteht die Möglichkeit für Freiflug

Fragen zum Betreuer:

  • Kennt er sich mit der Haltung von Wellensittichen aus
  • Welche Erfahrungen hat er

Fragen zur Notfallorganisation:

  • Ist die medizinische Versorgung im Krankheitsfall gewährleistet

  • Wie sieht es mit einer außerplanlichen Versorgung aus, falls sich die Reise aus welchen Gründen auch immer verändert

Umzug mit dem Wellensittich

Transport:

Man sollte nicht den schlechten beispielen von Vogelausstellungen folgen und den Vogel in kleinen Kisten unterbringen oder gar in Hanfsäcke! Ich kann mir keineswegs vorstellen, dass sich irgendeine Kreatur darin wohl fühlt. Schon gar nicht ein Papagei.

Bei unsachgemäßen Transport können psychische Schäden auftreten, daher sollten Sie sich bemühen, den Transport so angenehm wie möglich zu gestalten. Bei Wellensittichen oder andere Vögel dieser Größe ist der Transport eher unproblematischer, da diese samt Käfig transportiert werden können. Im Fachhandel kann man aber auch Holz oder Plastik Boxen erwerben, welche in der Regel für einen kurzen Transport ausreichen. Bei längeren Transporten ist es empfehlenswert, eine Sitzstange zu platzieren. Somit fühlt sich Ihr Vogel sicherlich wohler und sicherer. Die Stange sollte so angebracht werden, dass nach oben hin genug Freiraum ist. Denken Sie bei mehreren Stunden Transport an Essen und Trinken zu denken, aber so anbringen, dass dies unproblematisch von der Stange aus erreicht werden kann.

Natürlich versteht es sich von selbst, dass nur ein Vogel pro Box transportiert wird. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Sie sich gegenseitig verletzen, da Sie den anderen als Gefahr erkennen und auf engstem Raum ist das nicht so ratsam.

Im Vorfeld lassen Sie einige Ängste beseitigen. Die Transportbox schon einige Wochen vorher so platzieren, dass Ihr Vogel Sie schon vorher begutachten kann und beim Umzug keine Scheu mehr vor Ihr hat. Legen Sie ruhig sein Lieblingsfutter in die Box und versuchen Sie, ihn freiwillig, vielleicht auf spielerische Weise, in die Box zu bekommen. Machen Sie auch mal die Tür zu, so werden Sie bemerken, dass er seine Ängste los wird und die Box akzeptiert. Tragen Sie ihn in der Wohnung herum und er wird eventl. irgendwann Gefallen darin finden.

Bei Vogelhaltern die keinen zahmen Vogel besitzen wird es etwas problematischer, den Vogel in die Box zu bekommen, da der natürliche Verstand abrät von engen und dunklen Höhlen. Reden Sie viel mit dem Vogel und fangen Sie ihn notfalls mit einem Käscher ein. Aber nur wenn es wirklich erforderlich ist und sollte nur einmal vor dem Umzug angewandt werden. Lassen Sie den Vogel, wenn möglich, nicht unbedingt allein. Denken Sie auch beim Transport daran, dass er keine Zugluft und kein direktes Sonnenlicht abbekommt. Das wichtigste ist auch, dass die Zuneigung zu ihm, in der neuen Umgebung nicht ablässt.

Hinweis:

Ein hektischer Umzug und eine neue Umgebung können bei manchen Gefiederten zu psychischem Stress führen, der sich oftmals im Gefiederrupfen äußert.

Quelle: WP-Magazin

Tipps für den Anfänger

Technische Hilfsmittel

Waschsauger

Mit diesem Trocken-Nass-Sauger lassen sich die zu reinigen Flächen mit Wasser einweichen und später auch wieder aufsaugen. So lassen sich Federn, Staub, Kot, Futterreste usw. leicht aufsaugen. Vorteil ist auch, dass lose Teile nicht in der Luft herum fliegen, sondern mit dem Wasser gebunden werden. Auch Sandböden aus den Volieren lassen sich damit aufsaugen.

Dampfreiniger

Diese tolle Erfindung löst den Schmutz und tötet durch den heißen Dampf Ungeziefer und Bakterien ab. Hartnäckiger Kot oder anderer Dreck lässt sich so mühelos lösen und in Kombination mit dem Waschsauger auch gleich entfernen. Die meisten Dampfreiniger besitzen verschiedene Aufsätze, so dass alle Stellen in der Voliere gereinigt werden, was mit normalen Lappen vielleicht nicht möglich gewesen wäre. Ein weiterer Vorteil liegt auch bei der Reinigung von Nistkästen. Oftmals sind diese stark verkotet und können mit dem Dampfreiniger erheblich leichter gereinigt und desinfiziert werden.

Luftreiniger/ Ionisator

Um den Vogelstaub im Vogelzimmer einzudämmen sind diese Reiniger ideal. Sie wandeln positiv geladene Ionen in negative um, welche sich positiv Mensch und Tier auswirken. Gefiederstaub, Pollen, Pilzsporen, Pilze, Viren, Bakterien usw. werden erschwert und fallen auf den Boden und gelangen nicht mehr so in die Atemwege.

Luftbefeuchter

Der Befeuchter arbeitet nach dem Verdampfungssystem. Zwei Elektroden, die sich im Verdampfkopf befinden, erhitzen und verdampfen das Wasser. Destilliertes Wasser sollte man nicht verwenden, da dieser Vorgang nur aufgrund der elektrischen Leitfähigkeit des Leitungswasser funktioniert. Um die Luftfeuchtigkeit im Raum zu überprüfen, eignen sich so genannte Hydrometer. Empfohlene Luftfeuchtigkeit: 60% bis 70%. Passen sie diese am besten ihren Bedürfnissen ihres Tieres an. In Australien z.B. herrscht morgens laut Wolfgang de Grahl eine Luftfeuchtigkeit von 80% und mittags dann 30%. Selbst in Landstrichen mit kargem Bewuchs kann die Luftfeuchtigkeit enorm hoch sein.

UV-Licht

Bei Räumen, in denen wenig Sonnenlicht eindringt, z.B. Kellerräume, simulieren dieses die UV-Lampen (UV-A und UV-B). Sonnenlicht ist z.B. für den Kalzium-Stoffwechsel wichtig, diese sorgen für einen korrekten Knochenaufbau. Sorgen sie aber auch für Schattenplätze.

Zeitschaltuhren

Um einen regelmäßigen Ablauf zu gewährleisten eignen sich Zeitschaltuhren besonders dafür. Denn wer hat schon die Muße, jeden Tag das Licht um die gleiche Zeit auszuschalten oder was ist, wenn sie einmal etwas länger unterwegs sind. Geregelte Abläufe sind für Vögel besonders wichtig. In der freien Natur hat der Sonnenuntergang auch seinen festen Zeitpunkt und die Tiere gewöhnen sich daran, dann ihre Schlafplätze aufzusuchen. Aber auch Luftreiniger und UV-Lampen lassen sich so regeln. Man rechnen ca. 12 Stunden Tag und 12 Stunden Nacht.

Infrarotstrahler

Er strahlt unsichtbare Wärmestrahlen, die im Spektrum zwischen rotem Licht und den kürzesten Radiowellen liegen. Die Körpertemperatur liegt normalerweise zwischen 40-42 Grad Celsius. Bei geschwächten Wellensittichen kann diese Lampe Abhilfe schaffen. Es empfiehlt sich ein Abstand von 40-45 Zentimeter und ein Bestrahlungsrhytmus von 20 Minuten. Die Umgebungstemperatur von kranken Vögeln sollte um die 30 Grad liegen.

Nachtlicht

Gerade bei Neulingen, Nestlingen oder schreckhaften Vögeln kann das Nachtlicht lebensnotwendig sein. Denn vor schreck stürzen plötzlich Wellensittiche ab oder fliegen gegen andere Gegenstände, wenn sie in der Dunkelheit nichts erkennen können und ungewöhnliche Geräusche hören. Meist ziehen dann auch alle anderen mit, denn wenn Gefahr droht, zieht auch in der Natur der gesamte Schwarm los. Nachtlichter werden in die Steckdose gesteckt, verbrauchen wenig Strom und sorgen für ein leichtes Dämmerlicht. So lassen sich Umrisse in der Umgebung erkennen, wie das Mondlicht in freier Wildbahn.

Käfigzubehör

Fress- und Wassernäpfe

Diese sollte jeder Vogelhalter kennen. In denen wird Wasser und Futter gereicht. Achten sollte man darauf, dass diese optimal zu reinigen sind. Am besten eignen sich Edelstahlnäpfe aus dem Fachhandel. Sie lassen sich auch in der Spülmaschine reinigen. Angebracht dürfen sie niemals unter Stangen, es könnte Kot hineinfallen und das Wasser bzw. Futter verdrecken. Es sollten immer mehr Näpfe vorhanden sein, damit es keine Streitereien zwischen den Wellensittichen kommt, wenn alle auf die Idee kommen, Hunger zu verspüren. Gerade Wellensittiche erledigen gerne alles gemeinsam. Wassernäpfe werden z.B. auch gerne als Bademöglichkeit genommen. Z.B. badete mein alter Penanntsittich mit Vorliebe in seinem Trinkgefäß, obwohl er nicht hineinpasste. Nur sein Bauch lag optimal.

Futterraufen

In denen lassen sich gut Kräuter, Gemüse und Obst anbieten. Sie sollten aber nur darauf achten, dass daran kein Wellensittich hängen bleibt oder verletzten kann.

Früchtespieß

Sie sollten aus rostfreiem Edelstahl sein und mit einer Befestigungsmöglichkeit ausgestattet sein. An ihnen lassen sich Früchtestückchen gut anbringen. Damit wird gewährleistet, dass die Obstsorten nicht gleich nach dem ersten Bissen auf dem Käfigboden landen.

Mineralsteine

Neben dem Körnerfutter brauchen Wellensittiche Mineralstoffe und Spurenelemente. Ein solcher Stein dient nicht nur für dessen Aufnahme, sondern sorgt auch bei Benagung dafür, dass sich der Schnabel abwetzt. Außerdem dient dieser auch als Beschäftigung.

Spielzeug

Abwechslung ist auch bei Wellensittich wichtig, um die alltägliche Langeweile zu bekämpfen. In freier Wildbahn sind sie mit der meisten Zeit damit beschäftigt, Nahrung und Wasser zu suchen oder ziehen gerade die Brut groß. Aber was machen die Wellensittiche im Käfig? Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Angefangen vom Sisalseil bis hin zu Kletterbäumen sollte alles dabei sein.

Äste

Hier eignen sich vor allem unbehandelte, ungiftige Naturäste, wie zum Beispiel:

  • Haselnuss
  • Weide
  • Birke
  • Hainbuche
  • Ahorn
  • Erle
  • Linde
  • Obstbäume

Wie die Mineralsteine versorgen auch Äste die Wellensittiche mit Mineralstoffen und Vitaminen. Durch die unterschiedlichen Durchmesser, sorgen diese auch für unterschiedliche Stellungen der Füße und beugen somit Arthrose und Geschwüren vor. Ausgewechselt sollten die Äste alle 4-6 Wochen und sorgen somit immer aufs neue für Spiel- und Knabberspaß. Zum Reinigen der Äste empfiehlt sich hier der Dampfreiniger, der die Pilze usw. abtötet.

Not- oder Krankenkäfig

Bei einem angehenden Krankheitsfall kann der entsprechende Wellensittich gleich in den Käfig gesetzt und behandelt werden, z.B. Infrarotlicht. Die anderen bleiben ihm somit fern und stecken sich nicht womöglich noch an.

Transportkäfig

Er sollte etwas größer als der Wellensittich sein und er muss aufrecht darin sitzen können. Eine Stange ist nicht zwingend. Gerade schwache Tiere können sich oft nicht halten und würden eh nach unten plumpsen. Wenn sie eine Stange anbringen, dann so tief wie möglich.

Krallenstange

Sie helfen dabei, die Krallen auf normaler Länge zu halten. Sie besteht aus natürlichen Mineralien, zum Beispiel:

  • Amigo-Sitzstange
  • Pedicure-Roll-Swing-Schaukel

In jedem Käfig sollte eine mindestens 30cm lange Krallenstange enthalten sein.

Tageszeitungen

Käfigböden lassen sich besser reinigen, wenn sie erst mit Zeitung ausgelegt und später noch mit Vogelsand bedeckt werden.

Futtermittel

Jedes Futter sollte trocken, dunkel und kühl (15 Grad) gelagert werden. Luftfeuchtigkeit bei 20%.

Notfallapotheke

Wenn mal der Notfall eintritt, können, wie zum Beispiel das Vitamin-B-Komplex, enorme und wichtige Hilfe leisten. Aber auch Blutungen können schnell gestillt oder Fremdkörper schnell entfernt werden.

Sonstiges Zubehör

Fangnetze/ Käscher

Ist mal ein Vogel entwichen oder müssen ihn schnell in den Käfig zurück bekommen, so sind solche Hilfsmittel sehr nützlich. Ohne den Vogel groß zu jagen, kann er damit schnellstens eingefangen werden.

Zangen, Säge, Schrauben

Werden gebraucht, um Äste zu schneiden und Käfiggerecht anzupassen oder eigenes Spielzeug herzustellen.

Nistkästen

Möchten sie ihre Lieblinge zur Brut bewegen und haben bereits eine Zuchtgenehmigung, sind solche Kästen unverzichtbar. Wellensittiche sind Höhlenbrüter und brauchen solche Nistmöglichkeiten.

Mittel gegen Ungeziefer

Befallenes Futter sollte umgehend entsorgt und nicht mehr angeboten werden. Schädlinge, wie zum Beispiel:

  • Mehlmotten

  • Fliegen

  • Mücken

  • Käfer

  • Schaben

  • Motten

  • Silberfischchen

  • Spinnen

  • Asseln

  • Ameisen

  • usw.

lassen sich mit Fallen (Sexualduftstoffe) und Ardap-Spray bekämpfen.

Kletterbaum

Als Möbelschoner eignen sich Kletterbäume hervorragend. An ihnen können sie beim Freiflug klettern, nagen, fressen, spielen und schlafen.

Keimschalen

Gekeimte Körner sind nicht nur gesund, sondern auch eine Abwechslung im Alltag. Die aufgeweichten Körner sind weicher und bekömmlicher als die normalen. Achtung vor Schimmel. In den Keimsäulen (meist drei Schalen übereinander) fangen die Körner leicht an zu schimmeln. Kontrollieren sie deshalb ständig das Keimsilo.

Wasserzerstäuber

Für die Gesundheit des Gefieders ist es sehr wichtig, dass dieses öfters befeuchtet wird. Es empfiehlt sich mindestens einmal pro Woche, die Wellensittiche damit abzusprühen.

Atemmasken

Empfindliche Menschen sollten bei der Reinigung von Käfig und Zubehör eine solche Maske tragen. Sie verhindert die Aufnahme von Vogelstaub.

Quelle: WP-Magazin

Urlaubsbetreuung

Allgemeines

  • Während der Urlaubszeit sollten Sie Ihr Tier nur in kompetente und liebevolle Hände geben. Gute Freunde und Nachbarn sind nicht immer greifbar und/ oder für Sie zumutbar, um Ihr Tier ordnungsgemäß zu versorgen.
  • Auf jeden Fall rechtzeitig um einen Ferienplatz kümmern, z.B. privaten Tiersitter oder in einer Tierpension.
  • Tierheime sind nicht geeignet, da diese Ihre Kapazitäten freihalten müssen, um eventl. Notfälle und Fundtiere aufzunehmen.
  • Beratungstelefon (Mai bis Mitte September von Mo.- Fr. 10.00 Uhr – 18.00 Uhr): 0228 – 604 96 27

Wie finde ich aber die richtige Urlaubsbetreuung?

  • Fragen Sie andere Tierhalten, Ihren Tierarzt oder den örtlichen Tierschutzverein (Siehe wichtige Adressen) nach empfehlenswerten Tierpensionen.
  • Einige Tierheime halten in begrenztem Umfang Pennsionsplätze bereit. Manche Züchter nehmen Tiere aus Ihrer Zucht während des Urlaubs der Besitzer wieder auf. Nachfragen jedoch frühzeitig stellen!
  • Der Deutsche Tierschutzbund bietet auch Urlaubshilfe, der über die örtlichen Tierschutzvereine „Tiertpatenschaften“ vermittelt.
  • Durchforsten Sie Inserate von Zeitungen, Aushänge im Tierheim, beim Tierarzt, im Supermarkt oder Homepageseiten (auch hier auf Tierreich.net).
  • Tipp: Das Motto heißt, nimmst Du mein Tier, so nehme ich auch deins. Und so sollte es auch laufen, diese Partnerschaft ist ideal, denn auf Dauer ist man mit dem jeweiligen Tier besser vertraut und eine artgerechte Pflege ist gewiss.

Was muss der Betreuer alles wissen/ beachten?

  • Erstellen Sie einen „Tierpass“ mit Namen, Anschrift, Bild, Versicherung, impfstand (evetnl. Kopie vom Impfpass), Tätowiernummer, Mikrochipkennzeichnung, Name und Anschrift vom Tierarzt, und Eigenarten des Tieres.
  • Besonderheiten und Vorlieben des Pfleglinges, z.B. Nahrung, Spaziergänge, Streicheleinheiten usw.
  • Ihre Ferienanschrift und Erreichbarkeit im Notfall (Adresse/ Telefonnummer)
  • Adresse des Tierarztes (für alle Fälle), Telefonnummern vom tierärztlichen Notdienst, vom Tiersuchdienst und Tierheim.
  • Im Gastgepäck gehören unbedingt auch vertraute Dinge, wie z.B. Näpfe, Leine, Halsband, Schlafdecke, Korb, Spielzeug, Bürste, Tierpass usw.
  • Hunde: Der verantwortungsbewußte Hundebetreuer macht sich rechtzeitig mit seinem Urlaubsgast intensiv vertraut. Das Hundefuztter sollte das gewohnte sein und Fütterungsexperimente sollten vermieden werden. Natürlich ist Frischwasser, genügend Auslauf und Spiel-/ Streicheleinheiten Standard.
  • Katzen: Katzen haben die Eigenart alles zu beschnuppert, deshalb ist es ratsam, sich vorher von Ihr beschnuppern zu lassen. Bei der darauffolgenden Betreuung ist man nicht mehr der Unbekannte. Wie beim Hund sollte man auf Fütterungsexperimente verzichten, Sie lieben Ihr gewohntes Futter. Natürlich ist die regelmäßige Reinigung des Katzenklos selbstverständlich. Katzen spielen und schmusen gerne, aber nur wenn Sie es auch wollen.
  • Vögel: Der Vogelbetreuer sollte möglichst viel von seinem Schützling wissen, um liebevoll mit ihnen umzugehen (z.B. behutsames reden). Vögel wollen auch in Abwesenheit des Halters Ihr Leben wie gewohnt weiter führen.

Tipp

Sollten Sie Ihr Tier in einer Pension unterbringen, so schließen Sie einen Pensionsvertrag ab, in denen Sie alle wichtigen Dinge und Einzelheiten regeln. Einen Mustervertrag können Sie vom Deutschen Tierschutzbund erhalten. Ein Anruf beim Urlaubsberatungstelefon (Tel.: 0228/ 604 96 27) genügt.

Tierheime und Tierpensionen

Schauen Sie sich vor Ihrem Reiseantritt das Domizil genauer an, den niemand anderes als Sie kann dieses besser beurteilen und bewerten, ob es auch für Ihr Tier geeignet ist.

  • Fachkompetenz der Pfleger (Sachkundenachweis)
  • Kommt ein Tierarzt regelmäßig ist Haus
  • Wird auf wichtige Impfungen wert gelegt
  • Welchen Eindruck machen die betreuten Tiere? Gepflegt? Munter? Ängstlich?
  • Sind die Unterkünfte beheizt, sauber und ausbruchssicher?
  • Wieviel Zeit hat der Betreuer für jedes Tier?
  • Werden auch Sonderwünsche berücksichtigt?

Unterkunft beim Züchter

Manche Züchter nehmen Tiere aus eigener Zucht während des Urlaubs der Besitzer in Pflege. Haben Sie diese Möglichkeit bereits beim Erwerb Ihres Tieres erfragt? Ansonsten holen Sie dies doch nach!

 Tierheime sind keine Pensionen

Die Hauptaufgabe der Tierheime besteht darin, herrenlose Tier oder Fundtiere aufzunehmen. Pensionstiere können dort nur bedingt unterkommen. Auch hier gilt: Rechtzeitig anmelden!

Quelle: Tier und Urlaub – Der Ratgeber – (D. Tierschutzbund, Whiskas, Pidegree und ein Herz für Tier)

 

 

Pflegeplan

Täglich

Vom Käfigboden und vom Fußboden rund um den Freisitz alle Nahrungsreste und Exkremente entfernen. Den Fußboden um den Freisitz am besten mit abwaschbarer Folie auslegen. Den Käfigboden mit frischem Sand, Einstreu oder sauberem Papier bedecken.

Verschmutzte Äste feucht abwischen, wenn nötig zuvor mit Sandpapier abreiben.

Alle Näpfe ausleeren, heiß waschen, abtrocknen und neu füllen.

Nachmittags prüfen, ob noch genügend Körnernahrung in den Näpfen ist, und nötigenfalls nachfüllen.

Wöchentlich

Bodenschale und Sandschuber des Käfigs warm auswaschen und trocken reiben.

Vorhandene Beschäftigungsgegenstände im Käfig oder Kletterbaum wie Spiegel, Glocke oder anderes heiß waschen und abtrocknen.

Monatlich

Den Käfig leeren und ohne die Bodenschale in der Badewanne abbrausen und trockenreiben.

Zernagte Äste im Käfig und am Kletterbaum durch frische, heiß gewaschene und gut getrocknete ersetzen.

Wichtig

Zum Saubermachen keine Spül- oder Putzmittel verwenden, da Sie für den Wellensittich giftig sind. 55 Grad warmes Wasser genügt völlig und ist ungefährlich.

Quelle: GU Ratgeber

Wellensittiche aus zweiter Hand

Bitte reagieren Sie nicht erschrocken über die gewählte Überschrift. Es gibt immer wieder Fälle, bei denen ein Vogel abgegeben werden muss. Sei es aufgrund eines Todesfalles oder der Halter mit der Pflege überfordert ist.

Es kann also sein, dass diese „Notverkäufe“ häufig günstig zu erwerben sind, dann neigen Halter oftmals dazu, ein solchen Papagei zu kaufen.

Mit diesem Artikel möchte ich Ihnen erörtern, worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Der erste und wichtigste Punkt ist die Gesundheit vom Tier. Dieses entscheidende Kriterium ist ein Zeichen für Langes und Zufriedenes Vogelleben. Einen gesunden Papagei erkennt man unter anderem an seinem schönen, vollständigen und glänzendem Gefieder. Kränkliche Tiere hingegen haben oftmals ein struppiges, stumpfes oder gar teilweise ausgefallenes Gefieder. Allerdings kann ein solches Gefieder auch ein Zeichnen für fehlende Bademöglichkeiten sein, was schnell korrigiert werden kann.

Schlimm aber ist die Situation der Rupfer, sie ziehen sich selber einzelne Federn mit den Kielen heraus. Das sind Zeichen für Verhaltensstörungen und meistens chronisch. In vielen Fällen werden die Ursachen gar nicht herausgefunden und eine Behandlung verläuft somit nicht erfolgreich.

Übernehmen Sie trotzdem einen solchen Vogel, so müssen Sie sich aber bereits vor dem Kauf mit der Verantwortung vertraut machen. Oftmals werden Tiere von Hand zu Hand gereicht, da die Halter überfordert waren. Das kann dem Tier natürlich mehr schaden als nützen. Wer möchte schon ständig sein zuhause zwangsweise wechseln. Außerdem bedeuten die vielen Transporte Stress für die Tiere, was sich wiederum schlecht auf die weitere Gesundheit auswirkt. Außerdem müssen Sie sich im Klaren sein, dass Ihr „Neuerwerb“ unter Umständen lebenslang gestört bleibt.

Niedrige Luftfeuchtigkeit in der Wohnung und/ oder fehlerhafte Ernährung und dem daraus resultierenden Vitamin A Mangel fördern Pilzbefall. Der Befall von Aspergillose kann ohne weiteres nicht erkannt werden, nur durch bakterielle Untersuchungen, eine Endoskopie oder auch durch Röntgen.

Sind sie also in der Wohnung des Verkäufers, so können Sie sich dessen Lebensqualität vor Ort betrachten:

  • wie ist die Luft im Raum? Trocken und schlecht oder Angenehm?

  • stehen Pflanzen oder sonstige Luftbefeuchter im Zimmer?

  • wie sieht der Käfig oder die Voliere aus? Nicht gereinigt oder gepflegt?

  • was für Futter wird gereicht? Nur Sämereien oder ausgewogenes Futter mit Obst, Gemüse, Kräutern und Gritt?

Sind nur schlechte Anzeichen gegeben, so besteht die Möglichkeit eines Pilzbefalls. Dieser muss nicht akut sein, sondern kann auch erst durch den darauffolgenden Transport ausgelöst werden. Wie bereits erwähnt, stellt ein Ortswechsel und der Verlust der Bezugsperson Stress für den Papagei dar und dieses kann ein Auslöser für Krankheiten sein. Beachten Sie auch, dass Aspergillose oftmals zum Tode führt.

Zwar können kranke Papageien die Krankheit recht lange kontrollieren, solange die keinem Stress ausgesetzt sind, aber in einem solchen Fall vermehren sich die Pilze explosionsartig und vergiften den kleinen Organismus mit ihren Mykotoxinen.

Hier sei erwähnt, dass es sich nur um Beispiele handelt, es gibt natürlich auch noch andere Krankheiten, die bei Stress ausbrechen könnten, wie z.B. noch der Wurmbefall. Vorm Ortswechsel konnte das Immunsystem die Würmer noch kontrollieren, anschließend war es aber so geschwächt, dass die Parasiten überhand gewinnen konnten und die Krankheit ausbrach. Gerade bei Papageien, die in Freivolieren leben, sollten an die Würmer gedacht werden!

Es empfiehlt sich daher, nach dem Kauf eines Vogels, gleich den Tierarzt aufzusuchen und eine Vorsorgeuntersuchung anzustreben. Auch sollte dieser erst einmal getrennt von ihren anderen Vögeln/ Tieren gehalten werden, bis sichergestellt werden kann, dass diese die anderen Tiere nicht mehr anstecken können.

Fall aus der Praxis: Zu meiner damaligen Zucht kaufte ich einen weiteren Wellensittich, welchen ich gleich zur vorhanden Gruppe integrierte. Alles war schön und gut, aber nach und nach erkrankten alle meine Wellensittiche und starben. Später stellte sich heraus, dass diese an Psittakose erkrankt waren, eine Behandlung verlief negativ. Dem Züchter konnte ich leider nichts nachweisen und somit weigerte er sich auch, für den entstandenen Schaden aufzukommen. Aus Frust entsorgte ich auch die große und teure Voliere. Heute ärgere ich mich drüber, denn eine Desinfektion hätte es auch getan. Aber aufgrund des Schmerzes überlegte ich nicht genug!

Es werden auch von Fällen erzählt, wo gesunde Papageien von der Stange fielen. Das kann passieren, wenn diese z.B. Jahre lang in kleinen Käfigen lebten. Wurden sie dann in Volieren umgesetzt, so schafften sie es nicht, sich auf die neue Situation umzustellen und starben aufgrund von Stress-Symptomen.

Problematisch kann der Erwerb von Kakadus sein. Sie zeigen nach langer Einsamkeit aggressive Anfälligkeit, schreien ununterbrochen und beißen unerwartet zu. Hier hilft nur eine Vergesellschaftung, andere erzieherische Maßnahmen werden nicht helfen. Es gab aber auch Fälle, wo zu einem männlichen Kakadu ein Weibchen dazugesellt wurde. Da aber das Männchen zu lange alleine war, tötete er das Weibchen. Diese Tiere gehören nur in erfahrene Hände.

Viele Halter trennen sich erst dann von einem Papagei, wenn es bereits zu spät ist. Es wird immer schwieriger den Vogel zu erziehen, wenn er älter wird. Mit zunehmenden Alter werden Angewohnheiten einfach nicht mehr abgewöhnt, ähnlich wie beim Menschen. Hinzu kommt noch, dass diese schwer zu zähmen sind und womöglich ein Leben lang ängstlich bleiben, wenn man sich ihnen nähert.

Amazonen schreien nicht nur wie verrückt, sondern attackieren auch jeden, außer seiner Bezugsperson. Ein Erwerb kann also nur dann in Frage kommen, wenn die Amazone seinen neuen Pfleger akzeptiert.

Ich möchte Sie nicht erschrecken oder gar vom Kauf eines Vogel aus zweiter Hand abraten, sondern nur sensibilisieren, wenn Sie an einen solchen erwerben möchten und was womöglich auf Sie zukommt. Denn es gibt auch Beispiele, wo viele Papageien und Vögel ein liebes zuhause gefunden haben und dort gesund und munter leben können. Haben Sie nun Bedenken, so rate ich Ihnen vom kauf ab. Da ist es ratsamer, einen Züchter aufzusuchen und einen Jungvogel oder zwei zu erwerben. Denn es nützt beiden nichts, wenn der Papagei nach kurzer Zeit wieder abgegeben werden muss.

Quelle: WP-Magazin Nummer 3 aus 2002

Eingewöhnung

Tipp

Häufiges Sprechen mit dem Papagei fördert das Vertrauen und die Sprechbegabung des Vogels. Er lernt Ihre Stimme kennen und versucht vielleicht mit der Zeit, kleine Sätzchen nachzusprechen.

Nach dem Kauf bringen Sie Ihren Wellensittich am besten in einem Transportbehälter auf dem kürzesten Weg nach Hause. Achten Sie darauf, dass der Vogel währenddessen vor Hitze, Kälte oder Feuchtigkeit geschützt ist. In der Wohnung muss bereits der bezugsfertige Käfig mit gefüllten Futternäpfen für Ihren Papagei bereitstehen.

Die ersten Stunden daheim

Erster Schritt:

Halten Sie den geöffneten Transportbehälter so vor die offene Käfigtür, dass nur ein Weg für den Wellensittich möglich ist. Er strebt bestimmt vom Dunklen ins Helle und klettert in seinen Käfig. Wenn er drin ist, sofort die Tür schließen und sich zurückziehen. In den nächsten Stunden lassen Sie den Papagei am besten allein, damit er die Käfigseinrichtung ungestört erkunden kann. Außerdem muss der Vogel zunächst das Fangen in der Zoofachhandlung oder beim Züchter, den Transport und den Umgebungswechsel verarbeiten, denn die Schreckerlebnisse bedeuten für den Papagei eine große seelische Belastung.

Zweiter Schritt:

Nach einigen Stunden oder am nächsten Tag setzen Sie sich etwas entfernt vom Wellensittich, aber in Sichtkontakt, in der Nähe des Käfigs. Sprechen Sie jetzt leise und beruhigend mit dem Papagei. Verwenden Sie nur kurze Sätzchen, nennen Sie dabei oft seinen Namen. Nähern Sie sich dem Wellensittich stets nur sprechend oder pfeifend, denn Vögel sind stummen Geschöpfen gegenüber argwöhnisch.

Die ersten Tage

Die ersten Tage sind wohl von gegenseitiger Vorsicht geprägt. Sie möchten Ihren Papagei durch nichts erschrecken, ihm keine Angst machen, und er möchte so viel Abstand von Ihnen wie nur möglich. Dennoch müssen Sie zweimal täglich mit der Hand in den Käfig greifen, um für frische Nahrung und Sauberkeit zu sorgen. Ein gutes Mittel, dem Vogel diesen Schrecken zu erleichtern, ist absolute Pünktlichkeit. Wenn Sie wiederkehrende notwendige Vorgänge stets zur gleichen Zeit vornehmen, gehören diese für den Vogel bald zum unvermeidlichen Tagesablauf.

Hantieren im Käfig

Morgens und nachmittags müssen Sie die Futternäpfe aus dem Käfig nehmen und frisch gefüllt wieder hineinhängen. Mit einem eigens dafür bestimmten Löffel nimmt man morgens noch die Exkremente (Ausscheidungen vom Wellensittich) vom Käfigboden und streut etwas frischen Sand oder Einstreu nach oder wechselt das Papier aus. Während der ganzen Prozedur reden Sie mit dem Vogel. Vermeiden Sie jede hastige Bewegung, auch wenn der Wellensittich vielleicht versucht, nach Ihnen zu hacken. Dann sollten Sie übrigens gleich mit einem ruhigen, aber bestimmten „Nein nein“ reagieren. Mit der Zeit wird der Wellensittich verstehen, dass mit dem „Nein nein“ ein Tabu verbunden ist.

Draufgänger oder Angsthase: Hat Ihr Papagei den größten Stress überwunden, wird er den Käfig voll in Anspruch nehmen, alle Sitzäste erproben und anfangen, Zweige zu benagen. Schon bald merken Sie an seinen Reaktionen, ob Sie einen vitalen Draufgänger bekommen haben oder eher ein verstörtes Angstbündel. Versucht der Papagei, Sie bei den Verrichtungen im Käfig zu beißen, ist ein Draufgänger geradezu bemüht, Sie zu erwischen. Der Angsthase dagegen weicht Ihnen aus, so gut wie es geht, beißt aber zu, wenn er sich bedrängt fühlt. Erhebt Ihr Papagei zum ersten Mal laut und ausdauernd seine Stimme, so kann das Protest gegen das Alleingelassensein oder Lebensangst sein. Der Draufgänger schreit mit ganzer Kraft weiter, wenn Sie zu ihm sprechen. Der Angsthase verstummt ängstlich, wenn er Ihre Stimme hört.

Hinweis

Lautes Protestgeschrei können Sie unterbrechen, indem Sie für einige Minuten ein Tuch über den Käfig legen. Verdutzt wird der Wellensittich still sein und schon bald verstehen, dass das Tuch nur kommt, wenn er laut schreit.

Die erste Woche

Verliefen die ersten Tage mit dem neuen Familienmitglied ohne extreme Aufregungen, wird der Vogel schon bald neugierig beobachten, was um ihn her vorgeht. Niemand kann sagen, wie viel Zeit vergeht, bis der Papagei sich bei Ihnen eingewöhnt hat. Manchmal genügen einige Tage, manchmal dauert es mehrere Wochen. Bemühen Sie sich, alles zu vermeiden, was das Vertrauen des Papageis erschüttern könnte und ihm Angst macht.

Das Vertrauen fördern

Sprechen Sie so oft wie möglich mit Ihrem Papagei. Nennen Sie dabei seinen Namen und singen oder pfeifen Sie ihm kleine Melodien vor. Vielleicht versucht er Sie eines Tages zu imitieren.

Vermeiden Sie Unruhe und hastiges Treiben in seiner Nähe. lautes Türenknallen, Hundegebell oder geräuschvolle Hausarbeiten machen ihm Angst.

Treten Sie nicht mit ungewohnten, auffallenden Utensilien vor den Käfig, beispielsweise mit einem großen schwarzen Hut, mit Lockenwicklern in den Haaren, mit aufgespannten Regenschirm oder ähnlichem.

Stellen Sie unbekannte Gegenstände mit denen der Papagei aber demnächst Bekanntschaft machen soll, eine Zeitlang für ihn sichtbar in der Nähe des Käfigs auf, zum Beispiel die Sprühflasche, aus der er bald sein erstes Duschbad bekommen soll. Kennt der Vogel solche Gegenstände bereits vom Sehen, wird er nicht mit Panik auf deren Einsatz reagieren.

Hat es der Wellensittich erst einmal gelernt, auf den Stock zu steigen, kann man ihn problemlos transportieren.

Geduld ist die halbe Miete

Mit dem Fliegen muss sich Ihr Papagei noch etwas gedulden, denn ehe er nicht mit Ihrer Hand vertraut ist, bleibt er am besten im Käfig. Es kann jedoch sein, dass er auf seinem Sitzast kräftig mit den Flügeln schlägt. Das macht natürlich Staub und Lärm. Aber es ist gut für den Vogel, er trainiert so seine Flugmuskeln und gleicht die zu geringe Bewegungsmöglichkeit aus. Beschäftigen Sie den Vogel, indem Sie ihm täglich frische Zweige zum Benagen anbieten. Nährstoffe aus der Rinde, die er beim Nagen aufnimmt, fördern sein Wohlbefinden.

Tipp

Bieten Sie Ihrem Wellensittich Leckerbissen, wie einen trockenen Keks oder ein Stückchen Weißbrot auf der hand an. So können Sie erreichen, dass der Wellensittich mit der Zeit handzahm wird.

Mit Speck fängt man Mäuse, heißt ein bekanntes Sprichwort. Auf die gleiche Art können Sie auch erreichen, dass Ihr Wellensittich handzahm wird. Beobachten Sie zunächst, welches Obst und Gemüse er vorzugsweise aus seinen Futterschälchen nimmt. Bieten Sie ihm dann diese Leckerbissen von außen durch das Käfiggitter mit der Hand an. Sie dürfen ihm auch ein Stückchen Brotrinde, etwas Weißbrot, einen trockenen Keks oder ein sehr kleines Stück Hartkäse geben. Große Papageien bekommen größere Stückchen, kleine Papageien nur kleine. Auf diese Weise erfährt Ihr Wellensittich, dass ihm die Hand Gutes bringt. Bei manchen Wellensittichen dauert es allerdings wochenlang, ehe Sie sich trauen, etwas aus der Hand zu nehmen. Nun sollten Sie den nächsten Schritt wagen. Probieren Sie, ihn durchs Käfiggitter mit einem kleinen Zweig im Nacken ganz sacht gegen den Strich zu kraulen. Versuchen Sie das Kraulen so oft wie möglich, bis er wohlig stillhält und es sichtlich genießt. Weitere Handkontakte folgen erst, wenn Ihr Wellensittich nicht mehr ständig im Käfig lebt.

Ungestörte Nachtruhe

In der Natur suchen Wellensittiche bei Einbruch der Dunkelheit Ihre Schlafplätze auf und beginnen mit der Nachtruhe. In der Obhut des Menschen kann der Wellensittich aber auch bei elektrischer Beleuchtung noch recht munter sein oder trotz des Lichts schläfrig werden, wenn seine innere Uhr ihm nämlich sagt: „Schlafenszeit“. Will der Wellensittich schlafen, zieht er sich auf seinen bevorzugten Schlafplatz zurück und schenkt den Vorgängen um ihn her keine keine Aufmerksamkeit mehr. Selbst Fernsehen, Musik, Unterhaltung stören ihn kaum, wenn er nicht direkt auf den nahen Bildschirm sehen muss, wenn alle Geräusche etwas gedämpft sind und ihn nicht gerade grelles Licht trifft.

Bitte daran denken

  • Ehe Sie das Licht löschen, vergewissern Sie sich, dass der Wellensittich auf seinem Schlafplatz sitzt. Im Dunkeln würde er ihn nicht finden und unruhig im Käfig klettern oder gar flattern, wobei er sich verletzen könnte.

  • Wenn Straßenlaternen das Vogelzimmer zu hell erleuchten oder Autoscheinwerfer den Wellensittich erschrecken können, das Zimmer lieber durch Vorhang oder Rollos verdunkeln, sonst findet der Vogel keine Ruhe.

  • Im völlig dunklen Zimmer aber besser eine schwache Lampe anschalten, damit sich der Wellensittich orientieren kann, wenn er nachts durch irgend etwas erschreckt wird.

Hinweis

Ein gut eingewöhnter Wellensittich braucht diese Vorsichtsmaßnahme nicht mehr.

Quelle: GU Ratgeber

Der erste Freiflug

TIPP

Hat Ihr Papagei die Scheu vor Ihrer Hand überwunden, und drückt er sich nicht mehr verängstigt in eine Käfigecke, wenn Sie sich ihm nähern, dürfen Sie seinen ersten Ausflug vorbereiten.

Den ersten Ausflug vorbereiten

Für den Anfang genügt es, wenn Ihr Wellensittich bei seinem ersten Ausflug nur das Zimmer, in welchem sein Käfig steht, genau kennen lernt.

Gefahren beseitigen

Noch ehe Sie die Käfigtür öffnen, sollten Sie den Raum „vogelsicher“ machen.

Fenster schließen

Vergewissern Sie sich, dass alle Fenster und Türen im Zimmer geschlossen sind. Auch gekippte Fenster müssen geschlossen werden, denn Sie hindern einen Wellensittich nicht am Wegfliegen.

Gardinen vorziehen

Ziehen Sie die Gardinen oder Stores vor die Fensterscheibe. Ein Wellensittich erkennt die blanke Fensterfläche nicht als Raumbegrenzung. Er kann mit solcher Wucht dagegen prallen, dass er bewusstlos oder mit gebrochenem Genick zu Boden fällt. Wenn Sie keine Stores oder Gardinen haben, lassen Sie die Rollos oder JalouSien bis auf etwas 30 cm herunter und erleuchten, wenn nötig, das Zimmer elektrisch. Die unbedeckte Fensterfläche dann täglich um ein kleines Stück vergrößern, bis der Wellensittich die Fensterscheibe als Raumbegrenzung begriffen hat. Das dauert meist nur einige Tage.

Ist die Käfigtür offen, setzen Sie sich in einiger Entfernung hin und beobachten Ihren Papagei. Irgendwann wagt er es, den Käfig zu verlassen und vom Käfigdach oder von der Türöffnung aus abzufliegen. Dann kommt es darauf an, wo ihm die Landung gelingt. Steuert er den Kletterbaum an oder wieder das Käfigdach, brauchen Sie nichts zu tun. Der Vogel klettert entweder in den Käfig, untersucht den Vogelbaum oder startet zur nächsten Runde. Landet er auf erhöhter Warte, etwa der Lampe, einem Schrank oder einer Vorhangstange, wird er nicht so bald Lust haben, diesen für ihn sicheren Platz zu verlassen. Landet er aber auf dem Fußboden, Sieht die Sache anders aus. Aus dieser Perspektive befindet sich alles über ihm und das ängstigt den Wellensittich.

Hinweis

Wellensittiche, deren Flügel beschnitten sind, können nicht fliegen. Entweder Sie flattern bei Ihrem ersten Ausflug zu Boden, oder Sie verlassen den Käfig kletternd. Vom Boden aus können Sie nicht mehr auffliegen. Versuchen Sie deshalb, den Wellensittich auf dem Stock steigen zu lassen und tragen Sie ihn zum Käfig beziehungsweise zum Kletterbaum.

Zurück in den Käfig

Nehmen Sie den Stock und halten Sie ihn dem Wellensittich am boden mit ausgestrecktem Arm hin, so dass viel Abstand zwischen Ihnen und ihm ist. Möglicherweise besteigt er den Stock sofort, weil er ihn für einen Sitzast hält. Wenn nicht, legen Sie den Stock schräg so vor den Wellensittich, dass das Holz leicht seinen Unterbauch berührt und drücken Sie sanft dagegen. Das veranlasst ihn wahrscheinlich aufzusteigen. Hat Ihr Wellensittich eine hohe Warte als Anflugplatz aufgesucht, lassen Sie ihn eine ganze Weile dort sitzen. Kommt er nach einer Stunde nicht von selbst herunter, versuchen Sie ebenfalls den Trick mit dem Stock. Fruchtet der nicht, lassen Sie den Wellensittich sitzen, wenn nötig sogar über Nacht. Einmal wird er hungrig und strebt allein in den Käfig zurück.

Unbedingt vermeiden

Den Wellensittich jetzt nicht jagen. Das könnte bereits erworbenes Vertrauen zunichte machen.

Wichtig

Das Aufsteigen auf den Stock sollten Sie von nun an täglich üben. Ist der Stock für den Wellensittich eine Selbstverständlichkeit, kann er, falls einmal notwendig, rasch transportiert werden.

Quelle: GU Ratgeber

Beschäftigungen mal anders

Allgemeines

Wie sieht ein üblicher Käfig- oder Voliereninhalt aus? Sitzstangen quer von Seite zu Seite, einige Futter- und Wassernäpfe, ein Kolbenhirse mit Wäscheklammerhalterung am Käfigrand und diverses Plastikspielzeug. Schnell sollte einem bewusste Vogelhalter klar werden, hier geht mehr. Denn auch Wellensittiche neigen zur Langeweile. In zoologischen Gärten ist es bereits Gang und Gebe, die Tiere mit der Futteraufnahme zu beschäftigen. Dieses Verhalten wird auch als Behavioural Enrichment (Verhaltensbereicherung) genannt.

Bewegliche Sitzstangen

Warum müssen Sitzäste immer nur quer von Seite zu Seite gehen? Es geht auch anders. Binden sie doch einmal Schnüre an die jeweiligen Astenden und bringen diese am Käfigdach an. Dadurch erhalten sie Beweglichkeit und die Wellensittiche werden mehr gefordert, wenn es um das Halten des Gleichgewicht geht. Aber auch das Springen von Ast zu Ast wird schwieriger, wenn diese hin und her schwingen.

Die Schwingungen erhalten mehr windähnliches Verhalten, wenn die Äste nicht am Dach, sondern unter einem Sitzast befestigt werden. Sobald ein Sittich oben landet, bewegen sich auch die unteren automatisch.

Holzschaukel

Schaukeln vom Zoohändler kennt jeder, Standartholz mit starren Befestigungen. Aber nehmen sie einfach einen kleinen Ast, Schrauben links und rechts Ketten ran und befestigen dies an einer geeigneten Stelle, wird daraus eine attraktive Sitzgelegenheit.

Holzleiter

Auch hier gibt es im Handel vorgefertigte Leitern, aber wie Schaukeln doch eher statisch. Nehmen sie doch zwei längere Äste und, je nach Länge der Äste, kleinere Holzästchen. An den Enden der Holzästchen schrauben sie Ösen und den seitlichen Ästen die passenden Gegenstücke. Dadurch wirkt die Leiter instabil und wird beweglicher. Für Wellensittiche eine Herausforderung darauf zu balancieren.

Seil aus Kokosfaser oder Sisal

Der Unterschied von diesen beiden Materialien besteht darin, dass Kokosfaser stabiler ist und nicht ganz so schnell zerfasern. Binden sie Zwischendurch einige Knoten und hängen das Seil entweder frei schwebend von oben oder binden beide Enden quer durch die Voliere. Ein Kletterspaß der anderen Art.

Kokosnussschalen

Als Ruheplatz und Knabbergelegenheit bieten sich Kokosnussschalen an. Halbiert und mit einem Loch in der unteren Mitte versehen, lassen sich diese mit einem Sisal- oder Kokosnussfaserseil befestigen. Nach einer Gewöhnungsphase wird diese auch gerne als Ruheplatz genutzt. Aber Vorsicht, es könnten Streitigkeiten geben, wenn mehrere gleichzeitig dort verweilen möchten. Sie können auch mehrere Schalen untereinander anbringen.

Hirsenhalterung der beweglichen Art

Nehmen sie eine Holzscheibe mit ca. 15cm Durchmesser, bohren in der Mitte ein Befestigungsloch und an den Seiten je eins, an denen sich Kolbenhirse anbringen lassen. Danach hängen sie die Scheibe mit einem Sisal- oder Kokosnussfaserseil auf und stecken zwei Kolbenhirse hinein. Wenn die Wellensittiche nun an die schmackhafte Hirse gelangen wollen, müssen sie schon ein wenig Geschick aufweisen, denn wenn sie auf die Scheibe fliegen, kippt diese zur Seite weg, deswegen sollte die Hirse gut angebracht sein, damit sie nicht runter fällt. Der alltägliche Genuss muss sich so erarbeitet werden.

Hängende Hirse

Lassen sie doch mal einfach die Hirse ca. 15cm vom Sitzast hängen, Dazu reicht eine normale Schnur aus. Entweder die Wellensittiche fliegen die Hirse direkt an oder entwickeln unter Umständen andere Technik, wie z.B. an der Schnur herab zu klettern oder die Schnur Stück für Stück hoch zu ziehen, um so an die schmackhaften Körner zu gelangen.

Quelle: WP-Magazin

Geeignete Baumaterialien

Einleitung

Das Baumaterial sollte stabil sein, denn Papageien verfügen über Kraft und Ausdauer. Die natürlichen Materialien müssen unbehandelt sein, dazu eignen sich:

  • Haselnuss
  • Holunder
  • Obstbäume (Apfel, Birne, Kirsche)

Papageien sind äußerst empfindlich, verwenden Sie auf keinen Fall:

  • Folie
  • Glas
  • Kunststoff
  • Obstkisten
  • Verpackungen (Inhalt und Beschriftungen sind gesundheitsschädlich)
  • spitze Gegenstände
  • kein Material, was verschluckt werden kann
  • sowie alle anderen Gegenstände, die nicht als bedenkenlos eingestuft werden können

Selbstgebasteltes hat seinen großen Vorteil. Immer anders gewachsene Äste und verschiedene andere Baumaterialien lassen den Alltag nie langweilig werden. Vieles lässt sich Recyceln, z.B. Schrauben, Haken usw.

Anschaffung

Zuerst den Käfig kaufen:

Noch ehe der Papagei ins Haus kommt, muss sein Käfig fix und fertig eingerichtet an einem festen Platz in der Wohnung stehen.

  • mehr Infos rund um den Käfig
  • mehr Infos rund um Spielzeug

Standort für den Käfig/ Zimmervoliere

Stellen Sie Käfig oder Zimmervoliere in einem Raum auf, in dem Sie sich, eventl. auch Ihre Familie, am häufigsten aufhalten. Eine helle, geräumige Zimmerecke, nicht nahe am Fenster, aber möglichst mit Blick nach draußen ist der ideale Platz. Achten Sie darauf, dass Käfig oder Voliere keine direkte Sonneneinstrahlung abbekommen und nicht in der Zugluft stehen. Zugluft kann Papageien krank machen. Ein Käfig muss erschütterungsfrei aufgestellt werden.

Entweder auf dem speziellen Käfigstativ, auf einem stabilen Tisch oder einem dicken Brett. Befestigen Sie das Brett etwas in Höhe Ihrer Augen mit einer Spezialhalterung an der Wand. Der Wellensittich will dem Menschen ins Gesicht sehen können. Er wird unruhig, wenn über ihm hantiert wird.

Wichtig:

Die Küche ist als ständiger Platz für Käfig oder Voliere völlig ungeeignet. Vor allem Kochdämpfe und Zugluft sind sehr schädlich für die Gesundheit Ihres Wellensittichs.

Wo Sie Papageien kaufen können:

Die im Handel angebotenen Wellensittiche stammen meist aus Inlandzuchten.

Ist der Papagei gesund?

Ein gesunder Wellensittich weist folgende Merkmale auf:

  • Alle Federn sind bereits voll ausgebildet, liegen glatt an und sind nicht verklebt.

  • Die Federn und die Kloake sind nicht von Kot verschmutzt. Sehen Sie auch die Anatomie.

  • Augen und Nasenlöcher sondern keine Flüssigkeit ab und sind nicht verkrustet.

  • Die Hornschuppen an den Füßen liegen glatt an.

  • Zwei Zehen eines Fußes zeigen nach vorn, zwei nach hinten, keine darf fehlen, alle haben Krallen. Allerdings wäre eine fehlende Kralle oder auch Zehe nur ein Schönheitsfehler, nicht unbedingt das Anzeichen einer Krankheit.

  • Der Kot besteht aus einem dunklen und weißen Exkrement und ist mittelfest.

  • Ein gesunder Papagei zeigt Interesse an seiner Umgebung, putzt sein Gefieder, isst, trinkt oder schläft, wobei er auf einem Bein ruht.

  • Ein kranker Papagei blickt teilnahmslos vor sich hin, hat aufgeplustertes Gefieder oder schläft auf beiden Beinen ruhend. Der Kot kann wässrig, rötlich verfärbt oder gar schäumend sein.

Kahle Körperstellen können auf das Rupfen der federn hinweisen, sind aber noch kein Beweis dafür, dass der Papagei dieser Untugend frönt. Hier sollten Sie mit dem Zoofachhändler sprechen, er wird Ihnen Genaueres dazu sagen.

Jung ist besser als alt:

Kaufen Sie am besten einen jungen Wellensittich, denn er wird schnell zutraulich. Bei einem gezüchteten Vogel ist sein Alter bekannt. Mit der Hand aufgezogene Jungvögel sind meistens bereits an den Menschen gewöhnt und schließen sich ihm eng an. Wellensittiche, die in der Nisthöhle von Ihren Eltern gefüttert wurden, müssen sich erst allmählich an den Menschen gewöhnen. Hat sich ein Jungvogel bereits einem gleichaltrigen Artgenossen angeschlossen, darf das Pärchen keinesfalls getrennt werden. Der Erwerb eines solchen Pärchens wäre ein Glücksfall für Sie. Die jungen Vögel können sich gut an das Leben in menschlicher Gesellschaft gewöhnen, werden zutraulich und haben doch im Artgenossen einen Partner.

Welches Geschlecht sollte der Papagei haben?

Es ist völlig unwichtig, ob Sie sich ein Männchen oder ein Weibchen aussuchen. Selbst Paare können ohne weiteres aus gleichgeschlechtlichen Vögeln bestehen, wenn Sie harmonieren. Lediglich für die Zucht spielt das Geschlecht eine entsprechende Rolle. Bei nur wenigen Papageienarten lassen sich die Geschlechter durch äußere Merkmale erkennen. In der Regel kann das Geschlecht eines Papageis nur durch die Endoskopie, einen operativen Eingriff, festgestellt werden.

Der Kaufvertrag:

In jedem gut geführten Zoofachgeschäft ist es heute selbstverständlich, dass dem Käufer eine detaillierte Kaufbescheinigung ausgestellt wird. Die dem Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) angeschlossenen Zoofachgeschäfte halten hierfür einen Heimtier-Pass bereit. Aus diesem Vertrag sollte hervorgehen:

  • Datum des Kaufs

  • Vogelart, beziehungsweise Unterart

  • Fußringnummer

  • Kaufpreis

  • Anschrift des Verkäufers und Käufers

Auch das Geschlecht des Vogels sollte vermerkt sein. Bei Tausch, Leihgabe, Zuchtgemeinschaften oder Schenkung sollten ebenfalls so konkrete schriftliche Vereinbarungen wie beim Kaufvertrag getroffen werden.

Was behält ein Wellensittich in Erinnerung

Für frei lebende Wellensittich ist es lebensnotwenig,

  • sich Nahrungs- und Wasserquellen zu merken

  • Familienangehörige oder den Partner zu erkennen

  • Gefahrenquellen erkennen und diese zu umgehen

Dabei wird Unwichtiges im Kurzzeitgedächtnis gespeichert und dauerhaft erlerntes, wie Sinneseindrücke und Handlunge, die sich auf die Verwandtschaft, Nahrungsaufnahme, Wohngebiet und Gefahrenvermeidung beziehen, im Langzeitgedächtnis.

Es wurde wissenschaftlich getestet, dass Vögel ein gutes Gedächtnis dafür besitzen, was sie Gesehen oder gehört haben, als wie andere Tierarten.

Einem Wellensittich wurden verschiedene Halbtöne vorgespielt, die mit bestimmten Abläufen in Verbindung standen. Dabei stellte sich heraus, dass dieser die Töne nach dreieinhalb Monate im Gedächtnis behielt und wiedererkannte.

Dabei handelt es sich um ein abstrakten Versuch, denn in freier Wildbahn kommt ein freilebender Australier nicht solche Aufgaben.

Freilebende Wellensittiche müssen also auf Anhieb ihren Partner erkennen, um sich so mit ihm zu paaren und Junge groß zu ziehen. So kann es passieren, dass zahme Heimvögel ihren Halter ein leben lang im Gedächtnis behalten.

Also kurz gesagt, Wellensittiche merken sich das, was für sie lebensnotwenig ist. Zum Unwichtigen zählt z.B. das Merken von Wörtern, diese müssen ständig wiederholt werden, um nicht vergessen zu werden. Um das Gedächtnis vom Wellensittich zu testen, können sie ihm ein Wort beibringen und nicht wiederholen. Allerdings darf er es nicht selber ständig plabbern, ansonsten ruft er es sich selber wieder ins Gedächtnis. Dieser Test ist nicht ganz einfach.

Quelle: WP-Magazin 06/ 1997

Verständigung

Allgemeines

In Deutschland leben Millionen von Papageien, Sittiche und andere Ziervögel. Die Beweggründe solche zu halten sind von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Die einen wollen sich mit Kanarienvögel einen Gesangskünstler ins Wohnzimmer holen, die anderen wollen sich mit besonders teuren Exemplaren zieren usw.

Wellensittich-Halter denken aber oftmals ganz anders. Sie möchten einen aufgeweckten Kerl, die sein fröhliches Wesen sehr schätzen. Bei ihnen lassen sich ihre natürlichen Verhaltensweisen besonders gut beobachten, denn sie lassen sich durch den Menschen kaum stören, wenn es um die Balz usw. geht

Es ist auch möglich, dass Wellensittiche Töne, Worte oder gar ganze Sätze lernen und diese von sich geben. Aber die Wellensittichsprache mit Gesten und Gesängen ist komplizierter, als wie man es im ersten Moment vermuten mag. Einige werden ihnen hier vorgestellt:

Die Lautäußerungen

Wer kennt nicht das laute Trillern des Männchen. Es wird meistens mit einem „brrr“ eingeleitet und später folgt dann seine stimmgewaltige Aneinanderreihung von Schmetterlauten. Der Gesang ist abhängig vom Alter und seiner Erfahrung und können somit sehr abwechslungsreich sein, von Trommellauten bis hin zu sanften Melodien. Es ist auch Möglich, dass sie dabei Töne einbauen, die sie sich vom Menschen abgehört haben, z.B. das Telefonringen oder die Türklingel.

Mit gespreiztem Kopf- und Kehlgefieder kann solch ein Konzert schon mal bis zu fünf Minuten oder länger andauern. Bei Gemeinschaftshaltung werden auch andere Männchen animiert, ihr Können unter Beweis zu stellen. So wird ein Solo schnell zu einem riesigen Konzert. In der Brutzeit sind die Männchen besonders aktiv, um ihre Liebste zu betören, damit sie sich zur Paarung einstimmt und mit dem Nestbau beginnt.

Ansonsten pflegen die Männchen leises Trillern als Zuneigungsgesang. Es werden leise, kaum hörbare, sehr melodiöse Tonfolgen abgegeben, die den Auftakt zur Gefiederpflege bilden. Auch hier gehen die Verhaltensforscher davon aus, dass dies der Entwicklung der weiblichen Geschlechtsorgane dient und der Bereitschaft zur Paarung vergrößert.

Bekannt sich auch die „tuk tuk“ Laute, welche mit gleichzeitigen Schnabelstupsen ebenfalls das Weibchen anregen sollen. Die Wellensittich-Forscherin Barbara Brockway soll durch Nachahmen dieser Laute, ihr Wellensittichweibchen zur Paarunsgbereitschaft angeregt haben.

Schnabelrituale

Besonders beim gefiederten Hausfreund, dem Wellensittich, ist das zärtliche Berühren der Schnäbel ausgeprägt. Bei eingespielten Paaren gehört dies schon zur perfekten Routine, so weiß der andere, ob sein Liebling Lust auf Gefiederpflege hat oder lieber gefüttert werden möchte. Hinzu kommen noch ausgeprägte Verhaltensweisen.

Dabei reicht die Palette an Bewegungen von komplizierten Schaukelbewegungen, rhythmischen Kopfbewegungen und vielen Lautäußerungen.

Vielleicht haben auch sie sich schon einmal über die Bewegungen ihres Tieres gewundert?

Aufgrund der vielen verschiedenen Verhaltensweisen und Individuen, denn auch Wellensittiche haben ihren eigenen Charackter, sind nur wenige in ihrer Bedeutung verständlich.

Dazu zählt unter anderen das Würgen mit gleichzeitigen Öffnen des Schnabels, was einer Erstickung ähnelt. Jedoch handelt es sich hierbei nicht um einen medizinischen Notfall, sondern um ein normales Ritual. Wellensittiche füttern sich, wenn diese sich zusammen gefunden haben. Besonders während der Balz lässt sich das Hevorwürgen gut beobachten. Dazu werden verdaute Körner wieder hochgewürgt und dem Weibchen zugeführt. Aber nicht nur zur Balz, sondern bei der Aufzucht von Jungtieren lässt sich dieses Verhalten beobachten.

Genauso wie das Füttern, gehört auch das gegenseitige Kraulen, besondern an schwierig zu erreichenden Körperteilen (z.B. Kopfgefieder), zum Partneralltag.

Schlusswort

Wellensittiche zählen nun mal zu den geselligsten Tieren dieser Welt und werden zu Millionen in Käfigen und Volieren gehalten. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich diese Papageienart im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelte und ihre Umgangsformen vielfältiger wurden. Sie lernten ständig neue Töne und Laute und „äffen“ schon gerne mal ihren Halter nach oder dessen Telefon. Aber nicht nur seine Begabung ist faszinierend, sondern sein Sozialleben in der Gruppe. Die Gemeinschaft, die alles gemeinsam (Essen, Spielen, Schlafen usw.) unternimmt, kann man mit einer Groß-Familie der Menschen vergleichen. Auseinandersetzungen sind da die Ausnahme. Deshalb kann ich nur jedem Vogelhalter empfehlen, mindestens zwei Exemplare zu halten. Wobei ich finde, dass erst ab vier Wellensittichen die typischen Verhaltensweisen auftreten.

Quelle: WP-Magazin 03/ 1997

Die Wellensittich-Sprache

Schnabelreiben in Abwesenheit anderer Wellensittiche

Nach der Nahrungsaufnahme reiben Wellensittiche ihren Schnabel an Ästen, Gitterstäbe oder ähnlichen, um Futterreste los zu werden. Dadurch bleibt der Schnabel auch in Form und muss in der Regel nicht nachgeschnitten werden.

Schnabelreiben in Anwesenheit anderer Vögel

Dies zeigt dem anderen Vogel, dass er nicht zu nahe kommen soll, er befindet sich in seinem Territorium. Meist bleibt es bei der Drohung, doch bleibt der andere hartnäckig, folgt eine heftige Auseinandersetzung. Oftmals täuschen sie einen Angriff vor, indem sie gezielt in die Füße beißen, um den Eindringling zum Rückzug zu bewegen.

Beißen ohne Zwicken

Wellensittiche beißen, wenn sie sich bedroht und in die Ecke gedrängt fühlen. Sie sollten auch bedenken, dass gerade brütende oder balzende Pärchen sehr angespannt sind und bei einer kommenden Gefahr schnell beißen. Wenn sich Wellensittiche untereinander beißen, dann bedeutet das für sie, nicht einschreiten und abwarten, Nach der Brutsaison legt sich dieses Verhalten wieder. Natürlich sollten sie immer ein Auge darauf haben, um Notfallsituationen zu erkennen.

Auch kann ein solches Verhalten bei zahmen Exemplaren vorkommen, wenn sie sich erschrecken.

Jungtiere ertasten, wie menschliche Babys mit den Händen, alles mit dem Schnabel. Ihre Neugierde kennt keine Grenzen und macht vor der menschlichen Hand keine Ausnahme, also auch Vorsicht bei handaufgezogenen Vögeln.

Selbstverständlich können auch Papageien mal schlechte Laune haben und beißen ohne triftigen Grund, z.B. wenn ihnen ein Artgenosse auf den „Keks“ geht.

Leises Plappern

Dies ist auch ein Zeichen von vollkommender Zufriedenheit. Er entspannt sich, indem er leise melodischen Gesang von sich gibt. Es wirkt sich positiv auf andere Vögeln aus und bei den Halter ist dieser Gesang ebenfalls beliebt.

Gespreiztes Gefieder

Vögel zeigen mit dem Spreizen einzelner Gefiederteile (Auseinandergezogene Schwanzfedern, gesträubtes Gesamtfederkleid usw.) deutlich, dass sie ihre Ruhe haben wollen oder dass sie ihren Besitz verteidigen. Sie sollten also dann nicht versuchen, ihren Papageie zu ermutigen, auf ihren Finger platz zu nehmen.

Hängende Flügel

Folgendes ist möglich, entweder trocknet sich gerade ein frisch gebadeter Wellensittich, kühlt sich bei starker Hitze ab oder aber es ist ein erstes Anzeichen für eine Erkrankung. Bei der letzteren Variante sollten sie schnell handeln.

Verengte Pupillen

Während der Balz ist der Wellensittich stark erregt. Die Pupillen sind verengt und die Augen rollen sich. Seien sie hier vorsichtig, denn in einem solchen Moment könnte er zubeißen. Wenn keine Balz und Partnerwahl vorliegt, dann versuchen sie vorsichtig ihren Vogel zu beruhigen, sprechen ihn leise an und finden sie die Störung heraus. Vielleicht fixiert er ja einen Rivalen, unterstützt mit Knurr-Groll-Lauten (hört sich in etwa wie eine Klapperschlange an). Solche Aggression legen sich meist wieder, stören sie dann lieber nicht!

Der Vogel versteckt sich

Hier gibt es viele Ursachen. Einerseits könnte es sich um einen kranken Wellensittich handeln, der sich absondert und ruhe haben möchte oder aber er flüchtet vor einer lauernden Gefahr. Aber auch während der Brutphase kann es sein, dass Weibchen geeignete Nisthöhlen suchen, wenn kein Nistkasten vorhanden ist. Z.B. in Jackenärmeln, Regalen, Möbeln usw. Haben einen besonders verspielten Wellensittich, dann erforscht er die verschiedensten Löcher.

Bedächtiges Schreiten

Auch hier zeigt der Vogel (erhobener Kopf) dem Rivalen, dass er nicht erwünscht ist, es denn, er senkt den Kopf. Dann ist der andere Willkommen und möchte gerne gekrault werden.

Keuchen und Hecheln

Wenn ihr Wellensittich unter starker Hitze leidet, dann keucht und hechelt er, um sich so besser abzukühlen. Vermeiden sie also direkte Sonneneinstrahlung oder sorgen für nötigen Ausgleich bzw. schattige Plätze. Im Sommer eignen sich auch Badestellen zum Abkühlen.

Schlafen auf einem Bein

Gesunde Wellensittiche schlafen meist mit einem Bein und versenktem Kopf im Rückengefieder auf ihrem Schlafast. Eine Abweichung dieser Norm bedeutet nicht gleich was schlimmes aber eventuell können sie dann eine eventuelle Krankheit erkennen. Z.B. bei Schwierigkeiten der Balance sitzen kranke Tiere breitbeinig auf ihrem Ast. Merken Sie sich die Schlafgewohnheiten ihres Lieblings. Glasige Augen, stumpfe Gefiederfarben erhärten können den Verdacht.

Gefiederpflege

Papageien verbringen viel Zeit am Tag mit der Pflege und Ordnung ihres Gefieders. Dazu kraulen sie nicht nur ihr eigenes Gefieder, sondern auch vom Partner. Somit werden auch die Partien gesäubert, die Wellensittiche sonst nicht alleine erreichen. Das gemeinsame Pflegen stärkt die sozialen Kontakte, welche bei Einzeltieren nicht zu Tage kommen. Sie verkümmern, wenn der menschliche Partner kaum Zeit für ihn hat. Hier kann es schnell passieren, dass ihr Vogel zum Rupfer wird.

Würgen

Das Hochwürgen von Futter ist ein ganz normales Verhalten der Zuneigung oder das Ernähren von Jungtieren. Bei Einzeltieren kann es schon mal passieren, dass er versucht sie zu füttern. Reagieren sie deshalb nicht mit Ablehnung! Aufpassen sollten sie aber, wenn er anfängt spiegelnde Objekte zu füttern. Eine Kropfentzündung wäre die Folge, da verständlicher Weise das Gegenüber nicht reagiert.

Niesen

Einzelne Nieser dienen in der Regel dazu, Fremdkörper vom Schnabel oder den Nasenlöcher zu bekommen. Öfteres und anhaltendes Niesen ist ein Anzeichen für eine Erkrankung. Es soll aber auch Papageien geben, die Niesen zur Kontaktaufnahme benutzen, es gehört also bei denen zum Sprachgebrauch. Möglich wäre auch eine Allergie, Wellensittiche können auch allergisch auf Vogelsand oder anderes reagieren.

Schwanzwippen

Kranke Wellensittiche zeigen oft die typischen Kombinationen von schwerer Atmung mit synchronem Schwanzwippen. Wenn keine weiteren Ursachen in betracht kommen, sollten sie möglichst schnell den Tierarzt aufsuchen. Wenn er allerdings dabei singt, plappert oder spricht, dann bedeutet dies allerdings Entspanntheit.

Flügelschlagen im Käfig

Folgende Möglichkeiten bestehen:

  • Trockenübungen von Jung- oder Alttieren

  • Wellensittiche zeigen dadurch ihren Unmut, wieder im Käfig zu sitzen

  • lästige Objekte los zu werden

Dem Flügelschlagen folgt meist noch lautes Gezeter, um noch mehr Aufmerksam zu bekommen.

Quelle: WP-Magazin